Publikumsmagnet Viehschau

Die Viehschau Schwellbrunn ist auch bei auswärtigen Gästen sehr beliebt. Mit ein Grund dafür sind die originellen Auftritte der Jungzüchterinnen und Jungzüchter, die jeweils viele Lacher und grossen Applaus ernten.

Johannes Wey
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Die Jungzüchter präsentierten ihre Tiere mit originellen Reden und viel Schmuck. (Bild: jw)

Die Jungzüchter präsentierten ihre Tiere mit originellen Reden und viel Schmuck. (Bild: jw)

schwellbrunn. Die Schwellbrunner Viehschau zählt zu den grössten und schönsten im Appenzellerland und ist laut Präsident Ruedi Frehner «eines der grössten Feste in Schwellbrunn». Und weil zeitgleich mit der Viehschau auch der Jahrmarkt stattfindet, kamen Schaulustige in Scharen, um das herausgeputzte Vieh zu bewundern.

Nadelöhr Schwellbrunn

Die Tiere zogen mitten durch das Dorf Schwellbrunn, zwischen den Jahrmarktständen hindurch. Die Auffuhr betrug 585 Tiere, rund 10 weniger als im Vorjahr. 27 Bauern kamen, 11 davon sennisch.

Bei einem derartigen Aufmarsch in den engen Schwellbrunner Gassen sind Engpässe vorprogrammiert. Die Bauern griffen deswegen sofort ein, wenn eine Kuh den Gang verweigerte oder eine falsche Richtung einschlug. Um zehn Uhr waren die Zuschauer dichtgedrängt um den Ring für die Jungzüchter versammelt. Viehschaupräsident Frehner eröffnete das Fest mit einer Ansprache und gab gleich eine Neuheit bekannt: In einer Abstimmung können die Zuschauer den schönsten «Blüem» küren. Der erste Sieger in dieser Kategorie ist Thomas Wittenwiler mit seiner Kuh Brüni.

Originelle Jungzüchter

Dann galt es für die Jungzüchter bereits ernst. Im Ring führten sie ihre Tiere oder «Büseli», die teilweise aufwendig geschmückt waren, der Menge mit kurzen Darbietungen vor: Die einen reimten, andere sangen, und viele gaben einen Witz zum besten. «Timora» beispielsweise sei eine ganz Scheue und halte sich am liebsten auf der Weide auf. Wenn es regne, muss sie aber im Stall bleiben, da es sonst zu grosse Löcher im Boden gäbe.

Deshalb hat sie die Jungzüchterin kurzerhand mit Luftballons ausgestattet, damit ihr Gewicht ausgeglichen wird und sie trotzdem auf die Weide darf. Ein Jungzüchter wies bei seinem Auftritt darauf hin, dass auch sie im Vorfeld einer Viehschau viel Arbeit hätten: «Man kann nicht einfach am Vorabend der Viehschau in den Stall gehen und sich ein Kalb auswählen.» Er habe während des ganzen Jahres ein Auge auf die Kälber und treffe die Entscheidung früh, um das Tier vorzubereiten.

Eine der Jungzüchterinnen wurde bei einem Fluchtversuch ihres Kalbes umgerissen und durch das Stroh geschleift – der Zwischenfall lief allerdings ohne Tränen ab. Bei den Jüngsten gewann Benni Nef, Sonja Frischknecht siegte bei den älteren Jungzüchtern. Kurz nach 15 Uhr war auch die Bewertung der übrigen Tiere abgeschlossen.

Erfolgreiche Viehschau

Organisator Walter Diem zog nach der Schau ein positives Fazit. «Mein Eindruck ist sehr gut, der Ablauf klappte sensationell», sagte Diem. Und die präsentierten Tiere hätten die Experten beeindruckt: «Sie sagten, die Qualität sei sehr gut gewesen.»