PRÄVENTION: Für eine sichere Lehrzeit

Keine Arbeit ist so wichtig, dass man dafür sein Leben oder dasjenige seiner Mitarbeitenden riskiert. Mit einer Karte der Suva sollen Lernende Stopp sagen können.

Andy Lehmann
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Wendel Preisig ist Metallbauschlosser im zweiten Lehrjahr. (Bild: Andy Lehmann)

Wendel Preisig ist Metallbauschlosser im zweiten Lehrjahr. (Bild: Andy Lehmann)

Andy Lehmann

andreas.lehmann

@appenzellerzeitung.ch

Jährlich erleiden 25 000 Lernende in der Schweiz einen Arbeitsunfall, drei davon enden tödlich.

Die Suva startete am 1. Juli die Kampagne «Sichere Lehrzeit» mit dem Ziel, innerhalb von zehn Jahren die Unfälle um die Hälfte zu reduzieren. Bei Lernenden liegt die Zahl der Arbeitsunfälle um ein Vielfaches höher als bei ausgelernten Arbeitern. Dies hat diverse Gründe: Junge Leute schätzen Gefahrensituationen falsch ein. Sie sind mit den Geräten und Maschinen noch nicht so vertraut und getrauen sich nicht, Stopp zu sagen.

Gefordert die Sicherheitsrichtlinien zu vermitteln und zu leben sind auch Berufsbildner und die Berufsschulen, ist der Webseite der Suva zu entnehmen. Teil des Projektes «Sichere Lehrzeit» ist die Stoppkarte für Lehrlinge. Auf deren Rückseite steht: «Wird eine lebenswichtige Regel verletzt? Ist der Arbeitsauftrag unklar? Fühle ich mich unsicher oder überfordert? Dann sage ich Stopp, unterbreche die Arbeit und informiere meinen Vorgesetzten. Erst wenn die Gefahr behoben ist, setzte ich meine Arbeit fort.»

Sicherheitsdenken wird gelebt

In einer Gefahrensituation soll der Lehrling diese Karte zeigen, fordert die Suva. «In der Praxis sieht das aber manchmal anders aus», sagt Markus Bosshard. Er ist Berufsbildner bei der Firma Schoch Metallbau AG in Herisau. Er findet die Karte schon gut, aber in der Regel sei er derjenige der Stopp sage und auf Gefahren hinweise. Für Lehrlinge sei es oft schwierig Gefahren zu erkennen, so Bosshard. Für ihn als Verantwortlicher der Lehrlinge steht die Sicherheit an erster Stelle. «Ich habe in meinem Berufsleben schon viele Unfälle gesehen und bin bestrebt, dies mit den nötigen Schutzmassnahmen zu verhindern», sagt Bosshard. Dass Ordnung und Sauberkeit die Sicherheit erhöhen, zeigt ein Blick in die Montagehalle der Firma. So sind beispielsweise Blechplatten an der Wand stehend mit einer Sicherung versehen, und die Metallverarbeitungsmaschinen nach Suva Checkliste in der Halle platziert. Auch andere Firmen im Appenzellerland sind sicherheitsmässig gut aufgestellt. So gibt es bei der Alder Malermeister AG in Herisau einmal im Monat eine Schulung zum Thema Sicherheit für alle Mitarbeitenden. «Wir sind stets daran, uns in Sachen Sicherheit am Arbeitsplatz zu verbessern» sagt Geschäftsführer Remo Alder.

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