Rechtzeitig zum Hausarzt

Probleme um den Darmausgang sind weit verbreitet. Verschiedene Methoden zur Heilung zeigte Federico Goti in einem Vortrag im Spital Wattwil auf.

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In seinem öffentlichen Vortrag im Spital Wattwil zeigte Federico Goti dem Publikum auf, weshalb es sich lohnt, bei Problemen um den Darmausgang frühzeitig mit einem Arzt zu sprechen. (Bild: pd)

In seinem öffentlichen Vortrag im Spital Wattwil zeigte Federico Goti dem Publikum auf, weshalb es sich lohnt, bei Problemen um den Darmausgang frühzeitig mit einem Arzt zu sprechen. (Bild: pd)

WATTWIL. Der Sonnenkönig Louis XIV., der amerikanische Präsident Carter, Napoleon – drei mächtige Männer, von denen bekannt ist, dass sie unter Problemen am Darmausgang litten. «Diese Leiden sind weit verbreitet und werden trotzdem oft lange ertragen – einfach, weil man sich schämt, darüber zu sprechen», sagt Federico Goti, Chefarzt Chirurgie der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT). Zu Beginn des öffentlichen Vortrags unter dem Titel «Sitzen wie ein König – Probleme um den Darmausgang» im Spital Wattwil zeigte der erfahrene Chirurg am Donnerstagabend eindrücklich auf, wie diese Beschwerden in der Antike, im Mittelalter und zu Zeiten Napoleons behandelt wurden. «Die Art der Behandlung ist im wesentlichen noch die gleiche, nur dass heute die Methoden natürlich ausgefeilter sind», so Federico Goti.

Unterschiedliche Methoden

Die Arten von Erkrankungen im Bereich des Darmausgangs sind vielfältig. Mit gutverständlichen Worten sowie anschaulichen Bildern und Grafiken zeigte Federico Goti auf, wie es zu Hämorrhoiden, Analfissuren und Fisteln kommt oder wodurch eine Inkontinenz entsteht. Gelegentlich sind die Symptome relativ diskret. «Gerade bei Hämorrhoiden ist es oft nur ein Jucken», erläuterte Federico Goti. Je nach Erkrankung gibt es auch unterschiedliche Behandlungsmethoden. Eine ganze Reihe von konservativen Therapien können helfen, je nach Schweregrad jedoch verspricht nur noch ein chirurgischer Eingriff Heilung. «Auch dabei gilt es die richtige Methode für den jeweiligen Patienten zu finden», sagt der Arzt.

Wichtig sei, dass man Probleme nicht verschweige, sondern mit einem Arzt darüber spreche. Nur so könnten früh genug Massnahmen ergriffen werden. Federico Goti empfiehlt daher bei Problemen, die länger als einen Monat andauern, dringend den Gang zum Hausarzt, insbesondere bei Alarmsymptomen wie Blutungen oder Wachsen von Geschwülsten. «Nicht alle Blutungen sind auf Hämorrhoiden zurückzuführen, gelegentlich müssen auch schwerwiegendere Erkrankungen des weiter oben liegenden Darmtraktes ausgeschlossen werden.»

Weitverbreitete Krankheiten

Wie richtig Federico Gotis anfängliche Aussage zur Häufigkeit von Beschwerden im Bereich des Darmausganges ist, zeigten auch die vielen Fragen, welche aus den Reihen der rund hundert Zuhörerinnen und Zuhörer zum Schluss des Vortrags gestellt wurden. Beim anschliessenden Apéro nutzten viele der Anwesenden auch die Gelegenheit, mit Federico Goti oder Farhad Dalir, Oberarzt Chirurgie am Spital Wattwil, über persönliche Probleme zu sprechen und individuelle Fragen zu stellen. (pd)

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