Rambo vs. Burglind

Brosmete

Astrid Zysset
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Burglind hat gewütet. Der Sturm beherrschte in der vergangenen Woche die Medienlandschaft. Vorbei, dachte ich. Vorbei und schon beinahe wieder vergessen. Als ich am Wochenende durch den Wald spazierte, musste ich jedoch feststellen: vorbei sind die Nachwirkungen noch lange nicht. Der gemütliche Gang auf den Waldwegen entpuppte sich zu einem Hindernisparcours, zu einem Klettern über umgeknickte Bäume, Wurzelstümpfe und Äste. Der Boden war matschig, Schlamm spritzte an die Hosenbeine. Auf der Suche nach trittsicherem Terrain sprang ich von einer trockenen Stelle zur nächsten, wog jeden Sprung sorgfältig ab.

Das Gute: Selten hat mir ein Spaziergang soviel Spass gemacht. Das Schlechte: Der Abenteuerdrang schien etwas mit mir durchzugehen. Ich fühlte mich nach einiger Zeit wie Rambo, der sich im Überlebenskampf durch die Widrigkeiten des Dschungels kämpfte. Waffen hatte ich zwar keine dabei, und ich trug kein Muscle-Shirt, aber die Schlammspritzer sorgten alsbald für die charakteristische Gesichtsbemalung. Kampfesschreie konnte ich mir gerade noch verkneifen ebenso das aus den Büschen springen und Passanten umhauen.

Wieder zu Hause, nachdem ich alle «Kampfesspuren» beseitigt hatte, musste ich feststellen, dass an die «coole» Filmfassung nichts herankommt. Rambo kämpfte gegen den bösartigen Hilfssheriff Will Teasle, mein «innerer» Rambo gegen Burglind. Herrje! Gab es jemals einen «uncooler» klingenden Feind?

Astrid Zysset