Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

REGION: Abfälle soll es nicht mehr geben

Erst das Business-Frühstück, dann die Konfrontation mit den «Herausforderungen der Fleischbranche»: Am Martiniforum des Jungunternehmerzentrums liess sich Micarna-CEO Albert Baumann in die Karten schauen.
Andrea Häusler
Albert Baumann, Unternehmensleiter der Micarna-Gruppe, referierte über die künftigen Herausforderungen in der Lebensmittelbranche und die wachsende Bedeutung der Aus- und Weiterbildung. (Bilder: Andrea Häusler)

Albert Baumann, Unternehmensleiter der Micarna-Gruppe, referierte über die künftigen Herausforderungen in der Lebensmittelbranche und die wachsende Bedeutung der Aus- und Weiterbildung. (Bilder: Andrea Häusler)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Albert Baumann ist gelernter Metzger. Ein Beruf, der dem Verschwinden, spezialisierten Ausbildungen, wie Fleischfachmann, Fleischtechnologe oder Geflügelfachmann weichen wird. Davon ist der CEO der Micarna überzeugt. «Die Anpassung der heutigen Berufsbilder und die Vernetzung der Berufsgruppen sei eine enorme Herausforderung», sagte er vor den rund 100 Vertretern aus Wirtschaft und Politik im Lindensaal. Sukzessiv werde die Digitalisierung in sämtliche Bereiche vordringen: «Maschinen werden mit Maschinen, Anlagen mit Anlagen kommunizieren. Der Konsument wird selbständig Bestellungen auslösen – Stichwort ‹E-Commerce-Projekt›.» Albert Baumann ist überzeugt, dass es in Zukunft nur noch wenige Berufe geben wird, in denen keine IT/Digitale-Affinität gefordert ist. Entsprechend zentral ist der Stellenwert der Ausbildung in der Micarna-Gruppe, wo derzeit Jugendliche in 18 Berufen ihre Lehren absolvieren. Modern und innovativ: Das Programm «Mazubi Island», das Lernenden die Führung eines virtuellen Unternehmens ermöglicht, gilt über die Branche hinaus als visionär.

Bio-Produkte können die Welt nicht ernähren

Und was wird der Konsument eben dieser Zukunft verlangen? «Die Gruppe stellt sich der agronomischen Entwicklung. Derzeit stehe die biologische Produktion im Fokus. Damit werde man die Welt aber nicht ernähren können», sagte Albert Baumann und nannte das Stichwort «Ressourcen-Effizienz». Diese sei beispielsweise beim Bio-Geflügel nicht gegeben. Dessen Produktion sei, aufgrund der längeren Lebenszeit der Tiere, weder ökonomisch noch ökologisch. Nebst einer artgerechten Tierhaltung, kurzen Transportwegen und einer schonenden Schlachtung müsse eine 100-prozentige Verwertung des Tieres möglich werden. «Den Begriff Abfall wollen wir nicht mehr hören.»

Insektenmanager für zwei Jahre

Geht es um Innovation im Produktbereich, lohnt der Blick über die Grenzen. Micarna-Innovationsweeks ermöglichten es, internationale Trendluft zu schnuppern. Aber nicht nur solche. Inputs lieferten jedoch auch die Medien, die Läden und Restaurants der Welt, betonte Baumann. Ideelle Anregungen wie etwa den Konsum von Insekten? «Mit unserem Produkt ‹Pop Bugs› haben wir einen Innovationspreis gewonnen. Und explizit für den Aufbau dieses Bereichs wurde ein Insektenmanager eingestellt.» Das Thema sei interessant. Über die Verwendung als Nahrungsmittel hinaus. «Nehmen wir die Fliege auf dem Kuhfladen. Sie bleibt gesund. Möglicherweise verfügen Insekten über Abwehrstoffe, die wir in der Fleischproduktion nutzen könnten. Ein spannender Gedanke.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.