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RADIO: Mitarbeiter auf Zeit

Philipp Kamm aus Ebnat-Kappel durfte vergangene Woche als Publikumsmitarbeiter beim Radio SRF 2 Kultur in Basel hinter die Kulissen des Senders blicken.
Angela Hess
Philipp Kamm zusammen mit Deskerin Theresa Beyer im Studio des Radiosenders SRF 2 Kultur. (Bild: PD)

Philipp Kamm zusammen mit Deskerin Theresa Beyer im Studio des Radiosenders SRF 2 Kultur. (Bild: PD)

Letzte Woche lud das SRF mit der Aktion «Hallo SRF!» Zuschauer und Zuhörer dazu ein, als Publikumsmitarbeiter von Montag bis Freitag einen Einblick in verschiedene Bereiche des Unternehmens zu erhalten. Rund 1200 Personen haben sich für eine solche «Temporärstelle» beworben, wovon schliesslich 50 glückliche Gewinner ausgewählt wurden – unter ihnen auch Philipp Kamm. Der 38-jährige Orgelspieler und Chorleiter der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Ebnat-Kappel erhielt während der Publikumswoche die Möglichkeit, gemeinsam mit einer weiteren Publikumsmitarbeiterin bei SRF 2 Kultur in Basel Radioluft zu schnuppern.

Beworben hat sich Kamm eher spontan. «Ich bin zufällig auf die Aktion aufmerksam geworden. Dann habe ich es aber wieder vergessen und meine Bewerbung schliesslich erst am letzten Tag der Bewerbungsfrist um elf Uhr abends online eingereicht», erzählt der Ebnat-Kappler. In ihrer Bewerbung mussten die Anwärter ihre Motivation für den gewählten Arbeitsort darlegen. Kamm fiel dies leicht: «Ich interessiere mich sehr für klassische Musik und höre deshalb gerne Radio SRF 2 Kultur. Schon als Kind habe ich den Radiosender umgestellt und lieber SRF 2 Kultur gehört.» Deshalb war die Freude gross, dass es schliesslich geklappt hat.

Viel Arbeit für wenige Sekunden

Während der Publikumswoche durfte Philipp Kamm nicht nur den Radiomachern bei der Arbeit zusehen, sondern auch selber mitanpacken. «Ich wurde in den Arbeitsprozess im Studio eingebunden, durfte an Sitzungen teilnehmen und erhielt auch Verantwortung übertragen. Man hat mich in Basel mit offenen Armen empfangen», führt Kamm aus. Letzten Donnerstag gestaltete der Orgelspieler und Chorleiter beispielsweise das Musikprogramm mit und kommentierte anschliessend live im Studio seine Auswahl: «Als begeisterter Fan von klassischer Musik war es für mich natürlich schön, dass ich den Hörern mein ganz persönliches Musikprogramm näherbringen durfte», erläutert Kamm das Erlebnis. Auf die Frage, ob er vor seinen Live-Auftritten im Radio sehr nervös gewesen sei, verneint der Ebnat-Kappler allerdings. Obwohl er sich selbst als Medienneuling bezeichnet, ist ihm die Arbeit vor Publikum nicht fremd. «Klar schlägt der Puls ein wenig höher. Aber es hat mir sicher geholfen, dass ich auch im Alltag durch meine Arbeit ab und zu im Fokus stehe», erklärt Kamm, der unter anderem auch schon das Klangfestival Naturstimmen moderiert hat.

Durch die Publikumswoche beim Radio SRF 2 Kultur erfuhr Kamm, was alles nötig ist, damit das Programm für den Sender entstehen kann. «Ich hatte zuvor keine Ahnung, wie Radio im Endeffekt produziert wird. Ich konnte viel von den Profis lernen», meint der 38-Jährige. Er war vor allem fasziniert davon, wie viele verschiedene Personen an einem Beitrag oder an einer Sendung beteiligt sind und wie zeitintensiv die Arbeit insgesamt ist: «Im Radio hört man immer nur wenige Minuten. Man kann sich schwer vorstellen, wie lange es dauert, bis das Programm fertig ist. Wenn die Redaktionsmitarbeiter an einem Beitrag arbeiten, muss Recherche betrieben werden, und es wird immer auch das Feedback von anderen Personen eingeholt. Es steckt viel Arbeit dahinter, davor habe ich durchaus Respekt.»

Durch sein Mitwirken erfuhr der Publikumsmitarbeiter am eigenen Leib, wie aufwendig die Arbeit beim Radio sein kann. Kamm hat eine Ausgabe der Sendung «100 Sekunden Wissen» gestaltet, die bereits letzte Woche ausgestrahlt wurde. Obwohl die Sendung, die auf der Website von SRF 2 Kultur auch als Podcast verfügbar ist, nur 100 Sekunden lang ist, dauerte die Vorbereitung vergleichsweise lange. «Ich habe mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und schliesslich auch ein wenig Schnittarbeit gemacht. Die Arbeit an einem Beitrag dieser Art dauert vielleicht länger als gedacht, doch sie ist sehr spannend und abwechslungsreich zugleich», erklärt Kamm.

Das Toggenburg vermisst

Die Publikumswoche ist laut Philipp Kamm wie im Flug vergangen. «Ich habe viele neue Leute kennen gelernt und durfte grossartige Eindrücke sammeln», führt der Publikumsmitarbeiter aus. Die Stimmen, denen er teilweise bereits seit Jahren im Radio zuhört, erhielten nun ausserdem alle ein Gesicht und einen Charakter. «In Zukunft werde ich definitiv bewusster Radio hören. Und am liebsten würde ich jedes Jahr eine Woche lang Radio machen», sagt Kamm lachend.

Obwohl es ihm beim Radio SRF 2 Kultur sehr gefallen hat, war es für Philipp Kamm aber auch schön, am Ende der Woche wieder nach Hause zu kommen und das Erlebte zu verarbeiten: «Es war beeindruckend in Basel. Aber die Heimat hat mir auch ein bisschen gefehlt. Die Landschaft vermisst man als Toggenburger halt einfach. Jetzt bin ich wieder im Alltag angekommen.»

Am Mittwoch, 18. Oktober, wird um 9.03 Uhr auf SRF 2 Kultur die Sendung «Kontext» ausgestrahlt, für die Philipp Kamm eine Debatte mitgestaltet hat. Zu hören wird er allerdings nicht sein.

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