«Private öffnen Stuben für lesende Kinder»

Nachgefragt

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Am kommenden Freitag findet die Schweizer Erzählnacht statt. Die Schule Stein beteiligt sich an der Aktion mit einem eigenen Projekt. Fabienne Wick, Lehrerin an besagter Schule, erzählt, was dahinter steckt und wie der Abend ablaufen wird.

Weshalb organisiert die Schule Stein am Freitag eine Lesenacht?

Zurzeit befinden wir uns im Projekt «Stein liest». Dabei möchten wir bis zu den Sportferien gemeinsam so viele Bücher lesen, dass sie, aufeinandergestapelt, höher als unser Kirchturm in Stein sind. Die Lesenacht gehört zu diesem Projekt und soll uns näher an die Spitze bringen.

Was ist der Höhepunkt der Lesenacht?

Um 18.30 Uhr treffen sich mehrere Klassen aus unterschiedlichen Stufen auf dem Kirchplatz. Danach verteilen sie sich. Damit alle Platz haben, öffnen Privatpersonen ihre heimeligen Stuben und beheizten Garagen und ­laden die Kinder ein, dort mit­einander zu lesen. Auch die ­Bibliothek hat länger geöffnet und bietet den Kindern Plätze zum Verweilen an. Die Kinder versuchen, an diesem Abend möglichst viel zu lesen. Wir haben eine Art «Cumulus»-System: pro gelesene Seite werden zwei Millimeter gezählt.

Nicht jeder liest gerne, gibt es für Lesemuffel ein Alternativprogramm?

Um 18.45 und 19.45 Uhr gibt es einen Impulsvortrag. Die Pfarrerin von Stein lädt in der Kirche zum Vortrag ein. Sie erzählt von Martin Luther, wie er Bücher gelesen hat oder wie die biblische Maria im Mittelalter zum Vorbild einer ganzen Lesekultur wurde. Danach treffen sich alle auf dem Kirchplatz für ein leckeres Raclette. Zudem gibt es dort den in der Schule berühmten «Husistein»-Tee unseres Hauswarts. Unsererseits besteht die Hoffnung, dass wir in der Erzählnacht möglichst viele Steiner zum Lesen ani­mieren können. Schliesslich möchten wir im Projekt «Stein liest» einige Zentimeter an Höhe zulegen.

Wie geht es nach der Lesenacht im Projekt weiter?

Die Klassen werden weiterhin regelmässig während der Lesestunden Zentimeter sammeln, um das Projektziel von «Stein liest» zu erreichen. (noe)