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REHETOBEL: Bräuche aus verschiedenen Welten

Heute ist die Vernissage der letzten Ausstellung in der Galerie Tolle. In einer Gegenüberstellung treffen Brauchtum aus dem Appenzellerland und aus Costa Rica aufeinander. Unter anderem sind Fotografien von Mäddel Fuchs zu sehen.
Jesko Calderara
Nicole Tolle (links) mit den Kunstschaffenden aus Costa Rica.

Nicole Tolle (links) mit den Kunstschaffenden aus Costa Rica.

Jesko Calderara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Das Appenzellerland und Costa Rica liegen fast 9500 Kilometer auseinander. Bis zum 26. November treffen sie in Rehetobel aufeinander. Die Galerie Tolle stellt in der neuen Ausstellung Fotografien von Mäddel Fuchs sowie Hauben und Masken von Schuppeln dem costa-ricanischen Brauchtum gegenüber. Heute um 17 Uhr ist die Vernissage. Dazu wird Regierungsrat Alfred Stricker die einführenden Worte halten.

Zu Gast sind sieben Kunstschaffende aus dem Maleku-Reservat im Landesinnern des Zentralamerikanischen Staates. Das Volk zählt nur noch rund 600 Einwohnerinnen und Einwohner und lebt in tropischen Wäldern. Die Malekus beschreiben liebevoll gehütete Erinnerungen in Verbindung mit ihrer Kunst. Sie bringen die Beobachtung und ihr besonderes Gefühl für die Umwelt in Form von Vögeln, Reptilien, Fischen, Insekten und Jaguaren zum Ausdruck.

Nicole Tolle hat Projekte in Costa Rica

Nebst den Werken der Maleken sind Fotografien und eine Maske der Borucas, ein anderes indigenes Volk, ausgestellt. Die Maske der indigenen Anführerin des Boruca-Stammes, Margarita Lázaro, symbolisiert den Widerstand in den jährlichen Tanzzeremonien gegen die spanischen Eroberer. Die Fotografin Hawi Naira Casteñeda Willca dokumentiert das indigene Brauchtum der Diablitos aus anthropologischer Sicht. Bei allen Unterschieden gibt es zwischen dem Brauchtum im Appenzellerland und jenem in Costa Rica auch Gemeinsamkeiten. In beiden Kulturen werden Masken und Zweige oder Blätter als Kleid für die Zeremonie genutzt. Die Ausstellung lädt auf Entdeckungsreise zu den Wurzeln des Brauchtums ein.

Nicole Tolle hat eine jahrelange Beziehung zu Costa Rica. Zusammen mit Vicky Acedo, Manuel und Franklin Zuñiga und der Stiftung Edunámica, die ihr Mann ins Leben gerufen hat, leitet sie ein Kunstförderungsprojekt im Reservat der Maleku. Dadurch würden alte Mythen und Überlieferungen nicht verloren gehen, sagt Tolle. Zudem ist sie im Hotel Lagarta Lodge in Nosara tätig. Dort war Tolle für die Farbgestaltung, die Kunst und die Inneneinrichtung zuständig.

Fotograf mit Respekt für Brauchtum und Leute

Das costa-ricanische Kunstschaffen wird unter anderem den Fotografien von Mäddel Fuchs gegenübergestellt. Dieser hat wie kein anderer das Appenzellerland auf ganz besondere Weise fotografisch dokumentiert. Das Brauchtum versteht er als nichts Fixes, sondern setzt Traditionen fortlaufend fest. Fuchs verzichtet in seinen Fotografien auf Inszenierungen jeglicher Art, Authentizität ist ihm ein grosses Anliegen. Zu spüren ist auch sein grosser Respekt vor dem Brauchtum und den Leuten. Letzteren widmet er viel Zeit als freier Fotograf. Mäddel Fuchs interessierte sich schon immer für Ethnologie und historische Zusammenhänge.

Zu sehen sind in der Rechtobler Galerie in den nächsten Wochen zudem Schlechtwetterhauben vom Urnäscher Waisehusschuppel, Karikaturhauben vom Steiner Wäädgadeschuppel, drei Larven vom Blaas Schuppel aus Urnäsch und ein Kuhkopf sowie ein Bläss vom Stäänerschuppel aus Stein.

Atelierhaus wird nächstes Jahr eröffnet

Am 19. November um 14 Uhr steht eine Begegnung mit dem heimischen Kulturgut auf dem Programm. Dann wird der Gaiser Fotograf Mäddel Fuchs anwesend sein. An der Finissage am 26. November um 14.30 Uhr nimmt Hans Hürlemann einen historischen Rückblick zum Appenzeller Chlausen vor.

Nach Ende dieser Ausstellung zieht Nicole Tolle mit ihrer Galerie ins eigene Atelierhaus in Rehetobel um. «Dort möchte ich vermehrt wieder auf Augenhöhe mit mir nahestehenden Kunstschaffenden künstlerisch arbeiten», sagt sie. Die Eröffnung des Atelierhauses ist für Herbst 2018 vorgesehen mit einer Ausstellung der Galerie Tolle – Art & Weise. Geplant sind pro Jahr ungefähr ein bis zwei solcher Veranstaltungen. Zusätzlich schaffe sie einen Farbraum, in dem Menschen ihre Emotionen und Gefühle in Farben ausdrücken könnten, sagt Tolle.

Gegenüberstellung Indigene Bräuche und Silvesterchläuse, Galerie Tolle, Dorf 11, Rehetobel. Bis zum 26. November, Öffnungszeiten: Sonntags ausserhalb der Spezialanlässe 14 Uhr bis 16 Uhr, Samstags: 11. und 18. November, 14 Uhr bis 16 Uhr, Mittwoch, 14 Uhr bis 16 Uhr.­ Mehr Informationen zur Galerie: www.tolle.ch

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