Puppen reisen nach Lichtensteig

Zehn Toggenburger sind in diesen Tagen mit einer heiklen Aufgabe betraut: Sie inventarisieren in einem Haus am Bodensee historische Puppen und packen sie sorgfältig in Kisten. So werden sie nach Lichtensteig transportiert, wo sie ab kommendem Frühjahr ausgestellt werden.

Sabine Schmid
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Uschi Kaltenrieder, Silvia Frick und Cosette Gall (von links) packen die wertvollen Puppen in die Transportkisten. (Bilder: pd)

Uschi Kaltenrieder, Silvia Frick und Cosette Gall (von links) packen die wertvollen Puppen in die Transportkisten. (Bilder: pd)

LICHTENSTEIG. In zwei Tagen sollte der Umzug der Puppensammlung von Elsa Walz zu schaffen sein. Doch weit gefehlt. Nach einem Tag haben die zehn Toggenburger, welche die Sammlung zügeln, gerade einmal rund einen Fünftel geschafft. Eile wäre aber die falsche Reaktion. Denn die umfangreiche Puppensammlung, die von Staad am Bodensee in die Erlebniswelt Toggenburg gezügelt wird, ist viel zu kostbar, um sie sorglos zu behandeln.

Gleichzeitig inventarisieren

Die sieben Frauen und drei Männer, die mit dem Umzug betraut sind, wurden im Rahmen eines 60plus-Workshops in Lichtensteig gefunden. «Andreas Hinterberger von der Erlebniswelt Toggenburg hat dort nach Personen gesucht, welche die Dauerausstellung der Puppensammlung von Elsa Walz gestalten wollen», erzählt Rolf Geiger. Er ist für die Organisation des Umzugs verantwortlich und widmete sich dieser Aufgabe mit viel Herzblut. Denn die Ausstellungsmacherinnen, die durch Elsa Walz' Tochter Cosette Gall unterstützt werden, nehmen mit dem Einpacken auch gleich eine Inventarisierung vor.

Im Vorfeld der Zügeltage hat Rolf Geiger für jedes Objekt eine Klebeetikette mit einem Farbfoto der Puppe und einer Inventarnummer vorbereitet. Während zwei Frauen die Puppen in Seidenpapier gehüllt in eine Kartonschachtel betten, numeriert ein Controller diese Schachtel und notiert auf einem Kontrollblatt, wo welche Puppe eingepackt wurde. Zahlreiche Kisten werden so mit kostbarem Inhalt gefüllt. «Die Kisten dürfen nicht zu gross sein, weil wir sie im Haus in Staad über ein Treppenhaus nach draussen tragen müssen», erklärt Rolf Geiger. Gerade für die Arbeit der Ausstellungsmacherinnen ist hier Sorgfalt angebracht, so dass sie in Lichtensteig rasch sehen, welche Puppen in welcher Kiste liegen.

Kleine Schätze nicht verlieren

Elsa Walz' Sammlung umfasst aber nicht nur Hunderte von verschieden gearbeiteten Puppen aus mehreren Jahrhunderten, sondern auch einige Puppenstuben. «Hier müssen wir darauf achten, dass beim Umzug nichts verloren geht», betont Rolf Geiger. Was er damit meint, ist auf einem Foto ersichtlich, auf welchem eine Apotheke zu sehen ist mit allem, was dazu gehört. Natürlich in einem passenden Miniaturformat für die Puppenwelt. Auch die Möbel, auf denen die Puppen an ihrem alten Standort gesessen haben, gehören zum Inventar, das Elsa Walz hinterlassen hat.

Faszinierende Aufgabe

Rolf Geiger findet seine Aufgabe faszinierend, auch wenn es sich um einen rein logistischen Auftrag handelt. Für ihn ist das Projekt in den nächsten Tagen abgeschlossen, nicht aber für die Frauen, welche die Ausstellung gestalten. Sie werden dafür besorgt sein, dass jede Puppe ihren richtigen Platz findet und dass die Gruppierungen sinnvoll sind. Je nach Herkunft und Alter der Puppe sind nämlich Unterschiede bemerkbar.

Derzeit wird das neue Zuhause der Puppensammlung in der Erlebniswelt Toggenburg in Lichtensteig hergerichtet. Je nach Standort der Vitrinen werden dann die Lampen installiert, um die Glanzstücke ins richtige Licht zu rücken. Dies werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagt Rolf Geiger. Als mögliches Eröffnungsdatum für die Ausstellung nennt er den 29. Februar des kommenden Jahres.

Die Puppensammlung von Elsa Walz soll zusammenbleiben.

Die Puppensammlung von Elsa Walz soll zusammenbleiben.