Rat an Landwirte mit Waldbesitz

Leserbrief zum Artikel «Bäume fällen – nicht ohne Förster» im Toggenburger Tagblatt vom 25. Juli.

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Leserbrief zum Artikel «Bäume fällen – nicht ohne Förster» im Toggenburger Tagblatt vom 25. Juli.

Ein Erlebnis vor Jahren veranlasst mich auf diesen Artikel im Toggenburger Tagblatt den Landwirten mit Waldbesitz einen Rat zu geben. Vor Jahren befürchtete man ein grosses Waldsterben, das Gegenteil ist eingetroffen, die Schweiz verwaldet. Durch das neue Messverfahren (Satellit) hat heute ein Landwirt schnell mal ein paar Aren mehr Wald und dafür weniger Land. Ein Bruder, Landwirt im Kanton Bern, hat neulich 36 Aren mehr Wald, dafür 36 Aren weniger Land ohne das irgendetwas geändert hätte. Die neue Vermessung rechnet scheinbar die herausragenden Bäume und Äste am Waldrand auch zum Wald. Dass Wald wenig abwirft ist bekannt, gerade wenn eine Holzernte mit grossem Aufwand verbunden ist wie im Emmental oder im Toggenburg in den steilen Wäldern. Lässt man einen Waldrand wuchern, kommt eines Tages der Förster zwecks Kontrolle. Ist ein Baum älter als 15 Jahre, wird die Fläche bis dahin als Wald gerechnet und geht als Land verloren. Wenn es sich dabei noch um Wohn- und Gewerbezone handelt, wie im erlebten Fall, ist das sehr ärgerlich und unverständlich. (Unterdessen hat das Waldgesetz geändert).

Waldränder pflegen

Daher rate ich allen Landwirten, ihre Waldränder und Hecken im Auge zu behalten und mindestens alle zehn Jahre auf die ursprüngliche Grenze zurück zu schneiden. Dabei wäre ein Stufenschnitt gegen innen sinnvoll (Holzschläge am Waldrand unterliegen der Anzeichnungspflicht). Wie auf dem Bild zu sehen ist, scheint der Wald, den ein Waldbesitzer illegal zu Wiese gemacht hat, keine Schutzfunktion gegenüber Schneerutsch, Steinschlag oder Rüfenabgang zu haben. Ich hoffe, dass in diesem Fall die Justiz auch die Vernunft und den Verstand für das Urteil zu Hilfe nimmt. Von Gesetzes wegen muss in der Schweiz die Waldfläche erhalten bleiben (Rodungsverbot). Es muss auch soviel aufgeforstet werden wie Wald verloren geht, beispielsweise durch Strassenbau. Die Umwandlung von Wald zu Bauland oder Landwirtschaftsland ist verboten. Eigentlich wäre es vernünftig, wenn man in gewissen Lagen Wald aufforsten könnte (beispielsweise als Schutzfunktion), um an günstigen Stellen Land zu gewinnen.

Wehret den Anfängen

Leider sind wir auch in der Schweiz auf dem besten Weg (wie die EU) ein riesen Büro für alles zu machen. Dies beklagen auch die Förster, da sie deswegen die Hälfte ihrer Arbeit im Büro verbringen müssen. Der Bürokratisierung durch immer neue Gesetze, Erlasse, Verfügungen, Vorschriften und dessen Verwaltung durch einen grossen Beamtenapparat muss unbedingt Einhalt geboten werden, das fordert die SVP seit Jahren. Bürokratie und der damit verbundene Staatsbeamtenapparat ist ein Grund, warum einige EU-Länder unbezahlbare Schuldenberge haben. Nicht die Verursacher, sondern die Steuerzahler müssen dafür aufkommen. Wehret den Anfängen in der Schweiz.

Hansueli Hofer

Präsident SVP Ortspartei Wattwil

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