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REGION: Träumerisch, aufwühlend

Nach Auftritten in Nesslau und Rapperswil gastierte das international ­ausgezeichnete Jugendorchester Il Mosaico auch an der Kantonsschule in Wil.
Peter Küpfer
Entspannt-gespannt: Das Jugendensemble Il Mosaico vereinigt musikalische Präzision mit Spielfreude. (Bild: Peter Küpfer)

Entspannt-gespannt: Das Jugendensemble Il Mosaico vereinigt musikalische Präzision mit Spielfreude. (Bild: Peter Küpfer)

Peter Küpfer

redaktion@toggenburgmedien.ch

Das Konzert des Jugendorchesters – es steht seit vielen Jahren unter der Obhut der Kantonsschule Wattwil und der Musikschule Toggenburg – gelangte nach Auftritten in Nesslau und Rapperswil auch an die Kanti Wil. Der Auftritt war eine attraktive Gelegenheit für die Musikerinnen und Musiker zum Zusammenspiel mit drei hoch talentierten jungen Solisten. Ihnen allen war die Freude am anspruchsvollen musikalischen Geschehen anzusehen.

Die Eröffnung erfolgte mit dem reizvollen Hornkonzert Nr. 2 in D-Dur von Joseph Haydn. Der aus Steinach stammende Solist Ivo Dudler, Horn, spielt sein Instrument schon seit dem zwölften Lebensjahr. Gegenwärtig ist seine musikalische Karriere auf Berlin, Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker, konzentriert. Seit September ist er Solohornist der Radiophilharmonie Hannover. In den drei Sätzen des Konzerts aus Haydns Reifezeit zeigte sich sein Können in allen Sparten. Einmal variierte sein sehnsüchtiges Instrument die von einem hoch aufmerksamen Ensemble vorgelieferten Motive, die er in virtuosen Koloraturen variierte, dann wieder preschte er in eiligen Läufen voraus. Das Wechselspiel war reizvoll und das Publikum bedachte die glänzende Eröffnung mit viel Beifall.

Hochmusikalische Lerche

Auf eine andere Art reizvoll war die darauffolgende Intonierung des Kabinettstücks «The Lark Ascending», die aufsteigende Lerche, aus der Feder des eng­lischen Komponisten Ralph Vaughan Williams (1872–1958). Seine Komposition für Solo­violine und Kammerorchester stammt aus dem Jahr 1920.

Es handelt sich um einen ­genialen «Lauschangriff auf eine Lerche», ganz mit den Mitteln einer solistischen Violine und einem hellwachen Kammer­orchester bewerkstelligt. Zusammen mit der virtuosen Geige, ­gespielt von der international ausgezeichneten jungen Solistin Bami Song, verfolgte man den erst etwas zögerlichen, dann immer selbstbewusster in Kreisen aufsteigenden Singflug einer Lerche in die Morgensonne – ein musikalisches Erlebnis. Bami Song, seit frühester Kindheit mit der Musik verwachsen und mit mehreren angesehenen internationalen Preisen ausgezeichnet, zeichnete das Trillern und Tirilieren des begabten Vögelchens überzeugend nach. Dabei kam ihr ihre bis in letzte Feinheiten ausge­reifte Streichtechnik entgegen, gleichzeitig warm und kristallklar. Die anforderungsreiche Vorgabe der Solistin nahm das Ensemble mit sichtlicher Freude auf. Es setzte dem schwirrenden Lerchenflug oft betont langsame und irdische Tonwellen entgegen, sodass vor dieser Musik hörbare Landschaften entstanden, die weit unten vorbeizogen. Daran hatten auch die lyrisch-­zurückhaltenden Bläser ihren speziellen Anteil.

Den Abschluss des abwechslungsreichen Konzertes bildete das Klavierkonzert Nr. 2 in B-Dur (op. 19) von Ludwig van Beet­hoven. Aus der frühen Schaffensphase des Komponisten stammend, zeigt es entschieden die persönlichen Züge des Kom­ponisten. Am Flügel spielte sich Solist Mathis Bereuter schnell in die Herzen des Publikums. Der auf renommierten Musikfestivals gesuchte Solist hat sich inter­national einen Namen gemacht. Mit schnellen, manchmal glasklar ­gehämmerten, chromatischen Läufen peitschte er das En­semble auf. Dem folgten elegisch-träumerische Partien, welche das Orchester wieder in ruhige, oft innig-aufwühlende Bahnen leiteten. Das dramatische Wechselspiel stiess beim jungen En­semble und seinem Solisten auf offensichtliche Freude, die sich eins zu eins aufs Publikum übertrug.

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