Bauprojekt
24 Wohnungen geplant: Dritter Anlauf für Holderen-Überbauung in Rehetobel

An einer Informationsveranstaltung haben die Gemeinde, die Grundstückseigentümerin und die Architekten die Pläne für die Überbauung der Parzelle 66 beim Friedhof vorgestellt. Bis das Projekt realisiert werden kann, gibt es noch einige Hürden.

Jesko Calderara
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Noch besteht erst eine Visualisierung der geplanten Überbauung im Gebiet Holderen in Rehetobel.

Noch besteht erst eine Visualisierung der geplanten Überbauung im Gebiet Holderen in Rehetobel.

Bild: PD

Seit Jahren gibt es in Rehetobel Bestrebungen, das Gebiet beim Friedhof unterhalb des Dorfzentrums zu überbauen. Zwei Wohnbauprojekte im Holderen scheiterten jedoch 2013 und 2019. Nun unternimmt die Grundstückseigentümerin Soleil Immobilien AG mit Sitz in Rehetobel einen weiteren Anlauf. Diese Immobilienfirma gehört der Familie von Migg Eberle, die zuletzt in Rehtobel das Dorfhus Gupf realisierte.

Am Mittwochabend wurde die geplante Überbauung an einer Informationsveranstaltung im Gemeindezentrum vorgestellt. Die Pläne stammen vom Vorarlberger Architekten Bernardo Bader, für die Aussengestaltung ist das Büro Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten verantwortlich. Darüber hinaus hat sich eine Begleitgruppe mit Anstössern, Fachleuten und anderen Personen aus dem Dorf mit dem Projekt beschäftigt.

Holzbauten geplant

Insgesamt sollen sechs Gebäude mit 24 Wohnungen unterschiedlicher Grösse gebaut werden. Im Erdgeschoss ist gemäss Bader eine gewerbliche Nutzung denkbar. Ob Eigentums- oder Mietwohnungen realisiert werden, sei in der jetzigen frühen Projektphase noch offen. «Es ist dank der Zentrumsnähe eine attraktive Lage für eine Überbauung», sagte Bader vor den über 50 Anwesenden. Hier zu verdichten, mache Sinn. Als Herausforderung bezeichnete er die topgrafische Lage.

Das Konzept sieht vor, die Baukörper auf unterschiedlichen Niveaus anzuordnen und so ans Gelände anzupassen. Ergänzt werden sie durch eine grosszügige Aussengestaltung, sodass sich die Siedlung optimal ins Dorf integriert, wie Bader ausführte. Für die Fassade der Mehrfamilienhäuser wird Holz verwendet.

Moderates Wachstum angestrebt

Bei den ersten beiden Anläufen war insbesondere die Erschliessung umstritten. Diese soll nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen über die Holderenstrasse, sondern beim Gemeindeplatz erfolgen. Dort würden gemäss Gemeindepräsident Urs Rohner «einige wenige Parkplätze» wegfallen.

Die Reaktionen auf die geänderte Erschliessung und das Gesamtprojekt fielen in der Fragerunde, die alt Kantonsrat Erwin Ganz aus Lutzenberg moderierte, grösstenteils positiv aus. Mehrere Bewohner der Holderenstrasse zeigten sich erleichtert darüber, dass diese entlastet wird. Auch gab es Lob für die architektonische Qualität der Überbauung. Rohner hob die Bedeutung des Wohnbauprojekts für Rehetobel hervor.

«Solch moderner Wohnraum fehlt heute.»

Ein moderates Wachstum sei für die Gemeinde wichtig und gut verkraftbar, betonte Rohner.

Sondernutzungsplan notwendig

Unterschiedliche Meinungen gab es vor allem zur Erschliessung. Als «suboptimal» bezeichnete diese etwa die Landschaftsarchitektin Monika Pearson, die in der Begleitgruppe mitarbeitete. Dadurch werde der Parkplatz zur Quartierstrasse umfunktioniert. Ähnlich argumentierte ein anderer Votant, der die Verantwortlichen aufforderte, die Zufahrt nochmals zu überdenken. In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, ob der Platz weiterhin für den Jahrmarkt genutzt werden kann. Rohner bejahte dies. An diesen Tagen werde der Verkehr umgeleitet. Ein Votant wiederum wies auf das sensible Gebiet beim Friedhof hin. Dieses müsse vor den Auswirkungen der Zufahrtsstrasse geschützt werden.

Bis im Holderen die Bagger auffahren, wird es noch längere Zeit dauern. Als Nächstes wird der Sondernutzungsplan erarbeitet, der beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht werden muss. Anschliessend wird es ein Mitwirkungsverfahren geben, bevor die Auflage des Sondernutzungsplans vorgesehen ist. Dagegen können Rechtsmittel ergriffen werden, später auch das fakultative Referendum.