PREMIERE: Hugo Meier hat zwei Frauen

Mit «Liebi macht erfinderisch» brachte der Theaterverein Toggenburg am Samstagabend sein achtes Stück auf die Thurpark-Bühne. Im fulminanten Verwirrspiel um den zweifach verheirateten Hugo Meier zeigten die Laiendarstellenden eine geglückte Vorstellung.

Michael Hug
Drucken
Teilen
Turbulenzen im Wohnzimmer: Alicia Bischof, Edy Heeb, Christian Heeb, Julia Schmucki und Barbara Tabasco (von links). (Bild: Michael Hug)

Turbulenzen im Wohnzimmer: Alicia Bischof, Edy Heeb, Christian Heeb, Julia Schmucki und Barbara Tabasco (von links). (Bild: Michael Hug)

Michael Hug

redaktion@toggenburgmedien.ch

In die Fussabdrücke von Jörg Schneider und Paul Bühlmann zu treten, erfordert schon ein wenig Mut. Genau die beiden – und eine Reihe weiterer früherer Stars des lustigen Volkstheaters – hatten das Stück «Verflixtes Doppel» («Run for your wife») von Ray Cooney aus dem Jahr 1983 in der deutschen Schweiz und mit Hilfe des Landes-TV einst berühmt gemacht. In der Fassung des «Theato» Theater Toggenburg heisst die Aufführung nun «Liebi macht erfinderisch». Das Theato hat es sich zur Aufgabe gemacht, es heuer als achte Produktion in ­seiner Vereinsgeschichte auf die Bühne zu bringen. Am Samstag war Premiere im Thurpark.

Von der Schlägerei in die Zeitung geschafft

Der Plot ist bekannt: Ein Mann – Taxifahrer – hat zwei Frauen und es geschafft, dies vor jeder seiner Gemahlinnen über Jahre geheim zu halten. Doch eines Nachts ­gerät er in eine Schlägerei und ­damit in die Zeitung, worauf er grösste Mühe bekundet, das delikate Geheimnis weiterhin unter dem Deckel zu behalten: Was nur leidlich gelingt, denn der Kreis der Mitwissenden wird immer grösser. Hugo Meier, so heisst der Mann, verheddert sich über zwei Stunden lang in immer komplizierter werdende Verrenkungen aus Lügen und Behauptungen, wobei es jedem Zuschauenden bald klar sein muss, dass die ganze Wahrheit wohl irgendwann ans Licht kommen wird. Nur wie wird das geschehen? Das sei auch hier nicht verraten, denn am kommenden Wochenende gibt Theato noch einmal drei Vorstellungen.

Es brauchte etwas Zeit, bis das Stück an Schwung gewann. Etwas viel Aufmerksamkeit widmete Regisseur Beat Thalmann der Darstellung der Ausgangs­situation. Die war natürlich nicht so lustig, zumindest nicht für Hugo Meier (Edy Heeb), und so gab es auch für das Publikum erst mal nicht viel zu lachen. Doch ­damit stieg die Spannung, und eigentlich hätten die beiden Frauen Monika (Julia Schmucki) und Brigitte (Barbara Tabasco) wie auch die zwei ermittelnden Polizisten Amstutz (Susanne Grob) und Hungerbühler (Michael Heeb) schon längst merken müssen, was Meier für ein Spiel treibt. Doch Liebe macht eben erfinderisch, und erfundene Ausreden und Erklärungen brauchte Hugo eine ganze Menge. Nur sein Freund Oskar Stöckli (Christian Heeb) bekommt die fatale Lage Meiers mit – und richtet in der Folge noch mehr Chaos an.

Dank windiger Reporterin auf der Titelseite

Für Hugo Meier wird’s ungemütlich – und unappetitlich. Sein nächtliches Rencontre mit den Schlägern kommt durch eine windige Reporterin (Alicia Bischof) auf die Titelseite des «Blicks». Weil weder Brigitte noch Monika davon erfahren dürfen, isst er die Zeitung kurzerhand auf. In die Turbulenzen im Wohnzimmer von Hugo und Brigitte – ein optischer Trick: Das Wohnzimmer ist stets dasselbe, womit beide Frauen dieselbe Bühne bespielen, sich aber nicht wirklich begegnen – mischt sich in der Mitte des Spiels noch der schwul-schusslige Nachbar Bobby Baumann (Claude Sachser). Wie erwähnt, ein Stück, das von professionellen und beliebten Darstellenden bekannt gemacht wurde, aufzuführen, braucht Mut und weckt Erwartungen. Den Erwartungen im Wissen, dass die Darstellenden des Theato Genre-Laien sind, wurde das Ensemble dennoch gerecht. «Liebi macht erfinderisch» war eine schwungvolle, turbulente und sehr unterhaltsame Premiere, für die es sich mehr als gelohnt hat, trotz Hudelwetter am Samstagabend nochmals aus dem Haus zu gehen.

Weitere Aufführungen

Freitag, 24. März, 19.30 Uhr

Samstag, 25. März, 15 und 19.30 Uhr, im Thurpark Wattwil

Reservationen auf www.theato.ch