Rampensau mit Lampenfieber

Blues Max hat ein neues Programm. Im März wird er mit «light» Premiere feiern. Im «Rössli» Mogelsberg gab er einem begeisterten Publikum schon jetzt einen Vorgeschmack auf seine neuen gedanklichen Hoch- und Tiefflüge.

Andrea Perks
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Blues Max mit Gedanken über Gott und die Welt im «Rössli» Mogelsberg. (Bild: Andrea Perks)

Blues Max mit Gedanken über Gott und die Welt im «Rössli» Mogelsberg. (Bild: Andrea Perks)

mogelsberg. Das konnte sich kein Fan des Ego-Blues-Interpreten entgehen lassen: Vor der offiziellen Premiere im Casino Theater in Winterthur besuchte der Blueser das Neckertal. Da gehört er nämlich hin, in kleine Säle und vor anspruchsvolles Publikum. Der Konzertsaal im «Rössli» Mogelsberg war bis auf den letzten noch aufzutreibenden Ersatzstuhl besetzt.

Mit coolem Gegenpart

Zwei Stunden lang gelang es Werner Widmer, alias Blues Max, die Welt und nicht zuletzt das Publikum auf spitzbübische Art auf die Schippe zu nehmen. Mit seinem spontanen, lockeren Auftreten sicherte er sich die Aufmerksamkeit und den Applaus des ausgelassenen Publikums. Niemanden störte eine spontane Programmumstellung. In Richard Koechli, der den Part des Solo Gittaristen und des coolen Beisitzers in diesem Programm übernahm, fand Werner Widmer den idealen Gegenpart. Die beiden machen seit drei Jahren gemeinsam Musik. Koechli spielt aber auch eigenen Blues, bekannt als «Richard Koechli und Blue Roots Companie» und er schreibt Sachbücher über Musik.

Über Gott und den Computer

Blues Max hatte nichts von seinem bekannten Biss verloren. Man erkannte in ihm einen gereiften Mann, dessen Witze auf solidem Grund basieren und man konnte heraushören, dass er sich viele Gedanken macht – über sich, Gott und die Welt. Gott würde er aber nicht sein wollen, meinte er und sang ein Lied in dem der Arme sonntags eigentlich faul auf seinem Sofa liegen wollte, jedoch von Fussballfans gestört wurde, die allesamt beteten, dass ihre Mannschaft doch gewinnen möge. Wem sollte Gott da wohl den Vorrang geben? Er liess spätestens beim Penalty doch lieber die Finger davon. Über Top-Manager und deren Boni wurde gelästert, obwohl man sich nicht vorstellen konnte, dass dieser zufriedene, über sich selbst schmunzelnde Mann glücklicher wäre mit einem dicken Portemonnaie.

Leider nicht im Sortiment

Er sei eine Rampensau mit Lampenfieber, bekannte er sich den Zuhörern. Vor einem Konzert stelle er sich immer die schlimmste Situation vor, die er antreffen könnte, wenn der Vorhang aufgeht. Sein Horrorszenario wäre dann eine Big Band, dirigiert von Sven Epiney plus Gospelchor. Für Lacher sorgte auch die Suche nach dem geeigneten Konfirmationsanzug. Verzweifelt suchen Werner und sein Mami unter Beratung eines schlüpfrigen Verkäufers einen schicken Zweiteiler – nicht zuletzt um seinem unerreichbaren Schwarm zu imponieren. Doch sie müssen feststellen, dass die Grösse des jungen, nicht allzu hoch geratenen Teenagers nicht im Sortiment ist. Dies nur einige Zückerchen aus seinem Unterhaltungsprogramm. Wer wissen will, warum Gölä mit dem Vogelliesi liiert wird und wie aus der Alpenrose ein halber Rosé wird, sollte am 2. März im Casinotheater Winterthur die Premiere besuchen.

Programm und Daten sind im Internet unter www.bluesmax.ch abrufbar.