Räte mehrheitlich gefunden

Am 13. September stehen bei den katholischen Kirchgemeinden Erneuerungswahlen an. Die Nachfrage zeigt, dass fast überall geeignete Kandidaten für die freiwerdenden Ämter gefunden wurden. Allerdings ist dies schwieriger geworden.

Beatrice Bollhalder
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Die Verantwortlichen der Katholischen Kirchgemeinde Wattwil rechnen damit, bis zum zweiten Wahlgang vom 8. November eine Kandidatur für das Präsidentenamt einreichen zu können. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Die Verantwortlichen der Katholischen Kirchgemeinde Wattwil rechnen damit, bis zum zweiten Wahlgang vom 8. November eine Kandidatur für das Präsidentenamt einreichen zu können. (Bild: Beatrice Bollhalder)

REGION. In den katholischen Kirchgemeinden müssen für die Amtszeit 2016 bis 2019 neue Behördenmitglieder gesucht werden. Nicht überall rannten die Verantwortlichen offene Türen ein. Zum Teil war viel Zeit und Geduld gefragt. In Bazenheid beispielsweise musste ein Mitglied der Kirchenverwaltung (KVR) und deren zwei für die Geschäftsprüfungskommission (GPK) gesucht werden. Wie Präsident Joseph B. Koch mitteilt, konnten für alle Ämter sehr gut ausgewiesene Personen gefunden werden, die sich dafür zur Verfügung stellen. Die Wahlunterlagen liegen in Bazenheid bereits gedruckt vor. In Gähwil haben KVR-Präsident Franz Räbsamen sowie die beiden GPK-Mitglieder Stephan Bühler und Claudia Rohrer ihren Rücktritt bekanntgegeben. Mit Hans Egli (Präsidium), Eliane Egli und Daniel Ott stehen für die freiwerdenden Ämter Kandidaten zur Verfügung. Auch Kirchberg wird einen neuen Präsidenten erhalten, nachdem nebst den KVR-Mitgliedern Toni Kägi und Rolf Zweifel, den GPK-Mitgliedern Andrea Eberhard-Alther und Jeanette Metzger-Schwyter sowie Maria Fust-Marty als Mitglied des Kollegienrates auch Kuno Hinrichs von seinem Amt zurücktritt. An der Wählerversammlung, die am 29. Juni stattgefunden hat, konnten für alle freiwerdenden Ämter Kandidaten präsentiert werden.

Lütisburg als Dritte im Bunde?

Die Kirchgemeinden Bütschwil und Ganterschwil stehen vor dem Abschluss des Fusionierungsprozesses. Am 2. September dieses Jahres wird die konstituierende Bürgerversammlung über die neue Gemeindeordnung beschliessen. Stimmt sie dieser zu, so wird die Vereinigung ab 1. Januar 2016 wirksam. Die Erneuerungswahlen gelten dann für die neue Kirchgemeinde Bütschwil-Ganterschwil. Sie werden vom gemeinsamen Gremium der beiden Kirchgemeinden durchgeführt und verantwortet. Die angestrebte Vereinigung ist nicht zuletzt deshalb notwendig geworden, weil sich in Ganterschwil keine Nachfolger für die abtretenden Kirchenverwaltungsräte finden liessen. Mehrere Personen haben schon zu Beginn der laufenden Amtszeit darauf hingewiesen, dass sie für keine weitere Amtsdauer mehr zur Verfügung stehen. Der Kirchenverwaltungsrat von Ganterschwil hat in vielfältiger Weise nach Nachfolgern gesucht. «Wir wurden erst fündig, nachdem über zwanzig Kirchbürgerinnen und Kirchbürger auf die Übernahme eines solchen Amtes persönlich angesprochen worden sind», hält Präsident Bruno Facci fest. Insgesamt sind am 13. September ein Präsident, vier Mitglieder für den Kirchenverwaltungsrat, fünf Mitglieder für die Geschäftsprüfungskommission sowie zwei Mitglieder für das Katholische Kollegium zu wählen. Als Kirchenverwaltungsratspräsidentin stellt sich Katrin Keller aus Bütschwil neu zur Wahl. Im Kirchenverwaltungsrat möchten Josef Bachmann, Verena Wetter und Elisabeth Schönenberger, alle aus Bütschwil, sowie neu der Ganterschwiler Urs Werder mitarbeiten. Für die Geschäftsprüfungskommission stellen sich mit Bruno Hagmann, Tobias Bachmann und Diana Keller drei neue Bütschwiler neben den bisherigen Erich Fraefel und Raphael Näf zur Wahl. Josef Bachmann und Bruno Gemperle aus Bütschwil sind bereit, eine weitere Amtsdauer im Katholischen Kollegium mitzuarbeiten.

In der Kirchgemeinde Lütisburg mussten ein Mitglied im Kirchenverwaltungsrat sowie zwei Mitglieder der GPK ersetzt werden. Präsident Werner Steiger ist sehr froh darüber, dass nach längerem Suchen alle drei Posten wieder besetzt werden konnten, was nicht so einfach gewesen sei. «Trotz dieses Erfolgs schliessen wir eine Fusion mit Bütschwil-Ganterschwil in der nächsten Amtsperiode nicht aus», teilt Steiger mit, «in die Wege geleitet oder gar definitiv entschieden ist aber noch nichts.»

Kompetente Personen gefunden

Nachdem die beiden Kirchenverwaltungsräte Chläus Brändle und Bruno Fust sowie ein Mitglied der GPK, Edi Schnellmann nicht mehr zur Verfügung stehen, haben sich die Verantwortlichen der Kirchgemeinde Mosnang nach Nachfolgern umgesehen. Gemäss Präsident Robert Näf ist man sehr froh, dass man rasch sehr kompetente Personen für die offenen Aufgaben gefunden hat. Neu stellen sich die Pflegerin Silvia Stillhard-Näf, Weidlistrasse, und Roger Meile, Ehratsrick, Verantwortlicher des Kirchenwaldes, zur Verfügung. In der GPK ist Tamara Schmid-Schönenberger, Weidlistrasse, bereit, die Lücke zu schliessen. In Libingen stellen sich Brigitte Fritsche-Rüegg und Erwin Näf als Ersatz für die zurücktretenden Kirchenverwaltungsräte Käthi Gisler und Albert Gämperle zur Wahl. Emil Fust stellt sich als neues GPK-Mitglied zur Wahl, nachdem Hanspeter Hollenstein den Rücktritt erklärt hat. Nach fünf Anfragen habe man ein neues KVR-Mitglied gefunden, erklärt Andreas Bamert, KVR-Präsident von Mühlrüti. Es sei wesentlich einfacher, ein «normales» Mitglied zu finden als etwa eine Pflegerin oder Aktuarin, gibt er zu bedenken. Letzteres wurde Anfang des Jahres gesucht und auch gefunden. Der Wahlkreis Libingen-Mühlrüti wurde im Katholischen Kollegium neu in den Wahlkreis Mosnang-Libingen-Mühlrüti eingeteilt. Den drei Kirchgemeinden stehen zwei Sitze zu, für die sich Olga Bischof-Meier, Libingen (bisher), und Robert Näf, Mosnang (neu), als Kollegienräte zur Wahl stellen.

Notfallplan liegt vor

Für die Kirchgemeinde Wattwil konnten dank tatkräftiger Unterstützung und grossem Engagement der Findungskommission fünf neue GPK-Mitglieder und ein Mitglied für den KVR gefunden werden. Man hofft, dass man für den zweiten Wahlgang vom 8. November eine Kandidatur für das Präsidentenamt einreichen kann. «Wir werden alle Kräfte dafür einsetzen», verspricht Christoph Bollhalder, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Wattwil. «Wir haben aber einen Notfallplan zurechtgelegt, falls dieses Ziel nicht erreicht werden sollte.» Die Verantwortlichen möchten sich an dieser Stelle bei der Findungskommission und den Kirchbürgern für deren Unterstützung bedanken. Die Frage nach einer Fusion, die sich unweigerlich stellt, wenn Ämter nicht mehr oder wie in Wattwil nur noch schwer zu besetzen sind, nennt Bollhalder den falschen Weg. Er denkt, dass Fusionen zwischen Kirchgemeinden innerhalb einer Seelsorgeeinheit höchstens bei kleineren Kirchgemeinden eine Entspannung bei der Besetzung der freien Ratssitze mit sich bringen würden. Gerade für mittlere Gemeinden wie Wattwil stärke die Selbständigkeit die Nähe und Verbundenheit zur katholischen Kirche und deren Angeboten.

Gregor Menzi, Präsident der Katholischen Kirchenverwaltung Oberhelfenschwil/Brunnadern, erklärt, dass die Suche wie immer anspruchsvoll, aber am Schluss erfolgreich gewesen sei. «Wir sind für die neue Amtsdauer wieder komplett», kann er, der nach 16 Jahren als Präsident zurücktritt, zufrieden verkünden.

Peter Burkhard, der seit der letzten Bürgerversammlung als Vizepräsident der Kirchgemeinde vorsteht, teilt mit, dass die Katholische Kirchgemeinde Ebnat-Kappel sämtliche Positionen mit Kandidaten wird besetzen können. Neu zu besetzen für die kommende Amtszeit sind nämlich nicht nur jene des Präsidenten, sondern auch jene der Pflegerin.

Titus Schmid hängt ein Jahr an

In der Kirchgemeinde Neu St. Johann habe sich die Suche über ein ganzes Jahr erstreckt und sei ziemlich schwierig gewesen, sagt Titus Schmid, der sich für ein weiteres Jahr als Präsident wählen lässt. Das Amt des Präsidenten wird also in einem Jahr übergeben werden. An der Kirchbürgerversammlung 2016 soll die Wahl eines Präsidenten sowie eines Mitgliedes des Kirchenverwaltungsrates erfolgen. Für die Erneuerungswahl im September ist man fündig geworden und komplett aufgestellt. Für den Kirchenverwaltungsrat stellen sich Rosmarie Gmür, Yolanda Hug, Brian Sieben und Urs Spiess zur Wahl. Für die GPK lassen sich Yvonne Betschart, Ernst Zäch und Sabrina Koller auf dem Stimmzettel notieren. Als Mitglied des Katholischen Kollegiums können die Neu St. Johanner ihre Stimme Zakay Reichlin geben. In Stein stellen sich alle bisherigen Amtsträger für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Präsident Pirmin Koller ist sehr erfreut darüber. Genauso geht es Walter Hofstetter in Wildhaus, auch seine KVR-Mitglieder bleiben weiterhin im Amt. In Alt St. Johann stellt sich Präsident Hermann Alpiger noch einmal zur Wahl, obwohl er eigentlich sein Amt hatte abgeben wollen. Ein neues Mitglied für den Kirchenverwaltungsrat hat man nach längerer Suche gefunden. In Alt St. Johann rechnet man damit, in den kommenden ein bis zwei Jahren eine Nachfolgeregelung fürs Präsidium finden zu können. Erwin Huber, der sich als KVR von Alt St. Johann zur Wahl stellt, steht auch als Mitglied des Katholischen Kollegiums für den Wahlkreis Wildhaus-Alt St. Johann-Stein zur Verfügung.