«Qi Gong im Appenzeller Style»

Drei Semester lang waren in Herisau jugendliche Location Scouts aus dem SBW Haus des Lernens unterwegs, um im Auftrag des Gemeindepräsidenten schlummernde Schätze zu heben. In diesen Tagen wird das Projekt abgeschlossen.

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Herisau. Sie sei die schönste Europas und die drittgrösste der Schweiz, heisst es von der schweren Glocke, die im Turm der reformierten Kirche Herisaus hängt. Ginge es nach dem Willen der Herisauer Location Scouts, wäre sie in absehbarer Zeit um eine weitere Attraktion reicher: um das Angebot einer Klangmeditation der ganz besonderen Art. Wer nach dem Stundenschlag unter die Glocke schlüpfe, um seinen Hinterkopf ans Metall zu lehnen, erlebe eine einmalige Klangmassage, die durch Mark und Bein gehe, sagt die 13jährige Laura Locher: «Der feine Klang wirkt entspannend, breitet sich vom Kopf aus bis hinunter zu den Zehenspitzen.»

Schlummernde Schätze

Bereits zum dritten Mal waren in den letzten Monaten jugendliche Location Scouts aus dem SBW Haus des Lernens unterwegs, um im Auftrag des Gemeindepräsidenten Paul Signer schlummernde Schätze aufzuspüren. Je tiefer der Blick und je breiter das Netzwerk, desto mehr Locations traten aus dem Schatten ans Tageslicht. So konnte die dritte Generation «Location Scouts» die entstandene Locations-Kartei nochmals um zehn neue Fundstücke erweitern: um einen privaten Treppenaufgang als Ort für romantische Fotoshootings; den Rosengarten als blühende Bühne für ein Hanami-Fest; das Turmzimmer im Haus zum Tannenbaum als Raum für geistige Höhenflüge, rauschende Brainstorms und Fensterkonzerte.

Mehr als ein Sitzungszimmer

Letzte Woche nun präsentierten die Location Scouts ihre Ergebnisse dem Gemeindepräsidenten. Besonders beeindruckt habe ihn die Neuinterpretation des Turmzimmers, sagt Paul Signer. Bisher sei das Turmzimmer für ihn nicht mehr gewesen als ein spärlich genutzter Sitzungsraum. Jetzt aber sehe er ihn mit neuen Augen, zum Beispiel als Rückzugsort, um ungestört zu arbeiten.

Sozialkompetenz

Was sie gelernt hätten, möchte Projektleiterin Regula Immler von ihren jugendlichen Mitarbeitenden wissen. «Dass es sich lohnt, sich in Geduld zu üben, nicht zu schnell aufzugeben, um zu einem wirklich guten Ergebnis zu kommen», sagt Fiona Schoch (13). Insbesondere aber auch, auf fremde Leute zuzugehen: auf den Leiter der Kantonskanzlei zum Beispiel oder die Besitzer einer privaten Liegenschaft. Die Türöffner zu den verborgenen Schatzkammern Herisaus haben eine besonders wichtige Rolle gespielt. Einer von ihnen ist Daniel Künzle, der Mesmer der reformierten Kirche. Mit der Idee einer Klangmeditation könne er durchaus etwas anfangen, das Nachklingen der Glocke biete eine kostenlose Hirnmassage und einen selten gewordenen Moment der Ruhe. (mr)

Die Locations-Kartei ist im Gemeindehaus und im Sekretariat des SBW Haus des Lernens einsehbar und demnächst auf www.herisau.ch und www.sbw.edu aufgeschaltet.

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