Raiffeisenbank steigert Gewinn

Im Geschäftsjahr 2014 erreichte die Raiffeisenbank Appenzell erneut Rekordzahlen. Vizepräsident Urs Goldener konnte den Genossenschaftern an der Generalversammlung einen Jahresgewinn von rund 883 00 Franken präsentieren.

Jesko Calderara
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Die Raiffeisenbank Appenzell zählt zurzeit über 8600 Mitglieder. 1009 Genossenschafterinnen und Genossenschafter konnte Vizepräsident Urs Goldener an der Generalversammlung begrüssen. (Bild: cal)

Die Raiffeisenbank Appenzell zählt zurzeit über 8600 Mitglieder. 1009 Genossenschafterinnen und Genossenschafter konnte Vizepräsident Urs Goldener an der Generalversammlung begrüssen. (Bild: cal)

APPENZELL. Die Raiffeisenbank Appenzell setzte ihr Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr fort. So nahmen die Ausleihungen um 7,7 Prozent auf rund 579 Millionen Franken zu. Die anvertrauten Kundengelder wiederum betragen unterdessen fast 600 Millionen Franken. 2014 erwirtschaftete die Bank einen Gewinn von rund 883 000 Franken. Dies entspricht gegenüber 2013 einem Zuwachs von ungefähr zehn Prozent. «Die Raiffeisenbank Appenzell profitierte vom positiven Umfeld und insbesondere von der grossen Bautätigkeit», sagte Urs Goldener am Dienstag vor den 1009 Genossenschafterinnen und Genossenschaftern an der Generalversammlung in der Gringel-Turnhalle Appenzell. Durch den Abend führte der Vizepräsident, weil Verwaltungsratspräsident Marco Züger aufgrund einer Kieferoperation noch Mühe mit dem Sprechen hat.

Sinkende Zinsmarge

Den erfreulichen Zahlen zum Trotz gibt es im Alltag der Raiffeisenbank Appenzell auch Schattenseiten. Zu schaffen mache ihnen die erneut gesunkene Zinsmarge, sagte Urs Goldener in seinem Jahresbericht. «Sie liegt zurzeit bei nur rund einem Prozent.» Es gebe verschiedene Gründe für diese Entwicklung. So seien mehrere höher verzinste Festhypotheken ausgelaufen. «Die neuen Konditionen sind für die Kunden deutlich tiefer, was sich auf unsere Marge auswirkt.» Als weitere Ursache nannte Goldener das sehr tiefe Zinsniveau und die Kosten zur Absicherung des Kreditportfolios gegenüber steigenden Zinsen. Die Verantwortlichen haben deshalb ihren Fokus verstärkt auf die Senkung der Kosten gelegt. Eine einschneidende Massnahme sei die Schliessung der Geschäftsstelle in Bühler gewesen, sagte Goldener. «Wir sind uns bewusst, was dieser Entscheid für das Dorfleben bedeutet.» Die Kundenfrequenz habe aber stark nachgelassen. Insgesamt sank der Aufwand im Geschäftsjahr 2014 um 2,3 Prozent. Die Genossenschafter beschlossen, die Anteilscheine weiterhin mit 6 Prozent zu verzinsen.

Negativzinsen als Problem

In seinen Ausführungen ging der Vorsitzende der Bankleitung, Johannes Holdener, auf einige Kennzahlen ein. So zählt die Raiffeisenbank Appenzell aktuell 8600 Mitglieder. Das sind 100 mehr als noch vor einem Jahr. Die Bilanzsumme ihrerseits wuchs vor allem aufgrund des starken Wachstums bei den Hypotheken auf 662 Millionen Franken. Holdener sieht darin jedoch keine Gefahr. Die Preise im lokalen Immobilienmarkt seien zwar angestiegen, eine Überhitzung befürchte er aber nicht. Der Bankleiter ging zudem auf die Auswirkungen der Negativzinsen für sein Institut ein. «Weil die Schweizer Finanzmarktaufsicht die Raiffeisengruppe aufgrund ihrer Grösse für systemrelevant erklärt hat, muss sie ihr Eigenkapital erhöhen und mehr Reservegeld bei der Nationalbank (SNB) halten.» Die Raiffeisenbank Appenzell habe über die Raiffeisen Schweiz im Augenblick 40 Millionen Franken bei der SNB angelegt und bezahle dafür Negativzinsen, erläuterte Holdener.

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