Professor Doktor Abfall

Speerspitz

Sabine Schmid
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Die Statistik bringt es an den Tag: Mehr als 700 Kilogramm Abfall produzieren Herr und Frau Schweizer jährlich. Ein Spitzenwert in Europa. Verwunderlich ist dies nicht. Denn was immer man kauft – es ist mindestens in eine Folie und einen Karton eingepackt. Wie beruhigend ist es da zu wissen, dass wir auch beim Recycling an der Spitze sind. PET-Flaschen landen ebenso in einer separaten Sammlung wie Blechdosen, Kaffeekapseln, Karton, Papier, organische Abfälle, Textilien und Flaschen. Letztere sogar nach Farbe getrennt. Dazu wird Kunststoff in einem besonderen Beutel entsorgt. So bleibt nur noch wenig übrig, das via gewöhnlichem «Ghüdersack» in der Verbrennungsanlage endet.

Wer’s gewohnt ist, dem fällt das Abfalltrennen leicht. Nicht ganz so einfach geht es im Ausland. Auch dort wird immer mehr zwischen Papier, Plastik und Bio unterschieden. Doch während in Deutschland die Milchkartons in der «gelben Tüte» landen, müssen die Italiener diese zerteilen. Der Ausguss kommt ins «Plastica», der Karton zu «Carta». Oder einfacher: Der Ausguss in den blauen Eimer, der Karton in den gelben. Doch aufgepasst: Wer die Grenze zu Frankreich überschreitet, kann sich nicht mehr an den Farben orientieren. Denn die Franzosen wählten Blau für Papier und Gelb für Plastik. Grün ist bei unseren westlichen Nachbarn für die Glassammlung – während die Deutschen darin ihren Biomüll entsorgen.

Wie wäre es, wenn sich das vereinigte Europa, und mit ihm auch die Schweiz, auf ein vereinigtes Abfallregime einigen würde? Man bräuchte so nicht mehr so viel zu denken in den Ferien und könnte sich noch besser erholen.

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch