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Weihnachten mit wildfremden Menschen gefeiert

Ruth Dridi hat sich für Weihnachten etwas Besonderes ausgedacht. Sie hat über Facebook Menschen zu sich nach Hause eingeladen. Es kam anders als vorgestellt.
Monika Egli
Ein Licht anzünden, das weit ins Jahr strahlen wird: So kann man die Weihnachtsaktion einer Herisauerin umschreiben. (Bild: Donato Caspari)

Ein Licht anzünden, das weit ins Jahr strahlen wird: So kann man die Weihnachtsaktion einer Herisauerin umschreiben. (Bild: Donato Caspari)

«Ich wollte zwei bis drei Personen an unseren Weihnachtstisch nehmen, gekommen ist dann ein Gast», erzählt die 56-jährige Ruth Dridi, die mit ihrem Sohn seit zwei Jahren in Herisau lebt. Sie hatte sich vorgestellt, dass ihre Einladung vor allem ältere Personen, die an Weihnachten alleine sind, ansprechen würde. Ihr Gast war aber ein 49-jähriger Mann, der ebenfalls noch nicht lange im Ort wohnt und dessen Familie für nur einen kurzen Besuch zu weit weg ist. Heiligabend war trotzdem ein schöner Erfolg: «Ich habe gekocht – es gab Voressen Salvia, Teigwaren, Gemüse und zum Dessert ein Tiramisu –, wir haben Musik gehört, Spiele gemacht, viel, viel gesprochen, die Zeit ist wie im Fluge vergangen.» Es muss tatsächlich, wie Ruth Dridi erzählt, ein angenehmer, netter, auch witziger Abend gewesen sein, denn erst um 2.30 Uhr war er zu Ende.

Eine nachhaltige Weihnachtsgeschichte

Die Idee, fremde Leute einzuladen, kam Ruth Dridi aus zwei Gründen: Zum einen möchte sie Menschen kennen lernen und findet einen solchen Weg spannend, zum andern wollte sie etwas Gutes tun. Ihr liege daran, freundschaftliche Beziehungen, gerade zu älteren Personen, zu pflegen, miteinander einen Spaziergang zu machen, einen Kaffee zu trinken, zu plaudern, einander zu helfen. «Alles wird je länger je anonymer, ich möchte deshalb ein Netzwerk ausserhalb des Netzes auf die Beine stellen.»

Schlechte Erfahrungen hat Ruth Dridi mit ihrer Weihnachtsaktion nicht gemacht, ausser dass sich jemand einen Jux mit ihr erlaubte. Ihr sei es bewusst, dass solche Einladungen durchaus auch ein Risiko bergen könnten. Aber sie wohne in einem Haus mit guten Nachbarn, die notfalls helfen würden, zudem habe sich jemand auf Facebook sehr positiv über ihren Gast geäussert. «In einer Stadt wie St. Gallen oder Zürich hätte ich das nicht gemacht. In Herisau mit seinem Dorfcharakter kann man so etwas aber noch wagen.» Was Ruth Dridi besonders freut, sind einige Frauen, die sich bei ihr gemeldet haben, die aber nicht zum Essen kommen konnten, eine von ihnen deshalb, weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht Treppen steigen kann. «Diese Frauen möchte ich persönlich kennen lernen.» Die Dame mit den gesundheitlichen Problemen will sie besuchen. So wird aus ihrer Aktion eine nachhaltige Weihnachtsgeschichte, die Kreise übers Jahr ziehen wird.

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