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RADSPORT: Bewerbung für neuen Vertrag

Mit der Österreich-Rundfahrt steht für Radprofi Patrick Schelling der Saisonhöhepunkt bevor. Vor einem Jahr beendete er das Mehretappenrennen auf dem dritten Gesamtrang.
Urs Huwyler
Patrick Schelling (gelber Helm) startet morgen Sonntag an der Österreich-Rundfahrt. Für ihn ist dieser Wettbewerb ein entscheidendes Rennen. (Bild: Urs Huwyler)

Patrick Schelling (gelber Helm) startet morgen Sonntag an der Österreich-Rundfahrt. Für ihn ist dieser Wettbewerb ein entscheidendes Rennen. (Bild: Urs Huwyler)

Schwierige Situation. So könnte die Lage von Patrick Schelling aus Hemberg in zwei Worten beschrieben werden. Schwierig, nicht hoffnungs- oder aussichtslos. Aber er braucht Schaufenster-Resultate. Ganz besonders als Leader im Team Vorarlberg an der Österreich-Rundfahrt. Wäre der Profi-Radsport ein Wunschkonzert, der Bergspezialist würde sich den Etappensieg nach den 82,7 Kilometern von Salzburg aufs Kitzbüheler Horn wünschen.

Die Kletterer dürfen mitrollen

Die Chance, dass der Traum vom Prestigeerfolg Tatsache wird, steht nicht schlecht. Patrick Schelling kennt den Aufstieg und auf den ersten 75 Kilometern dürften die «Kletterer» mitrollen. «Im Prolog am Sonntag und auf den ersten Teilstücken sollte ich nicht viel Zeit verlieren. Dann hätte ich», so Schelling, «die Unterstützung der Mannschaft und es läge an mir, einen Spitzenplatz herauszufahren. Zudem fiele dem Aufstieg auch für das Gesamtklassement vorentscheidende Bedeutung zu.»

Am Tag darauf geht es von Kitzbühel nach St. Johann Alpendorf. Also dorthin, wo Simon Ammann jeweils an der Vierschanzen-Tournee bei den Springen in Bischofshofen logiert. Dort steht nochmals eine Bergetappe auf dem Programm. Das letzte Teilstück wird wohl im Sprint entschieden. Die Rundfahrt bei den östlichen Nachbarn wird zum Bewerbungsschreiben für die weitere Karriere.

Gegner aus World Tour-Sportgruppen

Zumal mit dem Giro-Fünften Ilnur Zakarin, Rein Taaramaäe (vier Rundfahrten-Siege), Sep Vanmarcke (fünfmal Top 3 an den Frühjahrsklassikern) oder Italiens grösster Rundfahrten-Hoffnung Davide Formolo Fahrer dabei sind, die zur Weltelite zählen und speziell in den Aufstiegen «Mann gegen Mann» einen direkten Vergleich zulassen. Kann er die Favoriten (heraus)fordern, wird der Auftritt keine grossen, aber doch Wellen werfen.

2016 verlor Patrick Schelling anderthalb Minuten auf Sieger Jan Hirt. Der Tscheche schaffte diese Saison auf World-Tour-Stufe am Giro und an der Tour de Suisse den Durchbruch. «Dass ich mitzuhalten vermochte, stimmt mich zuversichtlich. Die Form passt nach einem Höhentrainingslager auf dem Pordoi-Pass im Südtirol.» Klassische «Berggämsen» à la Schelling finden immer seltener ihr bevorzugtes Terrain vor. Oder sie müssen persönliche Ambitionen auf ­Kosten des Captains zurückstecken. «Defensiv abwarten bringt nichts. Ich muss mitgehen, wenn am Berg angegriffen wird», weiss Patrick Schelling. «Alles andere wird sich ergeben.» Oft ein Problem der Aussenseiter: Es unterlaufen ihnen taktische Fehler. «Diese», weiss der Hemberger, «verunmöglichen es, zu zeigen, was man drauf hat.»

Wenige Starts für ein Continental-Team

Das Team Vorarlberg ist auf der dritthöchsten Stufe angesiedelt. Die Spitze der Pyramide bilden 18 World Tour-Sportgruppen (unter anderem BMC, Orica-Scott, Katusha-Alpecin, Sky usw.). Dahinter folgen die Pro-Continental-Mannschaften (18 in Europa), dann die Continental-Mannschaften. «Das hat zur Folge, dass wir bei grösseren Rennen nie dabei sind, kaum Rundfahrten bestreiten können, um Starts froh sein müssen. Damit fehlen den Fahrern die Resultate, um sich zu empfehlen.»

Neben der Österreich-Rundfahrt ist im Herbst die Teilnahme von Team Vorarlberg an der zwölftägigen Portugal-Rundfahrt gesichert. Patrick Schellings Ziel muss es sein, Ende Jahr wieder in ein World-Tour- (wie bei IAM) oder ein Pro-Continental-Team aufzusteigen. Die Un­terschiede sind sowohl sportlich, finanziell als auch bezüglich der Infrastruktur gross. «Sollte ich es nicht schaffen, müsste ich mir Gedanken machen, wie es weiter geht.»

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