Regeln für den Wald einhalten

Waldbesitzer müssen viele Regeln beachten. Einige davon riefen ihnen an ihrer Hauptversammlung die Verantwortlichen in Erinnerung. Erste Erkenntnisse konnten aus dem Projekt zu Rotwildschäden gezogen werden.

Martin Brunner
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Die Appenzeller Waldbesitzer trafen sich im Lehmen in Weissbad. (Bild: mbr)

Die Appenzeller Waldbesitzer trafen sich im Lehmen in Weissbad. (Bild: mbr)

WEISSBAD. 54 Waldbesitzer aus den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden konnte Jakob Freund im Waldgasthaus Lehmen in Weissbad begrüssen. Der Präsident des appenzellischen Waldwirtschaftsverbandes freute sich, dass die Mitglieder dem Beitritt zur Holzkette St. Gallen und zum Verein Energie AR/AI zustimmten. Die Statutenrevision ging zügig und ohne Gegenstimmen über die Bühne. Ebenso erfreulich ist die finanzielle Situation des Verbandes mit einem Jahresgewinn von fast 2400 Franken. Vorstand und Revisoren wurden für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt.

Checkliste bei Wildschäden

Sorgen machte sich Albert Elmiger vom Oberforstamt Appenzell Innerrhoden. An einigen Beispielen zeigte er zudem, dass viel zu viel Wald illegal abgeholzt wird. Solche Fälle würden aufgegriffen und rechtlich verfolgt, sagte er. Dasselbe gelte für illegal erstellte Bauten wie Baumhütten und ähnliches. Feuern im Wald sei nur mit speziellen Bewilligungen möglich. Bei Wildschäden gebe es eine neue Checkliste, in der die Verantwortlichkeiten geregelt seien. Die Holznutzung für den Eigenbedarf betrage zehn Kubikmeter pro Waldbesitzer. Ärger bereiteten ihm auch jene, die mit ihren Quads kreuz und quer durch einen Wald fahren. Sein Kollege Heinz Nigg vom Ausserrhodischen wies darauf hin, dass die Waldplanung bis 2017 überall mit den entsprechenden Forstbetriebsplanungen ergänzt werde.

Zertifizierung ernst nehmen

In beiden Kantonen Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden sind 6400 der total 12 600 Hektaren Wald zertifiziert. 54 öffentliche (fast alle) und 1450 private Waldbesitzer machen dabei mit. Das Vorstandsmitglied Peter Ettlinger forderte die Waldbesitzer auf, diese Zertifizierung ernst zu nehmen und die Regeln einzuhalten. Wer die Unterschrift für die freiwillige Teilnahme leiste, übernehme auch die Verantwortung für die Umsetzung, sagte er. Bionormen, Schutz bei Waldarbeiten und einiges mehr gehören dazu. Freude bereitete Peter Ettlinger, dass 79 Prozent des verkauften Holzes aus zertifizierten Wäldern stammt. Das weise auf eine gute Waldbewirtschaftung hin. Zu Gast war auch Max Binder, Präsident von Waldwirtschaft Schweiz, mit seinem Direktor Markus Brunner. Der Bund wolle eine bessere Nutzung von Schweizer Holz, sagte Binder. Das treffe vor allem die voralpine Region. Deshalb müsse in der Revision des Waldgesetzes festgehalten werden, dass der Bund bei den Infrastrukturkosten ausserhalb von Schutzzonen finanziell mithelfe. Für die Aufnahme dieser im Moment gestrichenen Bestimmung setze er sich ein.