Qualität im Dorf mitgestaltet

Mit der Übertragung der Liegenschaften und Parzellen an die politische Gemeinde Ebnat-Kappel hat die Acker AG ihren Auftrag erfüllt. Sie wird liquidiert.

Drucken
Teilen

EBNAT-KAPPEL. Es war im Jahre 1991, als sich die Aktionäre der Anlage- und Immobiliengesellschaft Acker AG entschlossen haben, die Liegenschaft Gärbi auf der Ackerebni von der Erbengemeinschaft Wagner zu erwerben. Es ging darum, dieses Bauland im Sinne der Zonenordnung der Gemeinde Ebnat-Kappel zu erschliessen und Wohnbauten zu ermöglichen. Parzellen sollten so erschlossen werden, dass sie im Laufe der Zeit marktgerecht und ohne spekulative Absichten überbaut werden können. Die damals um einige Unternehmer ergänzte Acker AG hat sich diesen Auftrag selbst erteilt. Man war bereit, sich finanziell zu engagieren, um in Zukunft in Zentrumsnähe Wohnraum offerieren zu können.

Unvorhergesehene Altlasten

Nach Jahren des Planens folgte 1995 die Erstellung einer Überbauungsstudie für die Ackerebni. Es waren die Politische Gemeinde, die Ortsplaner und die kantonalen Behörden, welche mit der Acker AG erarbeiteten, was auf der Ackerebni zu entwickeln sei. Geplant wurden fünf Reiheneinfamilienhäuser zu je sechs Einheiten und insgesamt sechs Mehrfamilienhäuser. Die Überbauungsstudie wurde im Jahre 1998 vom Gemeinderat verabschiedet. Erst im Jahre 2002 konnte mit der Umsetzung begonnen werden, weil überraschenderweise auf dem Nordteil der Gärbi-Liegenschaft eine Altlast entdeckt wurde und eine Sanierung anstand. Die Dorfkorporation hatte in den 1930er Jahren Kehricht abgelagert. Die Haushaltabfälle wurden als Füllmaterial in und um den nicht mehr benötigten Feuerweiher an der Rosenbüelstrasse gekippt. Abklärungen beim Amt für Umweltschutz ergaben, dass der im Boden ruhende Kehricht umgelagert respektive in dafür geeignete Deponien abgeführt werden müsse. Die damalige Rechtslage verlangte, dass der Eigentümer, welcher eine Veränderung auf seinem Terrain vornimmt, die Sanierungskosten zu übernehmen habe. Die Acker AG musste als Eigentümerin eine sechsstellige Summe für etwas aufbringen, wofür sie keine Verantwortung trug und was nicht vorhergesehen war. Eine Aktienkapitalerhöhung war unausweichlich. Linderung brachten die Veräusserungen von Kleinparzellen und Wohnhäusern, so auch die stattliche Villa Wagner an der Ebnaterstrasse.

Parzellen sind verkauft

Über längere Zeit verspürte man am Markt kaum Nachfrage für Reiheneinfamilienhäuser: Für Eigentums- und Mietwohnungen mit höherem Wohnstandard war auch erst nach der Jahrtausendwende Bedarf auszumachen. Anregungen der Acker AG für eine kleine Revision der Überbauungsstudie zwecks Anpassung an die Marktbedürfnisse wurden von behördlicher Seite lange Zeit abgewiesen. So brauchte es Geduld, bis es gelang, anstelle von Reiheneinfamilienhaus-Parzellen solche für Einfamilienhäuser auszuscheiden und der Nachfrage entsprechend zu erschliessen. 2004 hat sich aus dem Aktionärskreis eine Interessengemeinschaft gebildet, die gewillt war, auf der Ackerebni ein erstes Haus mit elf Eigentumswohnungen und hohem Wohnkomfort zu erstellen. Kurz danach kam weitere Nachfrage auf. Inzwischen sind vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 41 Eigentumswohnungen auf der Ackerebni bezogen worden. Im Spätherbst 2010 wurde mit dem Bau von zwei Mietshäusern begonnen; auch diese 22 Mietwohnungen verfügen über einen hohen Ausbaustandard und Wohnkomfort. Die Einfamilienhausparzellen sind inzwischen verkauft und auf fast allen sind Häuser gebaut worden; vorwiegend sind junge Familien eingezogen. Mit dem Einbau des Strassendeckbelages auf der Ackerstrasse und der anschliessenden Übertragung an die Politische Gemeinde hat die Acker AG ihren Auftrag erfüllt. Es hat sich gezeigt, dass privater Unternehmergeist gepaart mit einer rechten Portion Risikobereitschaft dazu beitragen kann, mitzugestalten und Lebensqualität zu entwickeln. (pd)