REGION: Die Antwort folgt singend

Der Lichtensteiger Komponist Christoph Mauerhofer hat im Auftrag des Toggenburger Kirchenmusikverbandes eine Messe komponiert. Sie wird am 7. Mai uraufgeführt.

Peter Küpfer
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Mit Leib und Seele dabei: Leiter Christoph Mauerhofer und der Kirchenchor Bazenheid bei einer ihrer Hauptproben. (Bild: Peter Küpfer)

Mit Leib und Seele dabei: Leiter Christoph Mauerhofer und der Kirchenchor Bazenheid bei einer ihrer Hauptproben. (Bild: Peter Küpfer)

Peter Küpfer

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Christoph Mauerhofers Agenda ist in diesen Tagen prall gefüllt. Eben hat er in Olten, wo er seit einigen Jahren als Hauptorganist an der St. Marienkirche wirkt, eine Passionsaufführung hinter sich. An der österlichen Eucharistiefeier in der katholischen Kirche Bazenheid stand die Messe «Benedictus qui venit» des zeitgenössischen australischen Komponisten George Palmer auf dem Programm. Sie wurde am Weltjugendtag in Sidney uraufgeführt, dann nur noch selten. Bazenheid mit seinem Kirchenchor unter der Leitung von Christoph Mauerhofer wurde damit zum ersten europäischen Uraufführungsort des eindrücklichen Werks. An Pfingsten folgt die Aufführung von Mozarts Orgelsolomesse in der Kirche Bazenheid.

Aber damit nicht genug: Der Kirchenchor Bazenheid ist auch namhafter Mitwirkender eines kommenden Ereignisses für die Kirchenmusik im Toggenburg.

An der Delegiertenversammlung des Kirchenmusikverbandes Toggenburg von Sonntag, 7. Mai, leitet Christoph Mauerhofer die Uraufführung seiner für diesen Anlass komponierten Messe «St. Cäcilia», welche mit allen katholischen Kirchenchören des Toggenburgs aufgeführt wird. Trotz dieser vielen Anlässe hat der junge Komponist vor der Probe in der Kirche Bazenheid, oben auf der Empore, noch Zeit für ein entspanntes Gespräch.

Tradition und Moderne

Mit seiner Messe will der in Lichtensteig aufgewachsene Komponist und Kirchenmusiker traditionelle Kirchenmusik mit modernen Klängen verbinden. Ähnlich wie in seiner für «Cantars» komponierten «Psalmodie» führt Mauerhofer seinen eigenen Musikstil konsequent weiter, mit ansprechenden, oft weit ausgreifenden Klängen, in denen die musikalische Tradition in der breiten musikalischen Erfahrung des Komponisten aufscheint und umgewandelt wird. Schon in frühester Kindheit spielte Mauerhofer Klavier. Einer seiner Klavierlehrer an der Kanti Wattwil war Pianist und Organist Wolfgang Sieber. Sieber verstärkte den Zugang des jungen Musikers zur Orgel, welche Mauerhofer schon ab dem zwölften Lebensjahr spielte. «Der Kanti Wattwil und ihren Musikpädagogen verdanke ich meine breiten musikalischen Grundlagen. Ich befasste mich schon dort nicht nur mit klassischer Musik, sondern auch mit Jazz und Gospel.»

Der in einer protestantischen Familie aufgewachsene Musiker hat kein Problem mit der Tatsache, dass es verschiedene Religionen und Konfessionen gibt. Seit seinem Abschluss an der Hochschule Luzern ist Mauerhofer aktiver und initiativer Kirchenmusiker an der St. Marienkirche in Olten. Er zeigt sich beeindruckt vom Ernst und der Feierlichkeit der katholischen Liturgie, die ihn auch musikalisch inspirieren. «Musik soll Freude bereiten und die Menschen verbinden», sagt Mauerhofer. «Meine Messe soll singbar sein, sie sollte auch nachhaltig sein. Deshalb habe ich meine Messe ‹St. Cäcilia› nicht nur für Chor und Orgel, sondern auch für die Gemeinde verfasst. Der Chor singt eingängige Passagen vor, die Gemeinde antwortet. So werden Teile der Messe auch in anderen Zusammenhängen einsetzbar.»

Wie der Fisch im Wasser

Nach und nach versammeln sich die über 40 Sängerinnen und Sänger auf der Empore. Die prächtige Orgel mit Entstehungszeit um 1900 ist ein Schmuckstück, teilt den Chor aber in zwei Teile: anspruchsvolles Singen im Ensemble.

Nach dem Einsingen geht es zielbewusst zum Kern, der am nächsten Tag vorzuführenden australischen Messe. Hier handelt es sich «nur» noch um den letzten Schliff, der Chor wirkt sicher und motiviert. An der Orgel, gleichzeitig sein Dirigentenpult, wirkt Mauerhofer buchstäblich mit Händen und Füssen. Mit Händen nur, wenn ihm die Partitur das Heben einer Hand erlaubt. Sonst sind sie fest mit den Manualen verwachsen, so dass Mimik und Kopf ausreichen müssen, die Einsätze zu geben. Eine eigens eingeschaltete «Kostprobe», ein Ausschnitt aus der neuen Messe, macht es deutlich: Hier erklingt grosse, klangstarke und ausgreifende Musik im schönen Zusammenspiel aller – Musik verbindet tatsächlich.

Gottesdienst mit Uraufführung der Messe «St. Cäcilia», Sonntag, 7. Mai, 10.30 Uhr, Klosterkirche Neu St. Johann.