Rechsteiner macht den ersten Schritt

Der Versicherungsfachmann und Finanzplaner Thomas Rechsteiner aus Appenzell gibt als erster seine Kandidatur für das Säckelmeisteramt bekannt. Er hofft darauf, dass sich noch weitere Kandidaten zur Wahl stellen.

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Thomas Rechsteiner will Säckelmeister werden. (Bild: pd)

Thomas Rechsteiner will Säckelmeister werden. (Bild: pd)

appenzell. Nach intensiver Suche kann der Kantonale Gewerbeverband Innerrhoden seinen Mitgliedern einen der Wunschkandidaten zur Nomination vorschlagen, heisst es in einer Medienmitteilung. Thomas Rechsteiner kandidiert an der kommenden Landsgemeinde als Säckelmeister. Weitere Kandidaturen seien noch möglich, an der Landsgemeindeversammlung vom 6. April entscheiden die Verbandsmitglieder über die offizielle Nomination des Gewerbeverbandes. «Über Einladungen zu weiteren Hearings würde ich mich freuen», so Rechsteiner. «Ich will etwas an den Kanton zurückgeben und dazu beitragen, dass er finanziell eigenständig bleibt», begründet er seine Kandidatur auf Anfrage. Innerrhoden soll auch weiterhin ein attraktives Steuerklima bieten können. «Ich kenne die Bedürfnisse der Appenzeller», ist Rechsteiner überzeugt. In der Stärkung des Wirtschaftsstandortes und des Wohnortes durch eine attraktive, vernünftige Steuerpolitik sowie in der gezielten Förderung der Mitarbeitenden sieht er weitere Eckpfeiler einer Tätigkeit in der Standeskommission, heisst es zudem in der Medienmitteilung.

Der 40jährige Thomas Rechsteiner ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Appenzell. Rechsteiners haben zwei Töchter und einen Sohn im Alter zwischen 13 und 20 Jahren. Aufgewachsen ist Thomas Rechsteiner in Haslen und hat dort die Primarschule besucht. Nach der Sekundarschule besuchte er die Mittelschule am Lehrerseminar Rickenbach (SZ). Nach kurzer Lehrtätigkeit wechselte Rechsteiner zur Versicherungsbranche und hat seit 1997 etliche Weiterbildungen mit Abschlüssen, unter anderem als Versicherungsfachmann und Finanzplaner, absolviert. Seit 2007 ist er Mitglied der Verkaufsleitung Schweiz der Swiss Life und leitet die Regionen Ostschweiz und Tessin mit insgesamt 200 Mitarbeitenden.

11 Jahre Grossratserfahrung

Auch in seinem Engagement für die Öffentlichkeit verfüge Rechsteiner über einen beachtlichen Leistungsausweis, heisst es in der Mitteilung weiter. Acht Jahre lang war er Mitglied des Schulrates Appenzell, davon sieben Jahre als Präsident der Musikschulkommission.

2005 wurde Rechsteiner für den Bezirk Rüte in den Grossrat gewählt und ist seither Mitglied der staatswirtschaftlichen Kommission. Seit 2007 ist er zudem Mitglied im Ausschuss und Vorstand des Kantonalen Gewerbeverbandes.

Arbeitspensum reduzieren

Mit dem Ausbau seines Kaders könne sich Thomas Rechsteiner beruflich so weit entlasten, um das Amt als Säckelmeister, das laut Mitteilung rund einem 50-Prozent-Pensum entspricht, bewältigen zu können. Die Abklärungen zur Erweiterung des Kaders seien bereits in Gang, so Rechsteiner auf Anfrage. «Diese erfolgt aber unabhängig von meiner Wahl.»

Thomas Rechsteiner sei dank seiner beruflichen Tätigkeit unabhängig. Mit seinen Ausbildungen verfüge er im Bereich Finanzen wie auch bei der Mitarbeiterführung über ideale Voraussetzungen als Säckelmeister, teilt der Gewerbeverband mit. Rechsteiner gelte als ruhig, besonnen und durchaus auch als Querdenker. Durch seine Tätigkeit verfüge er über einen hervorragenden Leistungsausweis und werde auch als Persönlichkeit von Freunden und Mitarbeitenden geschätzt.

Hoffen auf Konkurrenz

Dass sich Rechsteiner als erster Kandidat exponiert, könnte für ihn zu einem Nachteil werden – üblicherweise halten sich Kandidaten lange bedeckt. «In sechs Wochen findet die Landsgemeinde statt», begründet Rechsteiner seinen Schritt gegenüber der Appenzeller Zeitung. Etwaige Kandidaturen sollten ohnehin spätestens zwei Monate vor der Wahl feststehen. Es sei nur fair gegenüber dem Stimmbürger, seine Absichten nun offenzulegen. Fair fände er auch, wenn sich noch weitere Kandidaten finden würden: «Es ist wichtig, dass die Landsgemeinde über eine Auswahlmöglichkeit verfügt», so Rechsteiner. (pd/apz)