Rehetobels Textilgeschichte über Kopfhörer erleben

Zum 350-Jahr-Jubiläum der Gemeinde hat die «Lesegesellschaft Dorf» einen Audioführer zur textilen Vergangenheit Rehetobels erstellt. Morgen wird der Rundgang mit zehn Stationen offiziell vorgestellt.

Philipp Wolf
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Dieser Rechtobler Häuserzeile mit den für Stickereihäuser typischen massiven Sockelgeschossen ist im Audioführer ein Kapitel gewidmet. (Bild: Heinz Meier)

Dieser Rechtobler Häuserzeile mit den für Stickereihäuser typischen massiven Sockelgeschossen ist im Audioführer ein Kapitel gewidmet. (Bild: Heinz Meier)

Der Internetauftritt ist schon einmal einwandfrei. Die Website zum kostenlosen Audioführer «Textildorf hörbar» kommt professionell daher. Der Dorfrundgang mit zehn Stationen wird schnörkellos, adrett und smartphonefreundlich präsentiert.

«Wir wussten sofort, dass wir für die Umsetzung Experten beiziehen müssen», sagt Sarah Kohler, die Präsidentin der «Lesegesellschaft Dorf Rehetobel», angesprochen auf den ersten Eindruck des Audioführers. Die Idee dazu geht auf das Jahr 2016 zurück, welches die Lesegesellschaft unter dem Motto «Textildorf» bestritt. Damals wurden für einen Dorfspaziergang geschichtliche Informationen zusammengetragen und Zeitzeugen interviewt. Der Rundgang sei auf grossen Anklang gestossen «und so dachte sich der Vorstand: Es wäre schön, das Ganze ein wenig haltbar machen zu können», sagt Kohler.

50 Leute am Projekt beteiligt

Bald darauf beschloss die 1837 gegründete Lesegesellschaft, mit einem Audioführer einen Beitrag zum 350-Jahr-Jubiläum Rehetobels zu leisten. Von Anfang an sei man von der Idee des Audioführers überzeugt gewesen und habe auch von Beginn weg von vielen Seiten grosses Wohlwollen genossen, so Kohler.

Schnell konnten wichtige Personen ins Boot geholt werden. Historiker Oliver Ittensohn beispielsweise, der die Interviews mit Zeitzeugen sichtete, historische Fakten zusammentrug und die Texte für den Rundgang verfasste. Oder die Schauspielerin Jeanne Devos und Fernsehjournalist Marcel Anderwert, die beide Rechtobler Wurzeln haben und dem Audioführer ihre Stimmen liehen.

Die Musik, die in den Beiträgen zu hören ist, wurde extra für den Rundgang komponiert und eingespielt. Zudem sind die zehn Audiodateien mit Anekdoten von Zeitzeugen gespickt. Insgesamt waren, laut Kohler, rund 50 Leute mit dem Projekt beschäftigt, das morgen um 16 Uhr in der Mehrzweckhalle Rehetobel der breiten Bevölkerung vorgestellt wird.

Audioführer funktioniert auch offline

Auf der Internetseite des Audioführers (siehe Hinweis) sind die zehn Stationen des Hörwegs einzeln aufgelistet. Alle Standorte befassen sich mit einem Thema, das im Zusammenhang mit der Textilindustrie steht. Die Stationen können einzeln angesteuert oder der Reihe nach abgelaufen werden, wozu eine Karte die Route aufzeigt. Der gesamte Rundgang dauert rund eineinhalb Stunden. Weiter ist der Audioführer so konzipiert, dass er sowohl on- als auch offline funktioniert.

Interessierte, die unterwegs Probleme mit dem Internetempfang haben oder nicht mehr gut hören, finden auf der Website ebenfalls Transkripte der gesprochenen Texte. Schliesslich müsste man die Strecke nicht einmal vor Ort begehen – jedes Kapitel des Weges ist auf der Internetseite bebildert.

Hinweis

Der Rundgang wird morgen um 16 Uhr in der Mehrzweckhalle Rehetobel vorgestellt. Der breiten Öffentlichkeit steht der Audioführer ab Sonntag auf www.textildorf.ch zur Verfügung.

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