Qualitativ hochstehende Einheiten sind gefragt

Vor allem die Generation «50plus» bevorzugt Wohnungen an zentraler und trotzdem ruhiger Lage. Diese Käufer sind bereit und in der Lage, die entsprechenden Preise zu bezahlen. Stock- werkeigentum erlebt seit einigen Jahren ein Hoch.

Adi Lippuner
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WATTWIL. Als Präsident des Hauseigentümerverbands (HEV), Sektion Neu- und Obertoggenburg, beobachtet und analysiert Thomas Döbeli den Immobilienmarkt der Region sehr genau. Dass Stockwerkeigentum immer beliebter wird, zeigen folgende Zahlen: Während der letzten drei bis vier Jahre wurden in Lichtensteig zehn, in Wattwil 90, in Ebnat-Kappel 60 und in Unterwasser 20 Wohnungen gebaut und meist bereits ab Plan verkauft. Die begehrten Neubauwohnungen liegen zentral und doch ruhig, verfügen über gute Infrastruktur in der Nähe (einkaufen, Post, Arzt und öffentlicher Verkehr). Die Käufer finden sich zu einem Grossteil in der Altersgruppe «50plus». «Meist wird das Einfamilienhaus in Hanglage verkauft und eine neue Wohnlösung für die nächsten Jahrzehnte gesucht.» Dabei stehe der Wunsch nach möglichst viel Fläche, was nicht unbedingt viele Zimmer bedeuten müsse, im Zentrum. Ruhige und zentrale Lage werde ebenso vorausgesetzt wie qualitativ hochwertige Bauten mit guter Schalldämmung und zeitgemässer Wärmedämmung. «Auch ein Lift gehört heute zum Standard», weiss der Fachmann. Zudem erwarte der Käufer, dass Heizung und Wasser entsprechend des jeweiligen Verbrauchs abgerechnet werden.

Ein weiterer Teil der Käuferschaft bilden die Zuwanderer. «Einerseits sind es gut ausgebildete Kräfte, welche aus dem Ausland ins Toggenburg zuwandern, andererseits Menschen, die sich den entsprechenden Wohnraum ennet dem Ricken nicht leisten können oder wollen.»

4000 bis 4500 Franken

Für Neubauten muss mit Quadratmeterpreisen zwischen 4000 und 4500 Franken gerechnet werden. Die begehrten Attikawohnungen sind entsprechend teurer. Dank tiefer Hypothekarzinse sei die Finanzierung der Wohnungen attraktiv. «Die Banken rechnen allerdings nicht mit den heute geltenden Zinssätzen, meist wird die Tragbarkeit auf der Basis von fünf Prozent berechnet.» Ein verantwortungsvoller Käufer versuche, die Hypothekarschuld während der Tiefzinsphase zu verringern, um später eine Zinserhöhung gut verkraften zu können.

Vor zehn Jahren lagen die Quadratmeterpreise der Eigentumswohnungen noch rund 15 bis 20 Prozent tiefer, bestätigt Thomas Döbeli. Grund für den Preisanstieg sei nicht nur die verstärkte Nachfrage, auch die Bauqualität wurde, teilweise wegen der gesetzlichen Vorschriften, erhöht. Kleinwohnungen mit weniger als 40 Quadratmeter Fläche sind heute kaum mehr gesucht. Gemäss Thomas Döbeli haben drei Viertel der in den letzten Jahren neu erstellten Wohnungen 3,5 oder 4,5 Zimmer. Vereinzelt entstehen kleinere, also 2,5-Zimmer-Wohnungen, oder grosse mit 5,5 Zimmern. «Auch im Toggenburg besteht der Trend zu mehr Wohnfläche pro Person anstelle von mehr Zimmern.»

«Wer es sich leisten kann und auf dem Markt fündig wird, bevorzugt eine Attikawohnung mit grosser Terrasse.» Diese Käuferschicht sei auch bereit, für die Realisierung dieses Wohntraums einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

Mieter bleiben auf der Strecke

Wer nicht über das nötige Kapital verfügt, um eine Wohnung zu kaufen, aber trotzdem komfortabel wohnen möchte, muss sich auf dem Markt umsehen. «Mietwohnungen im gehobenen Segment kosten entsprechend und sind nicht leicht zu finden», so der HEV-Präsident. Als Beispiel wurde das «Casablanca» genannt. «Grosszügige Wohnungen an bester Lage haben ihren Preis, waren aber trotzdem innert kürzester Zeit vermietet.» Chancen auf komfortable Wohnungen gebe es vereinzelt, wenn Eigentumswohnungen nicht durch den Besitzer bewohnt, sondern als Mietobjekt angeboten werden.

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