potzt ond gschtrählet

Wenn Verlust in Gewinn umschlägt Nein, ich mache jetzt nicht auch noch das Verlieren und das Gewinnen in den Fussballarenen Südafrikas zum Thema.

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Wenn Verlust in Gewinn umschlägt

Nein, ich mache jetzt nicht auch noch das Verlieren und das Gewinnen in den Fussballarenen Südafrikas zum Thema. Das haben sie nun beinahe vier Wochen lang zur Genüge zelebriert, die Salzgeber, Gress, Sutter, Fringer, Netzer oder wer sonst noch alles über das Runde räsonierte, das ins Eckige hineinging oder hätte hineingehen sollen.

Zu steil gespielte Steilpässe, unterlaufene Flanken, Tändeleien im Sechzehner, nachlässig getretene Eckbälle – das alles war und ist bei Berufeneren besser aufgehoben. Mir ist es vielmehr darum zu tun, die beiden Gegenpole «verlieren» und «gewinnen» aus einer etwas veränderten Optik zu betrachten. Ich stelle mir die Frage, ob denn zwingend auf der Schattenseite steht, wer verliert.

Eingedenk der Tatsache, wonach alles relativ ist, komme ich bei genauerem Überlegen zum Schluss, dass mancher Verlust durchaus auch mit Gewinn verbunden sein kann. Wenn ich beispielsweise nach mühevollen Verzichten an Gewicht verliere, so darf ich das doch sicher als Gewinn verbuchen. Oder wenn ich danach trachte, Ängste loszuwerden, wird deren Verlust zum Erfolgserlebnis und damit zum Gewinn.

Das allmähliche Schwinden der Lebensjahre weist insofern einen positiven Aspekt auf, als es einhergeht mit einem Zugewinn an Lebenserfahrung. – Umgekehrt ist natürlich auch gefahren: Manchmal folgt dem Gewinnen nämlich das Verlieren auf dem Fuss. Ich bin zwar alles andere als bibelfest, doch zu einer Anleihe beim Buch der Bücher reicht es dennoch. E

s heisst dort irgendwo: «Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?»

Martin Hüsler

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