Rassismus nicht hinnehmen

HERISAU. «andersCHt»: Die Wahlfachgruppe «Politik» führte kürzlich einen Film- und Diskussionsabend zum Thema Ausgrenzen durch. Dem Gespräch stellten sich zwei Politiker und zwei Schauspieler.

Merken
Drucken
Teilen
Die Sekundarschülerin Celina Eugster (links) befragt je zwei Politiker, Jugendliche und Schauspieler. (Bild: pd)

Die Sekundarschülerin Celina Eugster (links) befragt je zwei Politiker, Jugendliche und Schauspieler. (Bild: pd)

«Das Beste ist, wenn auch ihr Jungen so wie heute abend darüber redet und rassistische Äusserungen nicht einfach hinnehmt.» So lautete eine der deutlichsten Aussagen des Anlasses: Jugendliche der Sekundarschul-Wahlfachgruppe «Politik» hatten auf den vergangenen Montag zu einem Film- und Diskussionsabend in die Aula der Sekundarschule Ebnet West eingeladen.

Das Interesse der Öffentlichkeit war für einmal gering, obwohl «andersCHt» ein Herisauer Film zu einem weltweiten Thema sei, wie Martin Pfister sagte. «Wir wollen das Thema Politik in unserem Kurs auf diese Art konkret angehen», ergänzte Martin Pfister. Er ist in der Sekundarschule als Schulischer Sozialpädagoge tätig.

Anderssein – und die Folgen

Im Publikum weilte der Regisseur Roman Ramsauer. Der Film der Produktionsfirma «lydaa» zeigt am Beispiel des aus Deutschland nach Herisau gezogenen Tim, wie schwierig es sein kann, «anders» zu sein. Er soll Mut machen, zur Individualität zu stehen. Der Aufführung des 80minütigen Films folgte ein von der Sekundarschülerin Celina Eugster geleitetes Gespräch über den Filminhalt, über das «Anderssein» und das Ausgrenzen: Sie befragte zwei Herisauer Jugendliche (Mara Becker und Jan Hoffmann), zwei im Film mitwirkende Schauspieler (die aus Frankreich in die Schweiz gezogene Ombéline Becker und den aus Herisau stammenden Zane Liechti) und zwei Herisauer Politiker (SVP-Einwohnerrat Ralf Menet sowie SP-Einwohnerrat und -Kantonsrat Yves Noël Balmer).

Laut oder subtil

Es bestanden in den Äusserungen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. «Extremismus ist schlecht – egal ob politisch links oder rechts», wurde gesagt. Oder: «Toleranz vorzuleben, muss ein Ziel sein.» Angesprochen wurde auch, dass der Film einige laute, brutale und vielleicht überzeichnete Teile aufweise, man sich aber bewusst sein müsse, dass etwa punkto Rassismus manches eher fein und subtil ablaufe. (pd)