REGION: Botschaft gilt noch immer

«Familie von Flüe» – dies der Name des Theaterstücks des Theaterregisseurs Peter Bernhardsgrütter, das in den kommenden Wochen in mehreren Kirchen und Kapellen der Region zur Aufführung gelangt.

Beat Lanzendorfer
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Die Protagonisten des Theaters, von links: Paul Gemperle, Urs Rütsche, Philipp Guldimann, Sebastian Huber, Margrit Stadler, Peter Bernhardsgrütter, Anita Huber, Doris Scherrer und Hugo Forrer (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Die Protagonisten des Theaters, von links: Paul Gemperle, Urs Rütsche, Philipp Guldimann, Sebastian Huber, Margrit Stadler, Peter Bernhardsgrütter, Anita Huber, Doris Scherrer und Hugo Forrer (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Beat Lanzendorfer

beat.lanzendorfer@

toggenburgmedien.ch

2017 jährt sich das Geburtsjahr der Leitfigur und des Schweizer Schutzpatrons Niklaus von Flüe (1417 bis 1487), bekannt als Bruder Klaus, zum 600. Mal. Eine zentrale Figur in der Lebensgeschichte des Niklaus von Flüe, mittlerweile auch in der Überlieferung, ist seine Frau Dorothee. Niklaus von Flüe verliess sie 1467, um die Zwiesprache mit Gott zu finden. Sie wird heute verehrt wie der heilige Bruder Klaus. 1984 sprach Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im Flüeli-Ranft von der «heiligmässigen Frau Dorothee». Sie habe den Weg für den Heiligen und Friedensstifter freigemacht.

Theaterstück wirft Blick auf seine Frau

Aus Anlass des Gedenkjahres haben Peter Bernhardsgrütter und Pascal Egli aus den Schriften und weiteren Unterlagen dieses Theaterstück geschrieben, das einen Blick auf seine Frau Dorothee und die ganze Familie von Flüe wirft. Wer war Dorothee von Flüe, von der man lediglich weiss, dass sie die Frau des Niklaus von Flüe gewesen ist, mit ihm zehn Kinder hatte und ihn später als Einsiedler in den Ranft ziehen liess? In einem fiktiven Gespräch mit ihr, dem ältesten Sohn, einer Tochter, den Nachbarn, dem Pfarrer und einem Chronisten wird auf der Bühne Dorothees Weg nachgezeichnet. Wie fand diese Frau aus Angst und Ratlosigkeit über das Weggehen ihres Mannes heraus zu einem aktiven Ja, das aus tiefer Liebe gewachsen ist? Dazu zitiert Peter Bernhardsgrütter aus dem Theaterstück mit historischem Hintergrund: «Sie sagten Ja. Er hatte ein Ziel. Er hatte eine Vision. Sie sah die Lücke. Sie spürte den Verlust. Sie sagten dennoch Ja.» Die Botschaft, die der Ratgeber und Friedensstifter vor 600 Jahren verkündete, hat nach wie vor ihre Gültigkeit. «Mir geht es darum, den Menschen aufzuzeigen, wie wichtig Dankbarkeit auch in der heutigen Zeit ist», erklärt der Regisseur. «Im Weiteren ist es eine gute Gelegenheit, andere Wege einzuschlagen, die Kirchen und Kapellen sinnvoll zu nutzen.»

Zehn Laienschauspieler der Region

Das Theaterprojekt mit zehn Laienschauspielern, Statisten und Helfern wird an mehreren Orten aufgeführt. Die Mitglieder treffen sich zurzeit mehrmals wöchentlich, um sich auf die Aufführungen vorbereiten zu können. Der Startschuss fällt am 16. September in der Kapelle in Müselbach, fixiert sind auch Termine in Libingen und in Heiligkreuz. Weitere Daten sind in Abklärung und werden demnächst publiziert.

Aufführungsdaten: Kapelle Müselbach: Samstag, 16. September, 19.30 Uhr. Sonntag, 17. September, 19.00 Uhr. Freitag, 22. September, 20 Uhr. Kirche Heiligkreuz TG: Montag, 18. September, 19.30 Uhr. Kirche Libingen: Donnerstag, 21. September, 19.30 Uhr. Einlass und Verpflegung neunzig Minuten vor Spielbeginn. Keine Sitzplatznummerierung. Reservationen unter 071 947 24 78 oder info@kultra.ch. Eintritt frei, Kollekte. www.kultra.ch