REGION: Milben bedrohen das Leben der Füchse

Seit mehreren Jahren wütet die Fuchsräude nicht nur im Werdenberg, sondern auch in der übrigen Ostschweiz und in Liechtenstein. Aktuell gibt es hier wieder etwas mehr Fälle. Dies hängt mit der Fortpflanzungszeit der Tiere zusammen.

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Räudekranke Füchse zeigen häufig Verhaltensstörungen – wie beispielsweise fehlendes Fluchtverhalten. (Bild: iStock)

Räudekranke Füchse zeigen häufig Verhaltensstörungen – wie beispielsweise fehlendes Fluchtverhalten. (Bild: iStock)

Die Fuchsräude ist eine hochansteckende, tödliche Krankheit. Sie führt bei Füchsen meistens innerhalb von drei bis vier Monaten zum Tod. 2013 ist die Fuchsräude im Werdenberg aufgetaucht. Zuvor gab es im Kanton St. Gallen nur vereinzelte Fälle. Bereits 2015 sind im Werdenberg viele Füchse an der Räude erkrankt, und auch in diesem Jahr gab es laut dem zuständigen Wildhüter Silvan Eugster wieder Fälle von erkrankten Tieren. «Der Fuchsbestand ist von dieser Krankheit in der Regel immer mehrere Jahre betroffen», erklärt Silvan Eugster. Da der Bestand relativ hoch sei, kommen genügend Tiere miteinander in Kontakt, damit die Fuchsräude nicht abbricht. Besonders hoch ist der Kontakt zur Ranzzeit im Januar und Februar, wenn sich die Füchse fortpflanzen. «Zudem überträgt eine erkrankte Füchsin die Räude auch an ihre Welpen», so Eugster. Im Vergleich zu den letzten Jahren hat die Räude tendenziell etwas abgenommen. Ob sie deswegen bald überstanden ist, lässt sich laut Silvan Eugster nicht voraussagen. Der gleichen Meinung ist auch sein Toggenburger Kollege Urs Büchler. «Wir hatten das ganze letzte Jahr sehr viele Fälle zwischen Wildhaus und Stein. In Nesslau und Ebnat-Kappel waren weniger Füchse erkrankt. In den letzten Wochen ist es im Toggenburg ruhiger geworden», sagt er. Der erste Fall trat in Büchlers Aufsichtskreis im 2013 auf. Die Fuchsräude rottet den Fuchsbestand nicht aus. «Irgendwann ist die Dichte an Füchsen so tief, dass zu wenig Kontakt für Ansteckung stattfindet. Zudem ist es möglich, dass einzelne Füchse die Krankheit überstehen», sagt Eugster.

Hervorgerufen wird die Fuchsräude von Grabmilben, die sich in die Haut der Tiere einnisten und dort Eier legen. Das führt zu Haarausfall, Entzündungen und starkem Juckreiz. Wegen Letzterem kratzen sich die Füchse das Fell auf, und es kommt zu weiteren Infektionen. Typischerweise streunen die Füchse dann apathisch durch die Gegend und verenden schliesslich an den Entzündungen, an Schwäche und an Hunger. Damit räudige Füchse die Krankheit nicht übertragen und nicht leiden müssen, werden sie von Jägern geschossen. Wer Füchse mit Anzeichen für Räude sichtet, sollte dies dem Wildhüter oder einem Jäger melden.

Räude ist für Hunde ansteckend

Fuchsräude ist auch auf Hunde übertragbar. Ein besonderer Grund zur Beunruhigung ist die Fuchsräude für Hundehalter jedoch nicht. Grundsätzlich ist die Räude bei Hunden gut therapierbar. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Die Milben können sich im menschlichen Körper nicht fortpflanzen. (kru)