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Per Akku auf die Alpe d'Huez Jetzt rollt die Tour-de-France-Karawane wieder über Galliens Strassen und versetzt die Menschen an den Strassenrändern in kollektive Begeisterung.

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Per Akku auf die Alpe d'Huez

Jetzt rollt die Tour-de-France-Karawane wieder über Galliens Strassen und versetzt die Menschen an den Strassenrändern in kollektive Begeisterung. Man staunt über die Leistungen der Rennfahrer, die über Hunderte von Kilometern an die Grenzen ihres Potenzials heranstrampeln – und manchmal darüber hinaus. Deshalb mischt sich in dieses Staunen halt immer wieder Skepsis, ob es denn allein mit antrainierter Muskelkraft und ausgewogener Ernährung möglich sei, solchen Belastungen gewachsen zu sein. Gewiss, man sollte fairerweise nicht alle Radprofis dem Verdacht aussetzen, sie förderten ihre Reserven auf unerlaubte Art. Aber nicht von ungefähr ist die (Rad-)Sportsprache schon seit geraumer Zeit angereichert mit chemischen und biologischen Begriffen wie Erythropoietin – besser bekannt als EPO –, anabole Steroide oder Clenbuterol. Und der Hämatokritwert gewisser Athleten gibt stets wieder Anlass zu Spekulationen. Dem allem könnte man ein Ende setzen, indem man die Reglemente im Radsport in technischer Hinsicht erweiterte und bei den Rennen den Gebrauch von E-Bikes zuliesse. Die Betreuer der Profimannschaften müssten dann nicht mehr in die Apotheken rennen, sondern könnten sich auf das rein Technische konzentrieren. Ihnen obläge beispielsweise das zweckgerichtete Aufladen der Akkus, so dass diese den Vehikeln, denen sie Strom liefern, auch zünftig Beine beziehungsweise Räder machen. Man stelle sich vor: Alberto Contador, Alexander Winokurow, Andy Schleck und wie sie alle heissen, erklimmen die Serpentinen hinauf zur Alpe d'Huez ausschliesslich mit Hilfe eines Elektromotörchens – und bringen so sämtliche Diskussionen zum Verstummen.

Martin Hüsler