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Reform der Altersvorsorge ist unausweichlich

Gastbeitrag
Armin Stoffel, Herisau

Die Eidgenössischen Räte haben am 17. März dieses Jahres eine Reform der Altersvorsorge 2020 verabschiedet. Im Ständerat gab es mit 27 zu 18 Stimmen eine deutliche Mehrheit; in der Volkskammer war die Zustimmung äusserst knapp. Ich hätte mir für dieses Jahrhundert-Projekt eine breiter abgestützte Mehrheit gewünscht. Aber die Fronten waren beidseits derart verhärtet, dass leider keine Bewegungen mehr möglich waren. Die Volksabstimmung ist am 24. September 2017.

Aus der Geschichte lernen

Unsere AHV wurde im Jahre 1948 eingeführt. In den Jahren zwischen 1951 und 1997 sind 10 AHV-Revisionen erfolgreich umgesetzt worden. Seither sind alle weiteren Versuche gescheitert, nämlich eine 11. Revision in der Volksabstimmung im Jahre 2004 sowie eine nächste Vorlage 2010 bereits im Parlament. Seit genau 20 Jahren sind wir also unfähig, unser wichtigstes Sozialwerk den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Am 24. September haben wir die nächste Chance, die wir deshalb unbedingt nutzen sollten, weil der Handlungsbedarf unbestrittenermassen gross und zeitlich dringlich ist.

Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt ständig. Gleichzeitig beziehen die heutigen Rentnerinnen und Rentner dank der höheren Lebenserwartung immer länger eine Rente. Und schliesslich liegen die Kapitalerträge seit Jahren weit unter den Erwartungen. Diese drei Tatsachen stellen unsere Altersvorsorge vor grosse finanzielle Probleme. Erstmals beantragen uns Bundesrat und Parlament eine gleichzeitige Reform sowohl bei der ersten (AHV) als auch bei der zweiten Säule (berufliche Vor­sorge).

Konkrete Schritte in die richtige Richtung

Das Reform-Projekt sieht vier wichtige und zielführende Massnahmen vor. Erstens wird das Rentenalter der Frauen auf 65 Jahre erhöht. Zweitens wird ein flexibler Rentenbezug zwischen 62 und 70 Jahren möglich. Drittens wird der BVG-Umwandlungssatz von heute 6,8 Prozent auf neu 6,0 Prozent gesenkt. Und viertens wird die Altersvorsorge im tiefen und mittleren Einkom-mensbereich sowie für Teilzeitbeschäftigte verbessert.

Die Vorlage ist vielschichtig und komplex. Sie setzt deshalb Vertrauen in den Bundesrat sowie in die Eidgenössischen Räte voraus. Ich hoffe, dass auch Ihnen der Spatz in der Hand lieber ist als die Taube auf dem Dach. Ein Nein am 24. September 2017 bedeutet nämlich die Ablehnung einer zwingend nötigen und zielführenden Reform.

Armin Stoffel, Herisau

redaktion@appenzellerzeitung.ch

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