Regionalfussball
Brisanter Schlussspurt für Appenzeller Mannschaften: FC Herisau kann aufsteigen, vier Teams kämpfen gegen den Abstieg

Die regionalen Fussballteams dürfen wieder trainieren und spielen: Verkürzte Meisterschaften entscheiden innert zwei Wochen über Auf- und Abstieg. Mittendrin die Drittligisten aus Appenzell, Heiden, Herisau, Speicher und Teufen.

Mea McGhee
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Appenzell (weiss) und Heiden (gelb) kämpfen in der 3.-Liga-Gruppe 2 gegen den Abstieg.

Appenzell (weiss) und Heiden (gelb) kämpfen in der 3.-Liga-Gruppe 2 gegen den Abstieg.

Bild: PD

Seit dem 31. Mai dürfen alle Fussballerinnen und Fussballer wieder uneingeschränkt trainieren und auch Wettkämpfe bei den Aktiven sind wieder erlaubt. Der Fussballverband hat entschieden, die regionalen Meisterschaften zu werten, sobald die Hinrunden abgeschlossen sind. Das bedeutet für die Teams aus dem Appenzellerland, dass die kommenden zwei oder drei Partien über die künftige Ligazugehörigkeit entscheiden.

Insbesondere für die Drittligisten ist die Lage brisant: In der Gruppe 2 kämpfen Appenzell, Heiden, Speicher und Teufen um den Klassenerhalt. Die vier Mannschaften liegen geschlossen im Tabellenkeller. Schlusslicht Heiden (8 Spiele, 3 Punkte) beginnt am 12. Juni mit dem Auswärtsspiel beim drittplatzierten Rüthi, empfängt in der Folge Rorschach-Goldach, und zuletzt kommt es zum Duell gegen den zweitletzten FC Speicher (9 Spiele, 8 Punkte). Trainer Yusuf Koru sagt:

«Wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.»
Yusuf Koru, Trainer des Drittligisten FC Heiden

Yusuf Koru, Trainer des Drittligisten FC Heiden

Bild: PD

Das Heidler Urgestein hat die Mannschaft im November interimistisch übernommen und ist inzwischen fix engagiert. Heidens grösstes Manko im Herbst war die Harmlosigkeit in der Offensive. Nur gerade sieben Treffer gelangen in acht Partien. Der neue Trainer legte daher hier einen Schwerpunkt. Ebenso wichtig war die Förderung des «Miteinander». Lange habe man gehofft, eine Abstiegsrunde bestreiten zu können. Sollte die Relegation erfolgen, habe man die Chance, in der 4. Liga Spieler aus dem eigenen Nachwuchs schneller integrieren zu können, so Yusuf Koru. Um für den Showdown gerüstet zu sein, trägt Heiden innert acht Tagen vier Testspiele aus. Gegen Zweitligist St.Margrethen gelangen beim 2:5 zwei Tore, und gegen Viertligist Jedinstvo gab es einen 3:0-Sieg. Dies stimmt den Trainer zuversichtlich.

Der FC Speicher liegt an zweitletzter Stelle der Gruppe 2 und hat wie die besser platzierten Teams aus Teufen und Appenzell acht Punkte auf dem Konto. Vor der entscheidenden Schlussphase der Meisterschaft testet Speicher zwei Mal. Die Partie gegen Wittenbach verlor das Team von Trainer Christian Huber 2:7. Punkten wollen die Mittelländer dann gegen Eschen/Mauren 2 (7. Rang) und Heiden.

Die neuntplatzierten Appenzeller (8 Spiele, 8 Punkte) absolvieren zwei Partien zur Vorbereitung. In der Meisterschaft treten die Innerrhoder zuerst auswärts an. Die Mannschaft gastiert am 13. Juni beim Tabellenvierten Rebstein. Auf das Heimspiel gegen Rüthi (3.) folgt für die Mannschaft von Trainer Alexandro Isler abschliessend die Partie bei Rorschach-Goldach (8.).

Nach drei Testspielen, im ersten gab es einen 4:3-Sieg gegen Drittligist Gossau, steigt der zehntplatzierte FC Teufen (9 Spiele, 8 Punkte) am 19. Juni gegen Rebstein wieder in den Meisterschaftsbetrieb ein. Die letzte Partie bestreiten die Mittelländer gegen Rüthi, das noch kleine Chancen hat, den FC Steinach vom Aufstiegsplatz zu verdrängen.

Klappt es im zweiten Anlauf mit dem Aufstieg?

Der FC Herisau hat in der Gruppe 4 wie in der abgebrochenen Vorsaison den Aufstieg vor Augen. Einen Punkt liegt die Mannschaft des Trainergespanns Domenico Troccoli / Costa Simoglou vor dem Restart vor dem ersten Verfolger Tobel-Affeltrangen, das ein Spiel mehr ausgetragen hat. Um Spielrhythmus zu erlangen, absolviert Herisau zwei Testspiele. Gegen Dardania St.Gallen, den Tabellenzweiten der Gruppe 2, gab es diese Woche ein 2:2. In der Meisterschaft heissen die Gegner Gossau 2 (5. Rang), Ebnat-Kappel (10.) und Uznach (3.).

Domenico Troccoli, Trainer der Drittligisten des FC Herisau

Domenico Troccoli, Trainer der Drittligisten des FC Herisau

Bild: PD

Die Herisauer trainieren seit Anfang März. Trainer Troccoli sagt: «Es ist motivierend, wieder ein Ziel vor Augen zu haben.» Das Training ohne Körperkontakt und mit Maske sei für die Spieler nicht einfach gewesen. Natürlich hätte man gerne eine komplette Meisterschaft gespielt, so Troccoli. Und weiter:

«Nun entscheidet sich alles innert zwei Wochen. Die Ausgangslage ist spannend, aber wir haben es in den eigenen Händen.»

Egal in welcher Liga, Troccoli und Simoglou werden bei Herisau auch in der nächsten Saison an der Seitenlinie stehen.

Für die Viertligisten ist die Saison beendet

Für die Viertligisten des FC Urnäsch und der Spielgemeinschaft Teufen-Bühler ist die Saison zu Ende, da die Vorrunde vor dem Lockdown beendet wurde. Urnäsch könnte von der zweiten Mannschaft des FC Herisau noch auf den dritten Platz verdrängt werden. Herisau spielt noch gegen den Leader Staad. Teufen-Bühler bleibt auf dem achten Rang der Gruppe 4.

Erstligistinnen schaffen Ligaerhalt

Die Erstligistinnen spielten seit längerem wieder in einem speziellen Modus. Der FC Appenzell beendete am Wochenende die Aufstiegsrunde auf dem fünften Rang. Der FC Bühler schaffte über den Gang in die Abstiegsrunde den Klassenerhalt.