Regiwehr in Alarmbereitschaft – Eggersriet kündigt vorsorglich

VORDERLAND. Die seit 2005 bestehende regionale Feuerwehr Heiden-Grub-Eggersriet-Wolfhalden könnte demnächst auseinanderbröckeln. Eggersriet hat eine vorsorgliche Kündigung per Ende 2016 eingereicht.

Roger Fuchs
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Mit diesem Bild werden die Besucherinnen und Besucher auf der Website der Regiwehr Heiden-Grub-Wolfhalden-Eggersriet begrüsst. (Bild: pd)

Mit diesem Bild werden die Besucherinnen und Besucher auf der Website der Regiwehr Heiden-Grub-Wolfhalden-Eggersriet begrüsst. (Bild: pd)

Die seit 2005 bestehende regionale Feuerwehr Heiden-Grub-Eggersriet-Wolfhalden könnte demnächst auseinanderbröckeln. Eggersriet hat eine vorsorgliche Kündigung per Ende 2016 eingereicht.

Wie der Eggersrieter Gemeindepräsident Roger Hochreutener ausführt, steht seine Gemeinde vor der Frage, wie man sich in Zukunft sicherheitspolitisch ausrichten wolle. Als er vor knapp zwei Jahren das Gemeindepräsidium übernommen habe, sei Eggersriet kurz vor dem finanziellen Kollaps gestanden. Es gelte nun, sämtliche politischen Bereiche zu analysieren und Neustrukturierungen zu überprüfen. Zudem hält Hochreutener fest, dass Eggersriets Bürger die maximalen Feuerwehrersatzabgaben zahlen würden. Diese reichten aber nicht aus, um den Gemeindebeitrag von rund 180 000 Franken an die Regiwehr zu refinanzieren.

Erika Streuli Präsidentin der Gemeinde Grub und der Feuerwehrkommission. (Bild: pd)

Erika Streuli Präsidentin der Gemeinde Grub und der Feuerwehrkommission. (Bild: pd)

Keine Freude

Gemäss Erika Streuli, Gemeindepräsidentin von Grub und Präsidentin der gemeinsamen Feuerwehrkommission, herrscht ob der vorsorglichen Kündigung aus Eggersriet keine Freude. Man wolle sich um eine gemeinsame Weiterführung der Regiwehr bemühen. Gleichzeitig hält Streuli fest, dass Eggersriet verschiedene Fragen geklärt haben will – dies soll im ersten Quartal dieses Jahres geschehen.

Sollte Eggersriet definitiv aus der Regiwehr austreten, würde dieser Schritt zwar nicht das ganze Konstrukt gefährden, doch die Regiwehr müsste über Veränderungen nachdenken. Die Regiwehr sei heute auf die vier Verbandsgemeinden ausgerichtet, sagt Erika Streuli. Beispielsweise sei das im Jahr 2004 erbaute Feuerwehrdepot bewusst im Hinblick auf die Regiwehr am Standort Riemen, Gemeinde Grub, erstellt worden. Ohne Eggersriet würde dieses Depot gemäss Streuli am falschen Ort stehen. Und was den Fahrzeugpark betreffe, so besässe man für lediglich noch drei Gemeinden zu viele Fahrzeuge.

Für den Gemeinderat von Eggersriet ist verständlich, dass die Freude ob seines Entscheides nicht gross ist. «Ich mag es den anderen Gemeinden auch gönnen, wenn sie nicht gezwungen sind, solch grundlegende Überlegungen zu machen wie Eggersriet», sagt Roger Hochreutener. Veränderungen müssten in einem interkantonalen Umfeld aber auch akzeptiert werden.

Knatsch um Austrittsdatum

Obschon Eggersriet auf Ende 2016 gekündigt hat, sei der Austritt frühstens Ende 2017 möglich, schreibt die Regiwehr in einer Medienmitteilung. Eine rechtsgültige Kündigung könne nur durch die Bürgerversammlung ausgesprochen werden. Das könnte man juristisch diskutieren, entgegnet Hochreutener. Man wolle die Energie aber anderweitig investieren.

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