REGION: «Mit den Wörtern ein Bild zeichnen»

«Ein Satz über einen, der auf einer Telefonzelle steht» – mit dieser Kurzgeschichte gewann Ralf Bruggmann vergangenen Samstag den Schreibwettbewerb des Amtes für Kultur Appenzell Ausserrhoden. Nebst dem Jurypreis holte er sich auch den Publikumspreis.

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Ralf Bruggmann, Gewinner Schreibwettbewerb Amt für Kultur AR. (Bild: pd)

Ralf Bruggmann, Gewinner Schreibwettbewerb Amt für Kultur AR. (Bild: pd)

«Ein Satz über einen, der auf einer Telefonzelle steht» – mit dieser Kurzgeschichte gewann Ralf Bruggmann vergangenen Samstag den Schreibwettbewerb des Amtes für Kultur Appenzell Ausserrhoden. Nebst dem Jurypreis holte er sich auch den Publikumspreis. Der 39jährige Schreiberling, der in einer Werbeagentur als Texter arbeitet, erzählt, was sich seit der erhaltenen Auszeichnung verändert hat.

Herr Bruggmann, waren Sie schon in der Schule stark im Schreiben?

Ich habe schon damals gern geschrieben und bekam auch ordentliche Noten. Ausser bei diesem einen Lehrer, dem meine Auseinandersetzungen mit den Themen nie gefallen haben.

Haben Sie damit gerechnet, dass Sie den Ausserrhoder Schreibwettbewerb gewinnen?

Damit gerechnet habe ich sicher nicht. Wohl auch, weil ich nicht unbedingt glaube, dass dieser Text der beste ist, den ich je geschrieben habe. Zum Glück decken sich Eigen- und Fremdwahrnehmung nicht immer.

Was hat sich bei Ihnen seit dem letzten Samstag getan?

Es gab einige schöne Reaktionen zum Gewinn und zum Textbeitrag. Ein konkretes Angebot in Bezug auf meine Texte hat sich aber noch nicht ergeben.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit nur einem Satz einen Text zu schreiben?

Der Grundgedanke ist nicht neu. Ich habe schon einige Geschichten in dieser Form verfasst. Zum Thema «Aussicht» wollte ich einen sehr aussergewöhnlichen Ausblick wählen und habe mich für die Telefonzelle entschieden. Beim Schreiben geht es mir meistens darum, ein Gefühl zum Ausdruck zu bringen oder mit den Wörtern ein Bild zu zeichnen.

Gibt es eine spezielle Aussage, die Sie mit dem Text mitgeben wollen?

Der Leser soll selbst entscheiden, was der Text für ihn bedeutet. Leser sehen Dinge in einer Geschichte, die mir nicht auffallen, oder ich will eine Aussage vermitteln, die sich dem Leser gar nicht offenbart. Wenn ich auf Erklärungen verzichte, kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

Was sind Ihre weiteren Projekte?

Das Schreiben werde ich nicht lassen können. Ideen sind einige im Hinterkopf, im Moment ist aber noch keine davon spruchreif. (rz)