Publitaxi-Vertrag gekündigt

TEUFEN. In diesem Jahr soll das beliebte Publitaxi-Angebot in Teufen fix eingeführt werden. Nun kündigt der Vertragspartner der Gemeinde den Vertrag, weil diese ihre Beiträge auf die Hälfte reduziert habe. Die Gemeinde ist anderer Ansicht.

Roman Hertler
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Nicht nur wegen der Jahreszeit fegt Daniel Brunner wohl eines der letzten Male den Schnee vom Publitaxi. (Bild: rh)

Nicht nur wegen der Jahreszeit fegt Daniel Brunner wohl eines der letzten Male den Schnee vom Publitaxi. (Bild: rh)

Die Bahnhof Taxi GmbH Teufen ist in finanziellen Nöten: «Die Gemeinde hat die Beiträge für den Publitaxi-Auftrag halbiert», sagt Fahrer Daniel Brunner. «Dadurch haben sich die Umsätze halbiert.»

Jetzt hat Brunner die Kündigung erhalten, denn Geschäftsführer Hans Zimmermann kann seine Beschäftigten nicht mehr bezahlen. Den Vertrag mit der Gemeinde hat der Taxiunternehmer gestern ebenfalls gekündigt.

Ein beliebtes Angebot

Das Publitaxi ist ein Angebot der Gemeinde Teufen, das den öffentlichen Verkehr in der Gemeinde stärken soll. Das Teufner Stimmvolk genehmigte 2010 dafür einen jährlichen Beitrag von 82 000 Franken zu. Im September 2010 startete das Projekt in die zweijährige Probephase.

«Vom Angebot profitieren insbesondere ältere Einwohnerinnen und Einwohner, die fernab des Dorfzentrums leben», sagte Gemeindepräsident Walter Grob damals gegenüber der Appenzeller Zeitung. In der Tat erfreut sich das Angebot mittlerweile einer grossen Beliebtheit in der Bevölkerung. Brunner schätzt durchschnittlich etwa 50 bis 60 Aufträgen pro Tag.

Von Gemeinde subventioniert

Für einen Pauschalbetrag von sieben Franken fahren Kunden des Publitaxis innerhalb der Gemeindegrenze von A nach B. Das Angebot gilt von Montag bis Samstag jeweils von 7 bis 19 Uhr. Die Fahrzeuge für das Publitaxi stellte bis anhin die Bahnhof Taxi GmbH in Teufen. Die Chauffeure kassierten die sieben Franken direkt beim Kunden. Der anfallende Restbetrag wurde von der Gemeinde gedeckt.

«Transparentes Verfahren»

Gallus Hengartner, Leiter Betriebe der Gemeinde Teufen, sieht die Sache anders. Man habe im Vorfeld der Testphase einen Preis pro gefahrenen Kilometer ausgehandelt, so Hengartner. Zimmermann habe eine Offerte gemacht, auf die der Gemeinderat eingegangen sei. Allerdings lief der Taxometer im Publitaxi sowohl mit dem Kunden als auch auf dem Weg zum Kunden. Dies war seitens der Gemeinde nicht die Meinung gewesen, sagt Hengartner. «Gemeint ist natürlich der gefahrene Kilometer mit Kunde.» Der neue Vertrag, der seit 1. März in Kraft getreten sei, wurde dementsprechend genauer formuliert. Hengartner gibt zwar zu, dass während der Testphase nicht optimal kommuniziert wurde. «Aber das Ausschreibungsverfahren für den definitiven Vertrag war öffentlich und transparent. Und am Kilometerpreis hat sich ebenfalls nichts geändert.»

Wer das Publitaxi künftig anbieten wird, ist noch offen. Sicher ist, dass Daniel Brunner seinen Job los ist. Er fragt sich, weshalb die Gemeinde Lutzenberg neue Seniorentaxis einführen kann, während in Teufen gespart wird?

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