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Recht auf zufriedene Eltern

Rund 70 Mütter und Väter nahmen am Donnerstag die Einladung des Elternrats Bütschwil an. Markus Zimmermann ermutigte in seinem Referat, Kinder Grenzen erfahrbar machen zu lassen.
Cecilia Hess-Lombriser
Markus Zimmermann, unter anderem Elternbildner und Spielgruppenleiter, verdeutlichte seine Ausführungen mit Beispielen aus dem Alltag. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Markus Zimmermann, unter anderem Elternbildner und Spielgruppenleiter, verdeutlichte seine Ausführungen mit Beispielen aus dem Alltag. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

BÜTSCHWIL. Alle Eltern kennen die grossen und kleinen Machtkämpfe mit ihren Kindern. Diese brauchen weder auszuarten noch mit Drohungen und Strafen zu enden. Markus Zimmermann, unter anderem Prozessorientierter Psychologe, Spielgruppenleiter, Elternbildner und Supervisor, riet zum Training von geschicktem Verhalten. «Kinder und Erwachsene brauchen Freiräume und klare Grenzen», sagte er. «Wenn wir zufrieden sind, erziehen wir besser», war die entscheidende Botschaft für die Eltern, die Karin Meier, Präsidentin der Elternmitwirkung Bütschwil, willkommen hiess.

Zufriedene Eltern

Er selber hat eine Erziehung mit Schlägen, Strafen und Ängsten erlebt. Heute vertritt Markus Zimmermann eine Erziehung, die auf der Beziehung basiert. «Dies ist anstrengend und herausfordernd, denn Kinder sind Egoisten und muten sich uns zu», zeigte sich der Fachmann realistisch. Er gab einiges von seiner eigenen Entwicklung als Erzieher preis, das zeigte, dass ein geschicktes Verhalten im Umgang mit Kindern Training bedeutet. «Kinder suchen nicht Grenzen, sondern Kontakt mit uns», ist eine seiner Erkenntnisse. Um auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, einen klaren Rahmen geben, konsequent handeln zu können und die Konsequenz der Entscheidung erfahrbar machen zu lassen, brauche es zufriedene Eltern. Um zufrieden zu sein, sei es wichtig, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen. «Wir müssen es den Kindern zumuten, dass sie unsere Bedürfnisse akzeptieren», meinte Markus Zimmermann. Die gegenseitige Anerkennung der Bedürfnisse bedeute nicht Gleichberechtigung, denn die Verantwortung für das Ganze liege bei den Erziehenden. Fragen zur eigenen Abgrenzung diskutierten die Eltern lebhaft untereinander.

Sicherheit und Orientierung

Sich wahrnehmen, Ich-Botschaften aussenden und die Kinder emotional abholen, waren einige Tips, die der Referent mit Beispielen verband. «Der Befehl <du musst aufräumen> tönt sehr negativ. Man kann auch aufräumen spielen oder ein neues Wort erfinden», regte er an. Emotional abholen heisse, das Kind spüren zu lassen, dass man es in seinem Wunsch verstehe, jetzt jedoch die falsche Situation dafür sei. «Erziehende sollten den Kindern helfen, mit einem Nein umzugehen.» Wenn sich Eltern emotional verwickelten, werde es schwierig. Ein klarer Rahmen gebe Sicherheit und Orientierung. Ein «Um 20 Uhr bist du im Bett» könne auch mit «Bis um 20 Uhr kannst du aufbleiben» ersetzt werden. Auch die Wahlfreiheit innerhalb des Rahmens wirke. Also: «Willst du mit der Eisenbahn spielen oder eine Geschichte hören?» Wenn das Kind nach dem Spielen auch noch die Geschichte hören wolle, so gehöre dies nicht zur Abmachung. «Morgen kannst du wieder wählen», sei eine mögliche Antwort darauf.

Gegenseitig respektieren

Die natürliche Konsequenz sei zum Beispiel, wenn ein Kind ohne Handschuhe in der Kälte spiele. «Es macht die Erfahrung, dass die Kälte schmerzt. Und das müssen wir als Eltern aushalten», machte Zimmermann bewusst. Bei der angewandten Konsequenz dürften etwa gewisse Werkzeuge schlicht nicht in Kinderhände gelangen. Logische Konsequenzen müssten auf der Hand liegen. Etwa: «Ich habe Mühe damit, dass deine Sachen herumliegen; ich möchte das nicht. Was schlägst du vor, damit sich dies ändert?» Kinder, die respektiert würden, würden auch die Eltern respektieren.

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