Private und öffentliche Geldgeber

Das Landschaftskonzept mit den drei Trägergemeinden Neckertal, Oberhelfenschwil und Hemberg ist in der zweiten Phase. Präsident Toni Hässig erklärt, was dieses Konzept bezweckt.

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Herr Hässig, wann entstand das Landschaftskonzept, wer hat es initiiert, und auf welchen Zeitraum ist es ausgelegt?

Toni Hässig: Das Landschaftskonzept LKN startete 2006, hatte aber eine mehrjährige Vorbereitungsphase. Es entstand in der Arbeitsgruppe Natur des Entwicklungskonzepts Neckertal. Treibende Kräfte waren damals Kurt Bleiker und Adolf Fäh. Das Projekt ist in operative Tranchen von drei Jahren eingeteilt und soll mindestens zehn Jahre fortgeführt werden. Wir sind in der zweiten Phase und auf gutem Weg.

Welches sind die Schwerpunkte des Konzepts?

Toni Hässig: Das LKN bezweckt die ökologische Aufwertung der Landschaft und Förderung der Artenvielfalt überall dort, wo nicht schon Ökobeiträge bezahlt oder andere Unterstützung geleistet wird. Im Landwirtschaftsland werden Bäume und Hecken gepflanzt oder Teiche angelegt. Im Waldareal werden Waldteile ausgelichtet, Waldränder optimiert und zuwachsende Wiesen freigehalten. Aktuell finden vor allem Pflegemassnahmen im Wald statt, es wurden aber auch schon weit über 2000 Hochstammobstbäume mit Unterstützung des LKN gepflanzt. Die Massnahmen im Wald werden durch eine wissenschaftliche Wirkungskontrolle begleitet.

Mit welchen Kosten rechnet man jährlich, wer bezahlt diese?

Toni Hässig: Die Nettokosten liegen pro Jahr bei rund 150 000 Franken. Die Eigenleistungen und der Holzerlös machen pro Jahr rund 250 000 Franken aus. Die drei Trägergemeinden Neckertal, Oberhelfenschwil und Hemberg leisten einen jährlichen Beitrag. Die grossen Summen steuern in der aktuellen Phase der Lotteriefonds, der Fonds Landschaft Schweiz und zahlreiche Stiftungen aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz bei.

Wie werden Freiwillige rekrutiert und wie viele Freiwillige sind pro Jahr im Einsatz?

Toni Hässig: Es wurden schon zahlreiche Einsätze mit Gruppen, z. B. Asylbewerbern durchgeführt. Reine Freiwilligeneinsätze wie sie diese Woche mit der UBS stattfinden, führen wir dieses Jahr erstmals durch. Sie wurden mit Blick auf zukünftige derartige Projekte im Naturpark Neckertal organisiert. Wir haben Firmen und Organisationen per Brief auf die Möglichkeit solcher Einsätze aufmerksam gemacht. Dieses Jahr arbeiten rund 100 Freiwillige während einem bis zehn Tage für die Vielfalt in unserer Region.

Inwiefern sind die Land- und Waldbesitzer involviert, bzw. warum erledigen diese die Arbeiten nicht selber?

Toni Hässig: Die Grundeigentümer und Bewirtschafter wirken freiwillig mit, verpflichten sich aber mittels Vertrag zur Einhaltung der Aufgaben und Ziele. Sie werden dafür aus zweckbestimmten Mitteln für ihre besonderen Leistungen entschädigt. Der Erhalt vielfältiger Lebensräume verursacht trotz der Beiträge im Verhältnis zum wirtschaftlichen Ertrag oft sehr viel Arbeitsaufwand. Trotzdem führen in vielen Fällen die Bewirtschafter die mitfinanzierten Arbeiten selber aus. Bei grösseren Eingriffen wird der Arbeitsaufwand aber schnell derart umfangreich, dass er auch mit Unterstützung der Familie nicht mehr selbst bewältigt werden kann. Die Förderung der Artenvielfalt durch Freiwilligeneinsätze findet vorwiegend auf solchen Flächen statt.

Interview: Michael Hug