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Recycling mit Leidenschaft

Schönenberger Recycling Toggenburg AG in Lichtensteig ist seit vier Generationen im Familienbesitz. In den nächsten fünf Jahren sollen Innovationen das Unternehmen fit machen für die Übergabe an die fünfte Generation.
Ruben Schönenberger
Ernst Hedinger, Sandra und François Schönenberger (von links) vor zwei ihrer neuen Maschinen. (Bild: Ruben Schönenberger)

Ernst Hedinger, Sandra und François Schönenberger (von links) vor zwei ihrer neuen Maschinen. (Bild: Ruben Schönenberger)

LICHTENSTEIG. Wann immer möglich, sollen Wertstoffe der Wiederverwertung zugeführt werden. Was für viele Leute zumindest eine Empfehlung darstellt, ist bei der Schönenberger Recycling Toggenburg AG das Firmenmotto. Im Flooz in Lichtensteig nimmt das Recycling-Unternehmen beinahe alles entgegen, was Kundinnen und Kunden gerne entsorgen möchten.

Als Händler gestartet

Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1889 von Jakob Schönenberger. Dieser sah sich allerdings damals noch als Händler, obwohl er mit dem Rückbau von Stickereimaschinen zumindest ansatzweise bereits eine Form von Recycling betrieb. Nach Umwegen über Bütschwil und Wattwil bezog die Firma 1905 das jetzige Firmengelände im Bunt. Auf dem Areal standen damals eine Bäckerei mit Lagerraum und ein weiteres Haus mit einem Pferdestall.

Über die Jahre hat Jakob Schönenberger die Firma ausgebaut und dabei sein Tätigkeitsgebiet sowohl inhaltlich als auch geographisch erweitert. Die Abholung von Alteisen und der Rückbau anderer Maschinen führte ihn bis nach St. Gallen, wofür er auch früh einen ersten Lastwagen anschaffen musste. Die Autonummer 28 ist noch heute im Firmenbesitz.

1925 tat sich Jakob Schönenberger mit seinem Sohn, der ebenfalls Jakob hiess, zusammen und gründete eine Kommandit-Gesellschaft. Der Sohn wäre eigentlich lieber in eine Bank eingetreten. Das durfte er aber nicht, weiss Sandra Schönenberger. Die jetzige Verwaltungsratspräsidentin sagt: «Das wurde nicht goutiert. Aber obwohl er mehr oder weniger zur Mitarbeit und später zur Übernahme der Firma verdonnert wurde, hat er sich den Mitarbeitenden gegenüber immer gut verhalten.» Auch in schwierigen Zeiten wie dem Zweiten Weltkrieg sei es so nicht zu Entlassungen gekommen.

Vierte Generation

Die Firma ist nach wie vor im Familienbesitz. François Schönenberger, der Urenkel des Firmengründers, hat das Unternehmen im Jahr 1984 übernommen. «Ihn musste man nicht zwingen, er hat Recycling-Blut in den Adern», lacht Sandra Schönenberger. Unter ihrem Mann hat sich die Firma nochmals weiterentwickelt. Privatpersonen können im Drive-in ihre zu entsorgenden Güter bequem abliefern, vieles davon kostenlos. Aber auch in der Anzahl der verwerteten Rohstoffe hat die Firma noch mal einen Schritt gemacht. «Das Konzept ist breit gefächert, deshalb bin ich so überzeugt davon», beschreibt Geschäftsleitungsmitglied Ernst Hedinger die Philosophie der Firma. Sandra Schönenberger pflichtet ihm bei: «Es gibt wenige kleine Firmen, die eine solche Palette anbieten. Ausser Tierkadavern und radioaktiven Abfällen nehmen wir eigentlich alles an.»

Relativ neu wird auch die Entsorgung medizinischer Produkte angeboten. Sandra Schönenberger hat als Fachärztin für Anästhesie und langjährige Rega-Ärztin viel Erfahrung in diesem Bereich, die ihr nun zugute kommt. Im Spital würde noch viel zu viel einfach weggeschmissen, obwohl beispielsweise Verpackungen nirgends so sauber seien wie dort: «Was vom Spital kommt, wird oft als eklig betrachtet. Das ist aber nicht so.» Die Firma hat deshalb eigens einen Sack für das Recycling von Kunststoff und Papier aus dem Spitalalltag entwickelt. «Es ist ein Unsinn, wenn so hochwertiges Papier oder so hochwertiger Karton einfach verbrannt wird», zeigt sich auch Ernst Hedinger angetan von der neuen Idee.

Aus alt wird neu

Neu ist seit Kurzem auch der Firmenname. Nach Unstimmigkeiten zwischen den Aktionären der ursprünglichen Schönenberger Recycling und Transport AG wird diese jetzt gerichtlich liquidiert. Sandra und François Schönenberger haben deshalb mit Ernst Hedinger und seiner Frau Maja die Schönenberger Recycling Toggenburg AG gegründet. Diese führt sämtliche Geschäfte weiter. Die Abkürzung SRT AG steht für diese neue Firma.

Auch wirtschaftlich musste sich die Firma in der jüngeren Vergangenheit immer wieder auf neue Umstände einstellen. Dazu gehören beispielsweise die Wirtschaftskrise 2008, der starke Franken oder der sinkende Stahlpreis. Im Flooz will man aber lieber in die Zukunft schauen. Eine Neuerung wird in diesem Herbst in Betrieb genommen. Auf dem Gelände der Firma betreiben die Thurwerke eine Fernwärmezentrale. «Wir sind der Hoflieferant», zeigt sich Ernst Hedinger erfreut. Für die Wärmegewinnung wird Holz verwendet, das nicht frisch geschlagen wurde, aber auch nicht zu stark verunreinigt ist, so zum Beispiel Handelspaletten. Die nötigen Abklärungen seien umfangreich gewesen und hätten viele verschiedene Parteien involviert.

Der Schritt über das blosse Recycling hinaus ist denn auch ein erklärtes Ziel der Firma. «Wir wollen uns neu positionieren», erklärt Sandra Schönenberger. «Ich träume davon, dass wir aus den angelieferten Materialien selber wieder einen Rohstoff gewinnen können.» Das soll die Firma innerhalb der nächsten fünf Jahre auch fit machen für die Übergabe an die nächste Generation. Wer das sein wird, ist noch offen. Ebenfalls, ob die Schönenberger Recycling Toggenburg AG im Familienbesitz bleibt. Die Nachkommen von Sandra und François Schönenberger haben deutliches Interesse bekundet. Damit würde die Firma auch in der fünften Generation in der Familie verbleiben.

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