Präsident macht Bauern Mut

TEUFEN. Im nächsten Jahr trifft die neue Agrarpolitik 2014–2017 in Kraft. Was diese für Konsequenzen für die Ausserrhoder Betriebe hat, zeigte an der Januartagung im Lindensaal in Teufen der neue Bauernverbandspräsident Markus Ritter auf.

Patrik Kobler
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Bauernverbandspräsident Markus Ritter traf an der Jahrestagung in Teufen auch auf die Ausserrhoder Regierungsrätin Marianne Koller. (Bild: pk)

Bauernverbandspräsident Markus Ritter traf an der Jahrestagung in Teufen auch auf die Ausserrhoder Regierungsrätin Marianne Koller. (Bild: pk)

Gestern nachmittag war der neue Präsident des Schweizerischen Bauernverbands Markus Ritter an der Januartagung des Bauernverbandes Appenzell Ausserrhoden im Lindensaal in Teufen zu Gast. Der St. Galler CVP-Nationalrat wohnt unweit der Kantonsgrenze am Altstätterberg und referierte an der gutbesuchten Veranstaltung über die Konsequenzen der Agrarpolitik 2014–2017 für den durchschnittlichen Appenzeller Betrieb.

Stabile Situation

Das neue Gesetz wird Anfang des nächsten Jahres in Kraft treten. Aktuell steht die Differenzbereinigung zwischen National- und Ständerat an, im März sollte dieser Prozess gemäss Markus Ritter beendet werden können. Seiner Ansicht nach stärkt die neue Agrarpolitik die Berggebiete und auch die Betriebe im Appenzellerland. Er machte deutlich, dass die Bundesmittel grundsätzlich gleich hoch bleiben. Nur würden diese neu verteilt. So gibt es etwa deutlich mehr Biobeiträge, dafür wird der Flächenbeitrag kleiner. Anhand von Beispielen verdeutlichte er, dass die Situation für die hiesigen Betriebe stabil bleiben dürfte.

Fehlende Nachhaltigkeit

Markus Ritter sparte in seinem Referat aber auch die kritischen Punkte nicht aus. So rechnet er mit mehr administrativem Aufwand. Ferner bemängelte er die fehlende Nachhaltigkeit der Schweizer Agrarpolitik. Insbesondere deshalb, weil das Einkommen der Bauern schlecht sei. Eine seiner Kernaufgaben als Verbandspräsident sei es, sich dafür einzusetzen, die Situation zu verbessern. Er rechnete vor, dass der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette ein immer kleinerer Teil zukommt. Vom Produktepreis würden die Bauern bloss noch einen Anteil von 20 Prozent erhalten.

Landwirtschaft Geld wert

Seine Ausführungen gerieten zu einem flammenden Plädoyer für den Bauernstand. Zwar werde dieser vom Bund durch Importschutz und Direktzahlungen jährlich mit gut sechs Milliarden Franken unterstützt. Aber: «Was die Landwirtschaft kostet, ist kein Teil von dem, was sie leistet», sagte Markus Ritter und erinnerte dabei an das grosse Engagement, das die Bauern von der Nahrungsmittelproduktion über die Landschaftspflege bis hin zum Engagement im Gemeinwesen leisten. Für sein Referat erntete der neue Bauernverbandspräsident in Teufen viel Applaus.

Nach einer kurzen Pause folgte eine Podiumsdiskussion, an der hiesige Bauern unter anderem ihre Betriebe vorstellten.

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