Quatsch mit Sosse

Dass aus dem Mund der Kleinen nicht immer einfühlsame oder gar öffentlichkeitstaugliche Sprüche kommen, wissen alle. Wer sich das zum Grundsatz macht, hat ein tragfähiges Konzept fürs Cabarett.

Erich Fässler
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Bild: Erich Fässler

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Dass aus dem Mund der Kleinen nicht immer einfühlsame oder gar öffentlichkeitstaugliche Sprüche kommen, wissen alle. Wer sich das zum Grundsatz macht, hat ein tragfähiges Konzept fürs Cabarett. So wie Dieter Schwanter alias Dietlinde und Hans-Werner Stuppnig als Hans-Wernerle. Auf überdimensionalem Mobiliar schrumpfen die Kabarettisten zu Kindern. Jetzt ist ihnen alles erlaubt, sie können über jeden und alles frotzeln.

«Quatsch mit Sosse», sagt Marius, wenn er merkt, dass ich ihn auf die Schippe nehme, ich ihm einen Bären aufbinde. Sosse ist eines seiner Lieblingsworte und eines seiner ersten dazu. «Mee Sosse» forderte er schon, da war er keine zwei. Heute hilft er mir bei der Produktion.

Auf der Anrichte sitzen ist super. Marius hat einen ausgesprochenen Ordnungssinn, alles muss an seinen Platz. Beim Kochen kommt ihm das zupass. Die Töpfli und Gläser, Schälchen und Gewürze werden lustvoll geordnet! Nur die Begegnung mit der Zwiebel ist zum Heulen. «D'Bülle moscht du schniide, Duta.» Die Champignons putzen ebenfalls. Die Pilze schneiden ist dann seine Sache. Schnell ist ein ganzer Berg beisammen. Endlich steht alles bereit, Bratensauce, Wein, ein kleines Glas Cognac und ein Krüglein Rahm.

Die Butter geben wir in die Pfanne, wo der kleine gelbe Berg dahinschmilzt. Und dann beginnt das Schönste: Rühren und Riechen. Zwiebel in die Butter, die Pilze dazu und immer rühren, rühren. Ganz schön anstrengend! Duta löscht mit Weisswein und Cognac ab. Bis der Alkohol verdampft ist, macht Marius Pause. Den Rahm rührt er dann wieder unter. Endlich kann er probieren. Die Sauce ist noch nicht fertig, sie muss erst dick werden, bis sie am Löffel kleben bleibt. Das dauert, aber es ist toll, denn bis sie dick genug ist, muss Marius immer wieder probieren. Und am Tisch verkündet er dann: «Hesch guet gkochet, tasch wide mache. Mee Sosse, bitte» – kein Quatsch!

Bild: Erich Fässler

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