REGION: «Ein Arzt sollte nicht auf Facebook sein»

Immer mehr Ärzte posten auf Facebook Fotos und Videos von Alltagssituationen. Nun reagiert die Ärztevereinigung FMH. Sie veröffentlichte gestern Richtlinien auf fünf Seiten, wie sich Ärzte auf sozialen Netzwerken verhalten sollen. Dabei stehen Foto- und Videoaufnahmen besonders im Fokus.

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Andreas Moser, Kantonsarzt und Spitalrat des Kantons Appenzell Innerrhoden (Bild: pd)

Andreas Moser, Kantonsarzt und Spitalrat des Kantons Appenzell Innerrhoden (Bild: pd)

Immer mehr Ärzte posten auf Facebook Fotos und Videos von Alltagssituationen. Nun reagiert die Ärztevereinigung FMH. Sie veröffentlichte gestern Richtlinien auf fünf Seiten, wie sich Ärzte auf sozialen Netzwerken verhalten sollen. Dabei stehen Foto- und Videoaufnahmen besonders im Fokus. Die Vertraulichkeit der Patienteninformationen und das Arztgeheimnis soll auch im Internet strickt eingehalten werden. Andreas Moser ist Kantonsarzt und Spitalrat des Kantons Appenzell Innerrhoden. Er weiss um die Problematik und erklärt stellvertretend, weshalb unüberlegte Bilder auf Facebook gefährlich werden können.

Herr Moser, was halten Sie von der Diskussion über Ärzte, im Zusammenhang mit Facebook?

Für mich ist diese Debatte überflüssig. Ich bin nicht bei Facebook angemeldet und werde es auch nie sein. Trotzdem finde ich es wichtig, dass dieses Thema angesprochen wird.

Könnte durch Facebook die Distanz zu den Patienten gefährdet werden?

Ja, wenn Facebook-Nutzer unvorsichtig sind und nicht überlegen, bevor sie etwas publizieren. Ein Foto oder Video ist schnell gemacht und verbreitet sich in kürzester Zeit im Internet.

Sollte der Umgang mit sozialen Netzwerken schon im Medizinstudium thematisiert werden?

Ja, auf jeden Fall. Den Studierenden sollte aufgezeigt werden, wie negativ sich Patienteninformationen am falschen Ort auswirken können.

Finden Sie, dass Ärzte eine Freundschaftsanfrage von Patienten bestätigen dürfen?

Meiner Meinung nach sollte ein Arzt nicht auf Facebook sein. Er sollte sich strikt an die Vorgaben halten. Eine Freundschaftsanfrage zu bestätigen, ist sehr heikel. Der Arzt gefährdet sich im Endeffekt selbst.

Ist die Facebook-Problematik auch hier in der Region bekannt?

Nein, soweit ich das bis jetzt mitbekommen habe, ist das hier in der Umgebung noch keine Diskussion.

Wird dieses Thema in der Zukunft noch mehr zur Sprache kommen?

Ja, man wird in den nächsten Jahren noch mehr darüber sprechen müssen. Die Welt spielt sich immer mehr auf dem Handy und dem Computer ab. Das wird auch an den Ärzten nicht vorbeigehen. Man muss einfach wissen, wie man damit umgeht. (rz)