Puck liegt in Herisaus (Fang-)Hand

EISHOCKEY. Wie im vorangegangenen Auswärtsspiel gegen Seewen schiesst der SC Herisau zwei Tore. Weil der Auftritt in Frauenfeld kompakt wie effizient und Martis Goalieleistung stark ist, resultiert keine Kanterniederlage, sondern ein 2:1.

Lukas Pfiffner
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Herisaus Torhüter Sergio Marti wehrt spektakulär gegen Matthias Schoop (links) ab, beobachtet von Teamkollege Jerrit Peter (Nummer 27). (Bild: pf)

Herisaus Torhüter Sergio Marti wehrt spektakulär gegen Matthias Schoop (links) ab, beobachtet von Teamkollege Jerrit Peter (Nummer 27). (Bild: pf)

Es war sein Abend, es wurde sein erster Saisonsieg. Erst zum vierten Mal stand Sergio Marti vorgestern im Einsatz, zum zweiten Mal seit Ende Oktober. «Chapeau», sagte Trainer Roger Nater. Die 31 Spiele des SC Herisau verteilen sich auf fünf Goalies – bedingt durch die Tatsache, dass mit Haller, Huber und Hauser drei Schlussmänner mit einer B-Lizenz von Fall zu Fall mitwirken. Marti und Flüeler sind vor allem im Training aktiv. Haller hat (wie in der vergangenen Saison) einige herausragende Leistungen gezeigt, ist aber derzeit am Finger verletzt. Marti erfuhr am Dienstag, dass er spielen würde. Einfach ist seine Situation nicht. «Ich versuchte und versuche immer, bereit zu sein», meinte der 21-Jährige nach der Partie. In Frauenfeld war ihm eine dominante und matchentscheidende Leistung zu bescheinigen.

Spielanlage angepasst

16 Tore hatte Herisau in den drei Spielen zuvor gegen die Thurgauer erhalten. Diesmal gab es nur einen einzigen Gegentreffer, was (auch) an Marti lag. Er wirkte sicher, wehrte früh gegen Fehr und Maier ab, zeigte gegen M. Schoop und Fehr im letzten Drittel mit der Fanghand Schlüsselparaden. Da habe er den Puck «geschmeckt», meinte er zu den Aktionen mit der Fanghand. Dass Herisaus Eindruck und Bilanz weit besser ausfiel als in früheren Begegnungen mit Frauenfeld, hatte auch mit der Spielanlage zu tun. «Wir stellten uns gut auf dieses Team ein, wollten möglichst wenig Räume anbieten», erklärte Nater. Die Center spielten zurück gestaffelt. Der Auftritt der Ausserrhoder war kompakt, diszipliniert und wirkungsvoll. «Die erste Hälfte war noch besser und effizienter als die zweite», analysierte Marti. Luca Homberger vergab im dritten Abschnitt zweimal frei auf das Tor zulaufend.

Bilanz mit Seltenheitswert

Herisau war mit vollem Spielerbestand widerstandsfähig genug, um eine Überraschung zu schaffen. Der Gast zeigte sich im Boxplay und im Powerplay besser: Vlk traf aus Nahdistanz zum 1:0 (21., in doppelter Überzahl), Meyer erhöhte mit einem Slapshot auf 2:0 (33.): Alle Thurgauer Ausschlüsse bis zur 51. Minute hatten Folgen, was eine Bilanz mit Seltenheitswert darstellte. Nur bei vier gegen vier liess sich Marti überwinden: Seine verzweifelte Grätschbewegung verhinderte das Anschlusstor fast, aber nicht ganz. «Raphael Schoop hat das gut gemacht», meinte er. Im letzten Drittel traten die Thurgauer spielbestimmend auf, aber nicht klarlinig genug. Der SCH war physisch stark. Verglichen mit der Partie vom Samstag gegen Uzwil, in der sie erst ab der 13. Minute und spärlich zum Einsatz gekommen war, erhielt die vierte Linie mehr Eiszeit. Dies war der geringeren Zahl an Strafen geschuldet.

Bester der Schlechten

«Zu null» hat der SC Herisau in dieser Saison noch nie gespielt. Sieben Minuten fehlten am Mittwoch. Lange waren die Thurgauer statisch und wenig präzis aufgetreten. «Es ärgert mich, dass ich den Shutout nicht geschafft habe. Aber Frauenfeld entwickelte in der Schlussphase Druck», sagte Marti. Seine Vorderleute wirkten mehrheitlich aufmerksam und entschlossen, konnten die Fehlerquote tief halten. Beispielhaft war Meyers Aktion in der 58. Minute, als er an der Bande mit dem Puck zwischen den Füssen gegen zwei Frauenfelder mehrere Sekunden «gewann». Späte Entlastung verschafften auch zwei Entscheide der Schiedsrichter, als sie zur Überraschung der Gastgeber kein Icing pfiffen und der dritte Treffer ins verwaiste Thurgauer Tor quasi Pflicht gewesen wäre. Trotz dieser Abstriche wird der SCH als Führender in die Abstiegsrunde gehen, als Bester der Schlechten sozusagen. Nater: «Wir schauen nicht auf die anderen Teams.»

Frauenfeld – Herisau 1:2 (0:0, 0:2, 1:0) KEB. – 246 Zuschauer. – Sr. Hässig, Obwegeser/Fuchs. Tore: 21. (20:26) Vlk (L. Homberger, Aerni, Ausschluss Fehr und Cé. Kuhn) 0:1. 33. Meyer (Küng, Ausschluss Pargätzi) 0:2. 53. R. Schoop (Diethelm, Schlumpf, Ausschluss Cé. Kuhn und Peter) 1:2. Frauenfeld: Styger; Moser, R. Schoop; Suter, Diethelm; Steiner, Wuttke; Cy. Kuhn, Schlumpf, Schumann; M. Schoop, Pargätzi, Fehr; Cé. Kuhn, Maier, Ganz; Wilhelm. Herisau: Marti; Brunner, Diener; Meyer, Küng; Hohl, Peter; Vlk, L. Homberger, Aerni; Schneider, Ammann, Breitenmoser; Jeitziner, Pace, Popp; Senn, K. Homberger, Rotzinger. Strafen: Frauenfeld 5mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe Fehr, Herisau 7mal 2 Minuten. Bemerkungen: 21. Lattenschuss Breitenmoser, 22. Pfostenschuss Ganz.