Präsident mit Auffuhr zufrieden

Der Präsident des Vereins Kälbermärkte Wattwil geht davon aus, dass der montägliche Anlass in der Markthalle Toggenburg in Wattwil auch nächstes Jahr stattfinden wird. Für die Genossenschaft, die die Trägerin der Markthalle ist, bildet der Kälbermarkt ein wichtiges Standbein.

Martin Knoepfel
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Beni Wunderli (Mitte) ist überzeugt, dass mit dem Abholservice ab Stalltüre der Fortbestand des Kälbermarkts in Wattwil gesichert werden kann. (Bild: Urs M. Hemm)

Beni Wunderli (Mitte) ist überzeugt, dass mit dem Abholservice ab Stalltüre der Fortbestand des Kälbermarkts in Wattwil gesichert werden kann. (Bild: Urs M. Hemm)

WATTWIL. Im Gegensatz zu seinem Herisauer Pendant findet der Wattwiler Kälbermarkt weiterhin – wie bisher montags – statt. Dies, obwohl seit Juli die Subventionen des Bundes weggefallen sind (Bericht in dieser Zeitung). Die Verantwortlichen wollten den Markt bis Ende dieses Jahres auf eigene Verantwortung weiterführen, hiess es im Frühsommer. Sie wiesen zur Begründung darauf hin, dass der Wattwiler Kälbermarkt für die Preisbildung wichtig ist.

Übergangsfrist vorbei

Das leuchtet ein, denn er ist einer von noch drei Kälbermärkten in der Schweiz. Auch die Kälbermärkte in Buttisholz (LU) und Thun (BE) gibt es noch. Doch wie sieht es nun mit dem Wattwiler Kälbermarkt im nächsten Jahr aus?

Ernst Bohl aus Stein ist Präsident des Vereins Kälbermärkte Wattwil. Der Verein organisiert die Märkte. Die Übergangsfrist sei vorbei, sagt Ernst Bohl. Der Kälbermarkt sei zufriedenstellend angelaufen und werde in jedem Fall weiterleben, sagt er gegenüber dieser Zeitung.

Mit der Zahl der aufgeführten Tiere ist er zufrieden. Er erwartet zudem, dass in den nächsten Wochen zahlreiche Tränkekälber vom Alpvieh zum Verkauf angeboten werden.

Über 120 Tiere pro Markttag

Der Präsident des Vereins Kälbermärkte Wattwil geht davon aus, dass in den nächsten Wochen mindestens 120 bis 130 Tiere pro Markttag aufgeführt werden. Früher seien sogar bis zu 9000 Tiere pro Jahr auf den Kälbermarkt Wattwil gebracht worden, sagt er. Diese Zahl sei allerdings nicht mehr zu erreichen. «Wir sind mit der Auffuhr trotzdem zufrieden.»

Auch das Restaurant in der Wattwiler Markthalle laufe montags sehr gut, sagt Ernst Bohl. Das Restaurant sei ein Treffpunkt der Bauern. Zudem träfen sich am Montag jeweils Rentner zum Kartenspiel und anschliessendem Mittagessen im Restaurant. Das Ziel des Vereins bestehe zwar nicht darin, mit der Durchführung der Kälbermärkte Gewinne zu erzielen, aber man wolle auch kein Geld verlieren.

Die Markthalle südlich des Bahnhofs Wattwil wurde Anfang September 2005 eingeweiht. Der Wattwiler Grundbuchverwalter Jörg Wittenwiler ist Sekretär der Genossenschaft, die die Halle hat erbauen lassen. Er weist aber darauf hin, dass er dieses Amt nicht als Vertreter der Standortgemeinde ausübt.

Nach Auskunft von Jörg Wittenwiler werden pro Jahr ungefähr 50 Kälbermärkte in Wattwil durchgeführt. «Der Markt ist einer der Standbeine der Markthalle.» Diese sei aber multifunktional ausgelegt. Der Kälbermarkt beanspruche nur einen kleinen Teil der Halle. Es sei deshalb durchaus möglich, am Wochenende eine andere Veranstaltung durchzuführen, ohne am Sonntagabend den Abbau zu beenden, sagt Jörg Wittenwiler.

Der Homepage der Genossenschaft kann man entnehmen, dass der Grossteil der Veranstaltungen Viehauktionen sind. Es finden aber auch Anlässe, die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, dort statt, zum Beispiel Parties, Firmenanlässe oder die Guggennacht.

Handel nicht konkurrenzieren

Wie stark wurde der «Kälbertaxi» genannte Abholservice für Tiere in Anspruch genommen? Die Einführung auf Anfang Juli dieses Jahr wurde ja damit begründet, dass es auf jedes Tier ankomme, das aufgeführt werde, und dass man es den Bauern so einfach wie möglich machen wolle, die Tiere auf den Markt in Wattwil zu bringen. «Der Abholservice wurde wenig benutzt. Ich habe mir davon aber auch nicht allzu viel versprochen», sagt Ernst Bohl.

Der Verein Kälbermärkte Wattwil wolle den Viehhandel nicht konkurrenzieren. Wenn ein Bauer sich melde, weil er eines seiner Tiere nach Wattwil bringen lassen wolle, vermittle man ihn an einen Viehhändler, der dann das Tier mitnehmen könne, sagt Ernst Bohl. Die in Wattwil aufgeführten Kälber kämen vor allem aus dem Obertoggenburg, dem Neckertal und sogar aus dem Glarnerland, sagt Ernst Bohl. Das komme daher, dass Wattwil zentral liege.