Raumkonzept gutgeheissen

TOGGENBURG. Anfang Woche hat der Vorstand von Toggenburg.ch das Raumkonzept verabschiedet. Nun können die ersten Schlüsselprojekte angegangen werden. Welche dies sein sollen und wie das gemacht werden soll, wird nun festgelegt.

Sabine Schmid
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Das Toggenburg als Wohnregion: Eine Kernbotschaft des Raumkonzepts ist, dass das Toggenburg (im Bild Oberhelfenschwil) mit seiner hohen Lebensqualität und dem gesunden Wohnumfeld einen authentischen und ländlichen Lebensstil bietet. (Bild: Christiana Sutter)

Das Toggenburg als Wohnregion: Eine Kernbotschaft des Raumkonzepts ist, dass das Toggenburg (im Bild Oberhelfenschwil) mit seiner hohen Lebensqualität und dem gesunden Wohnumfeld einen authentischen und ländlichen Lebensstil bietet. (Bild: Christiana Sutter)

TOGGENBURG. Das Toggenburg hat sich ein Raumkonzept gegeben. Das Papier, das von Toggenburg.ch, den Gemeinden, Institutionen und weiteren interessierten Personen erarbeitet wurde, durchlief im Herbst eine Vernehmlassung. Rund ein Dutzend Anmerkungen sind während dieser Zeit bei Toggenburg.ch eingegangen. Grundsätzliche Änderungswünsche waren nicht darunter, sagt Daniel Blatter, Geschäftsführer von Toggenburg.ch. Viele davon konnten berücksichtigt werden. Die meisten Eingaben drehten sich um Begrifflichkeiten. Zudem wurde die von den Eidgenössischen Räten beschlossene Änderung der Landwirtschaftsfinanzierung (Beiträge Landschaftsqualität statt Tierbeiträge) noch aufgenommen. Es habe sich ausbezahlt gemacht, dass breite Kreise schon früh in die Erarbeitung einbezogen worden seien, ist Daniel Blatter überzeugt. So sei das Raumkonzept akzeptiert, auch wenn es für die Behörden nicht verbindlich sei. In seiner letzten Sitzung Anfang dieser Woche hat der Vorstand von Toggenburg.ch das Raumkonzept in seiner definitiven Fassung verabschiedet. «Nun wird das Papier grafisch überarbeitet», erklärt Daniel Blatter den nächsten Schritt. Ab etwa Mitte Januar liegt es vor und kann verteilt respektive auf der Internetseite von Toggenburg.ch publiziert werden.

Bereit für erste Umsetzungen

Daniel Blatter betont, dass das Raumkonzept nur etwas nutze, wenn darin definierte Schlüsselprojekte und Handlungsmöglichkeiten umgesetzt werden. Die Gruppe Raumplanung wird die Schlüsselprojekte nach deren Priorität einordnen und weitere Aktivitäten festlegen, erklärt er. «Sie wird entscheiden, bei welchen Projekten wir in die Umsetzungsphase wechseln». Dabei liege der Ball aber nicht zwingend bei Toggenburg.ch, man arbeite mit vielen Partnern zusammen, die im Raumkonzept ebenfalls benannt sind, sagt Daniel Blatter. Bei einigen Schlüsselprojekten wie beispielsweise dem verbesserten öV-Anschluss nach Zürich gibt Toggenburg.ch den Anstoss und kann dann nicht viel mehr tun als weiterhin Interesse zeigen. Bei anderen, wie beim Bau der Umfahrungen von Bütschwil und Wattwil hat die regionale Plattform keine Handlungsmöglichkeit mehr, das Projekt liegt kurz vor der Realisierung beim Kanton. Ganz in der Kompetenz von Toggenburg.ch liegt jedoch das Schlüsselprojekt Imagekampagne Toggenburg hoch drei.

Toggenburg.ch übernimmt die Koordination der Schlüsselprojekte beim Raumkonzept. Wie weit die Organisation in die einzelnen Prozesse eingebunden wird, ändert sich je nach Art und Zuständigkeit. Für Daniel Blatter ist klar, dass die Federführung jeweils beim Geldgeber liegen muss. Er sieht für Toggenburg.ch eine andere Möglichkeit, um sich einzubringen, nämlich wenn es darum geht, die Bevölkerung mit Lobbyarbeit für ein Schlüsselprojekt zu gewinnen. Daniel Blatter erklärt dies am Beispiel des Klanghauses. «Ich sehe es auch als unsere Aufgabe anzuschauen, dass sich breite Kreise aus dem Toggenburg für das Klanghaus aussprechen». Dabei zählt er auch auf andere Partner wie die Standortgemeinde Wildhaus-Alt St. Johann, auf Toggenburg Tourismus und die Klangwelt Toggenburg.

Überarbeitung in zwei Jahren

Er ist sich bewusst, dass im Raumkonzept eine ganze Fülle von Projekten definiert ist, welche nicht alle in einem bereits definierten Zeitraum umgesetzt werden können. Das nun vorliegende Arbeitspapier soll rund zwei Jahre gültig sein, dann ist eine Überarbeitung vorgesehen. In dieser Zeit werde sich zeigen, wie gross die Unterstützung sei. «Wir versuchen, gemeinsam mit anderen etwas für die Allgemeinheit zu machen», sagt Daniel Blatter. «Wir wollen mit diesen Projekten das Toggenburg aber nicht total umkrempeln. Es soll ein zeitgemässes Toggenburg entstehen», unterstreicht er. Die Wahrnehmung nach innen und nach aussen entspreche nicht der Realität. Das Toggenburg sei, ist Daniel Blatter überzeugt, offener und dynamischer, als man ihm zugestehe. Mit dem Raumkonzept solle einerseits die Natürlichkeit und Authentizität gepflegt werden, anderseits soll es auch den Fortschritt ermöglichen und sowohl den Einwohnern wie auch Neuzuzügern Vorteile verschaffen.