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Praktische Berufsvorbereitung

Die Junior Chamber International Toggenburg (JCIT) veranstaltete letzten Mittwoch ein Bewerbungscoaching an der Oberstufenschule Grüenau in Wattwil. Die jungen Unternehmer verrieten Tips und Tricks für das anstehende Berufsleben.
Jeannette Ringger
Ein Mitglied der Junior Chamber International Toggenburg (links) führt mit einer Schülerin ein Testbewerbungsgespräch durch. Die anderen geben anschliessend Feedback. (Bild: Jeannette Ringger)

Ein Mitglied der Junior Chamber International Toggenburg (links) führt mit einer Schülerin ein Testbewerbungsgespräch durch. Die anderen geben anschliessend Feedback. (Bild: Jeannette Ringger)

WATTWIL. Am vergangenen Mittwochmorgen standen für die Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Oberstufe Grüenau ausnahmsweise nicht Mathematik, Deutsch und Englisch auf dem Stundenplan. Um 8.10 Uhr versammelten sich die rund 55 Jugendlichen in der Aula und blickten gespannt auf die neun jungen Männer in Hemd und Anzug, die vor ihnen standen. «Wir arbeiten heute morgen ganz nach dem Motto <Learning by doing>», begrüsste der Präsident der JCIT, Ivan Gämperle, die Menge. Deshalb werde er auch nicht lange reden, meinte er, und gab das Wort weiter an die anderen Mitglieder der JCIT. Diese stellten sich kurz mit Namen und Beruf vor und riefen jeweils die ihnen zugeteilten Schüler auf. Bei der Einteilung wurde darauf geachtet, dass die Interessen der Schüler möglichst mit den Berufen der Gruppenleiter übereinstimmten. So machten sich die jungen Unternehmer auf den Weg in die Klassenzimmer, um den Schülern innerhalb von zwei Stunden ein möglichst breites Wissen über den Start ins Berufsleben zu vermitteln.

Arbeitslosigkeit senken

Die JCIT, ehemals Junge Wirtschaftskammer, zählt momentan 27 aktive Mitglieder und ist eine von 66 lokalen Kammern mit insgesamt rund 3000 Mitgliedern der JCI Schweiz. FIT 4 JOBS ist ein nationales Projekt der JCI Schweiz, welchem sich die JCI Toggenburg angeschlossen hat. Damit wollen sie ein Zeichen setzen und langfristig die Jugendarbeitslosigkeit senken. Um Mitglied bei der JCIT zu werden, muss man bestimmte Anforderungen erfüllen. So darf man nicht unter 18 und nicht über 40 Jahre alt sein. Ausserdem arbeiten alle Mitglieder in einer Führungsfunktion eines regionalen Betriebs. Ziel der Non-Profit-Organisation ist es, den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Gleichgesinnten zu ermöglichen und so wertvolle Netzwerke aufzubauen. Oft fungieren die Mitglieder auch als Bindeglied zwischen der älteren und jüngeren Generation.

Entscheidende Details

Diese Verbindung der jungen Unternehmer zu den Jugendlichen war auch am letzten Mittwoch in den Klassenzimmern spürbar. Interessiert lauschten die Gruppen den Ausführungen ihres Coachs. Es war offensichtlich: Das Thema der Lehrstellensuche beschäftigt die Schüler sehr. Jene der zweiten Oberstufe stehen noch am Anfang der Lehrstellensuche, während viele Drittklässler bereits einen Lehrbetrieb gefunden haben. Jedoch gibt es auch dort noch einige, die aus verschiedenen Gründen bis jetzt erfolglos geblieben sind mit ihren Bewerbungen. Was mache ich falsch? Weshalb hat's noch nicht geklappt? Es war der Tag, an dem sie endlich ein Feedback und somit Antworten auf diese Fragen erhalten konnten. «Für die Schüler ist es oft schwierig zu verstehen, weshalb sie abgelehnt werden», sagte der Lichtensteiger Marco Reiser, Leiter der Arbeitskommission FIT 4 JOBS. Denn häufig seien es Details, die den noch unerfahrenen Jugendlichen gar nicht als wichtig erscheinen.

Haltung und Händedruck

Die Gruppe von Ivan Gämperle setzte sich im Halbkreis um den erfahrenen Kaufmann herum. «Wer hat schon eine Lehrstelle?», fragte er in die Runde. Zwei streckten auf, die anderen schauten verlegen zu Boden. «Ihr müsst euch nicht schämen. Wir sind heute hier, um herauszufinden, wo eure Probleme liegen, und um diese möglichst zu beheben.» Ivan Gämperle inszenierte mit jedem Einzelnen ein Bewerbungsgespräch. Während einer nach dem anderen Fragen zu persönlicher Motivation, Schulnoten und Freizeitaktivitäten beantwortete, sassen jene, die nicht an der Reihe waren aufmerksam im Hintergrund und beobachteten den «Bewerber». Nach jedem Durchgang durften sie ein ehrliches aber freundliches Feedback abgeben. Die Schüler wurden sich schnell bewusst: Beim Zusehen entdeckt man viel mehr, als wenn man mittendrin ist. «Du solltest nicht so im Stuhl hängen, sondern aufrecht dasitzen», meinte zum Beispiel eine Schülerin zu ihrem Kameraden. Zum nächsten Kandidaten meinte Ivan Gämperle augenzwinkernd, aber doch ernst: «Wenn du schon meinen Namen nicht mehr weisst, dann begrüsse mich wenigstens mit einem festen Händedruck. Ich mag das Gefühl nicht besonders, gerade einer Leiche die Hand zu reichen.» Auch in den anderen Gruppen waren die Schüler mit grossem Lerneifer mit dabei und lobten in der Schlussrunde die neun Unternehmer. «Es war sehr hilfreich, die Tips von Leuten zu hören, die selber auch Lehrlinge ausbilden», so eine Schülerin. Auch den Unternehmern hat es Spass gemacht. «Wir kommen gerne nächstes Jahr wieder», nimmt Ivan Gämperle die Einladung von Schulleiter Paul Balzer an.

www.jcit.ch

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