Publi-Taxi in Teufen unterwegs

TEUFEN. Der öffentliche Verkehr ist in der Mittelländer Gemeinde gut ausgebaut. Morgen kommt ein neues Angebot hinzu: Das Publitaxi. Insbesondere die Aussengebiete des Dorfs werden davon profitieren, sind die Initianten überzeugt.

Guido Berlinger-Bolt
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Hans Zimmermann freut sich zusammen mit der Gemeinderätin Frieda Moesch und Gemeindepräsident Walter Grob (v. l.) über den Start der zweijährigen Versuchsphase des Publi-Taxis. (Bild: gbe)

Hans Zimmermann freut sich zusammen mit der Gemeinderätin Frieda Moesch und Gemeindepräsident Walter Grob (v. l.) über den Start der zweijährigen Versuchsphase des Publi-Taxis. (Bild: gbe)

1525 Hektaren gross ist die Gemeinde Teufen. Sie gehört damit zu den grössten sechs des Kantons; von der Liebegg, unmittelbar an der Stadtgrenze zu St. Gallen über Lustmühle und Niederteufen über den Dorfkern hinaus bis hinauf zur Waldegg und hinüber zum Oberfeld. Auf diesem Gebiet, man ahnt es, stehen von alters her viele Bauernhöfe, weit verstreut.

Und auch wenn sich in Teufen kaum jemand über die hervorragende Anbindung an den öffentlichen Verkehr beklagen wird, gab es – und gibt es bis morgen noch – Verbesserungspotenzial.

Keine Konkurrenz – Ergänzung

Hans Zimmermann von der Bahnhof Taxi GmbH Teufen steht stolz vor seinem neuen Wagen, einem blauen Hybridfahrzeug.

An der Seitentüre hängt eine Magnetwerbetafel: «Publi-Taxi der Gemeinde Teufen» steht darauf und die Telefonnummer von Zimmermann. «Mit dem Publi-Taxi wollen wir nicht den bestehenden öffentlichen Verkehr oder etwa den Schulbus konkurrenzieren», erklärt Gemeinderätin Frieda Moesch. «Es soll den öV ergänzen.»

Nun startet eine zwei Jahre dauernde Versuchsphase: Ab morgen, 1. September, steht das Publi-Taxi von Montag bis Samstag, zwischen 7 und 19 Uhr Teufens Wohnbevölkerung zur Verfügung.

«Profitieren werden davon insbesondere ältere Einwohnerinnen und Einwohner, die fernab des Dorfzentrums leben», ist Gemeindepräsident Walter Grob überzeugt. Diese sollen damit die Möglichkeit (zurück-)erhalten, am Dorfleben teilzunehmen, Einkäufe zu erledigen oder Arzttermine wahrzunehmen.

Profitieren sollen aber auch Frauen, Männer und Jugendliche, die bewusst den öV nutzen wollen, mit diesem bisher aber nicht ihre möglicherweise abgelegenen Häuser erreichten. Ein Stück Lebensqualität also wird vom Dorfzentrum in die Aussengebiete getragen.

An der Urne angenommen

Dieser Dienst ist natürlich nicht gratis zu haben. Sieben Franken kostet eine Fahrt, unbesehen, ob nur eine Person, zwei, drei oder vier mitfahren. Einzige Bedingung: Start- und Zielort müssen auf dem Gemeindegebiet von Teufen liegen.

Der Standplatz des blauen Publi-Taxis ist der Bahnhofplatz im Dorfzentrum; innerhalb einer halben Stunde, so Zimmermanns Ziel, soll das Publi-Taxi verfügbar sein.

Die Initiative für ein Publi-Taxi ging vom ehemaligen Gemeindepräsidenten Gerhard Frey aus. Er habe damit die Attraktivität der Gemeinde steigern wollen, so sein Nachfolger und damaliger Gemeindeschreiber Walter Grob.

Die Abteilung Volkswirtschaft im Gemeindehaus habe die Idee zum Projekt weiterbearbeitet und im Frühjahr zur Abstimmung gebracht. Am 11. April 2010 sagten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zum Publi-Taxi Ja – und zwar deutlich. Die finanziellen Folgen dieses Ja belaufen sich in den nächsten zwei Jahren auf je 82 000 Franken.

2012 werde der Gemeinderat, so Walter Grob, das Angebot eingehend prüfen; dannzumal werde der Rat über eine definitive Weiterführung entscheiden.

Publi-Taxi: 071 333 34 56; das Publi-Taxi kann bis zu sieben Tage im voraus gebucht werden.

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