«Prunkbau» weiterhin leer

Die Bauweise des Perrons 3 gegenüber dem Bahnhof in Gossau ist auffällig. Nicht zu übersehen sind auch viele Gewerbeflächen, die von Beginn weg leer stehen. Über Gründe wird geschwiegen.

Angelina Donati
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Leerstehende Gewerberäume beim «Perron 3» – und das zum Teil bereits seit 2009. (Archivbild: Ralph Ribi)

Leerstehende Gewerberäume beim «Perron 3» – und das zum Teil bereits seit 2009. (Archivbild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Ob Plakate, die direkt auf den Scheiben angebracht sind oder Immobilienanzeigen auf Internetportalen: Für die Gewerbeflächen im «Perron 3» wird aktiv geworben. Dabei galt der «Prunkbau», wie er gerne in Fachkreisen genannt wird, noch bei seiner Fertigstellung im Jahr 2009 als Vorzeigebau. Gar von einem «Erfolgsmodell» sprach damals die Eigentümerschaft. Der Bereich mit den Wohnungen scheint durchaus das Interesse der Gossauer zu wecken, bei der Vermietung der Gewerbeflächen kann allerdings von keinem Erfolg gesprochen werden. Grösstenteils sind die Räume seit der Eröffnung unbenutzt.

Keine Auskunft gegeben

Das Nachfragen über mögliche Gründe und das weitere Vorgehen machen allerdings stutzig. So lässt sich gegenüber dem St. Galler Tagblatt keine Ansprechperson finden, die gewillt oder berechtigt ist, Auskunft zum «Perron 3» zu geben. Keiner will Angaben machen, und jeder verweist auf eine andere Person, die wieder eine bereits kontaktierte Person nennt. Für Verwirrung sorgt auch ein Mail, in dem es heisst, dass die Vermietung der Gewerbefläche seit Februar dieses Jahres nicht mehr bei der Firma Livit, sondern bei Wincasa liege. Wincasa sei für die Erstvermietung und Bewirtschaftung der Liegenschaft zuständig.

Die Kommunikationspolitik der Liegenschaftsvermietung ist auch Frank Sailer, dem Geschäftsführer von «Traumland», aufgefallen, der mit seinem Kleidungsgeschäft über ein Jahr im «Perron 3» eingemietet war. Für ihn steht fest, dass die leerstehenden Gewerberäume in direktem Zusammenhang mit den Mietpreisen stehen, wie er auf Anfrage sagt. Die Nettomiete sei damals für ihn «passabel» gewesen, wenn auch im Vergleich zu anderen Gewerbeflächen «leicht erhöht». Womit er hingegen nicht einverstanden war und sich von Wincasa hintergangen fühlte, sind die Nebenkosten. Die Liegenschaftsvermietung anerbot ihm, monatlich 200 Franken für Nebenkosten zu überweisen. Um nicht am Ende des Jahres allzu viel nachzahlen zu müssen, habe er aus eigener Initiative vorgeschlagen, jeweils 500 Franken einzuzahlen, so seine Aussage. Sein Vorschlag wurde akzeptiert.

Keine Lösung gefunden

Die Abrechnung schockierte dann aber den Geschäftsführer: Neben den ohnehin einbezahlten 6000 Franken blühte ihm eine Nachzahlung von weiteren 6000 Franken. «Das hat mir gereicht», sagt Sailer, der noch heute erzürnt ist. Dieser Vorfall habe das Fass zum Überlaufen gebracht und so habe er sich entschieden, den Standort des Ladens nach St. Gallen zu verlegen. Konnte sich nicht eine Lösung mit den Vermietern finden lassen? «Das Gespräch habe ich immer wieder gesucht. Aber sie lassen ja nicht mit sich reden.»