Preis für einen Querdenker

EBNAT-KAPPEL. Jiri Holoubek entwickelt für die Innovative Sensor Technology IST AG in Ebnat-Kappel Sensoren. Diese Innovationen sind schon mehrmals mit Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit einem des Konzerns Endress&Hauser.

Sabine Schmid
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Jiri Holoubek zeigt links einen Sensor und rechts, wie dieser bei seiner Innovation für eine exaktere Messung auf eine Metallplatte gelötet wird. (Bild: Sabine Schmid)

Jiri Holoubek zeigt links einen Sensor und rechts, wie dieser bei seiner Innovation für eine exaktere Messung auf eine Metallplatte gelötet wird. (Bild: Sabine Schmid)

Nur wenig Persönliches ziert das Büro von Jiri Holoubek in der Innovative Sensor Technology IST AG in Ebnat-Kappel. Ins Auge stechen aber drei kleine Kuben aus Glas, in welche ein Kopf eingeritzt ist. Die drei Trophäen erhielt Jiri Holoubek von der Firma Endress+Hauser, dem Mutterkonzern der IST AG. Verliehen wird ein solcher Kubus jährlich jedem Mitarbeiter, der eine Innovation bis zur Patentanmeldung bringt. Neun solcher Auszeichnungen hat der gebürtige Tscheche in den vergangenen Jahren erhalten. Einzig 2013 ging er leer aus. «Damals hatte ich keine Zeit, um die Patentanmeldung für meine Innovationen zu machen», sagt er.

Exaktere Messungen möglich

Vor kurzem wurde Jiri Holoubek eine weitere Ehre zuteil: Er durfte einen Innovationspreis von Endress+Hauser entgegennehmen. Dieser wird für Innovationen erteilt, welche der weltweit tätigen Unternehmensgruppe einen besonderen wirtschaftlichen Nutzen bescheren. Neu sei seine Innovation jedoch nicht, sagt Jiri Holoubek. Bereits 1997, einige Jahre bevor die IST AG zu Endress+Hauser gekommen ist, hat er das Patent angemeldet. Entwickelt hat der Physiker eine Möglichkeit, um einen millimetergrossen Sensor auf eine grössere Metallplatte zu löten. Die grössere Auflagefläche führt dazu, dass der Sensor genauere Daten liefert, was schliesslich ein exakteres Messresultat bringe, erklärt Jiri Holoubek. Die Schwierigkeit habe darin bestanden, dass der Sensor mit Gold beschichtet sei und dieses Metall nicht so einfach mit dem keramischen Körper des Sensors verbunden werden kann. Das Metall sei aber wegen der Leitfähigkeit nötig, so dass eine Messung durch den Sensor erst möglich sei. Hinter dem Verfahren und der Patentierung steckt aber nicht Jiri Holoubek alleine. «Dazu braucht man immer gute Mitarbeiter und auch Kunden, die einen unterstützen. Für unsere Kunden wollen wir überragenden Nutzen schaffen – das können wir nur, wenn wir ihre Sprache sprechen und ihre Bedürfnisse verstehen.»

Seit dieser Innovation, für welche das Patent immer noch läuft, hat Jiri Holoubek weitere Entwicklungen gemacht. «Unsere Firma setzt sehr auf Innovation und Entwicklungsarbeit», betont er.

Eigenes Team für Entwicklung

Bei der IST AG arbeiten etwa 15 Mitarbeiter in der Entwicklung. Jiri Holoubek, der sich selber als Querdenker beschreibt, gehört nicht dazu, er steht der Abteilung Vorentwicklung vor und legt dort oft den Grundstein für erfolgreiche Produkte und Technologien. Seine Aufgabe vergleicht er mit dem Libero einer Fussballmannschaft: Er wird überall dort eingesetzt, wo es sein Wissen und sein Denken braucht, vor allem sind dies spezielle Kundenprojekte und die Ausrichtung auf künftige Technologien. Seine Arbeit verlange sehr viel Eigendisziplin, sagt Holoubek. Denn ein neues Produkt ist nur erfolgreich, wenn es dem Kunden zusätzlichen Nutzen bringt. Jiri Holoubek spricht aber auch davon, dass er in seiner Tätigkeit Misserfolge einstecken musste. Einige Projekte, die er zusammen mit Kunden angefangen habe, mussten aufgegeben werden. «Aber aus diesen Misserfolgen lernt man meistens viel mehr als aus erfolgreichen Projekten.»

Jiri Holoubek hat das Pensionsalter bereits erreicht, dennoch arbeitet er weiter. «Ich verfolge und betreue noch einige Projekte, die mir Spass machen und für die Firma wichtig sind», sagt er. Dazu kommt, dass er in der Firmenleitung der IST AG die Seite der Techniker vertritt. Für ihn ist aber klar: «Wenn ich keine Lust mehr an der Arbeit habe, dann gehe ich in Rente.»