Herisau: Verlegung des Fusswegs gemäss Gemeinde nicht möglich -  Postvorplatz braucht Zeit

Die Gemeinde prüft die Umgestaltung der Umgebung der Post. Eine Lösung soll bis 2023 realisiert werden. Kein Thema ist die vorgeschlagene Verlegung des Fusswegs.

Jesko Calderara
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Nächste Woche diskutieren Fachleute sowie Vertreter der Gemeinde und des Kantons Lösungen zur Situation vor der Post. (Bild: Alessia Pagani)

Nächste Woche diskutieren Fachleute sowie Vertreter der Gemeinde und des Kantons Lösungen zur Situation vor der Post. (Bild: Alessia Pagani)

Zum Postvorplatz in Herisau läuft eine Unterschriftensammlung. Mit ihrem Vorstoss verlangt die gehbehinderte Rentnerin Jutta Barth die Verlegung des Fusswegs ans Postgebäude. Die Gemeinde Herisau zeigt grundsätzlich Verständnis für dieses Anliegen. «Das Gefahrenpotenzial der jetzigen Situation ist allen Beteiligten bewusst», sagt der Kommunikationsverantwortliche Thomas Walliser Keel. An diesem Ort kreuzten sich viele Interessen, daher brauche eine Lösung mehr Zeit als üblich. Involviert sind unter anderem die Post und die Assekuranz, welchen die öffentlichen und vermieteten Parkplätze gehören. Zudem müssen die Interessen von Kantonspolizei, Schule und Gemeinde sowie der Bevölkerung als Postkunden und Fussgänger berücksichtigt werden. Dabei geht es um Themen wie Sicherheit, ÖV, Verkehrsfluss und den Umgang mit den historisch wertvollen Bauten an der Poststrasse.

Die Idee zur rückwärtigen Fussgängerverkehrsführung, wie es Jutta Barth nun vorschlägt, ist nicht neu. Eine entsprechende Anfrage dazu hatten die Einwohnerrätinnen Monika Baumberger (FDP) und Ursula Fröhlich (EVP) im Herbst 2018 an den Gemeinderat gestellt. Dieser nahm in der Folge zusammen mit der Kantonspolizei Abklärungen vor. Es zeigte sich, dass der Vorschlag nicht umsetzbar ist. Eine Verschiebung der seitlichen Parkplätze zur Poststrasse hin könne nicht bewilligt werden, sagt Walliser Keel. Grund dafür seien die notwendigen, aber hier zu geringen Sichtweiten, zumal die Einfahrt direkt auf eine Kantonsstrasse führe.

Diverse Projekte müssen berücksichtigt werden

Aus diesen Gründen prüft die Gemeinde andere Massnahmen. Eine Verbesserung gebe es letztlich nur mit einer Entflechtung des Langsam- und des motorisierten Verkehrs, sagt Walliser Keel. Dies bedeute ein neues Verkehrsregime und damit eine Reduktion der Parkplätze inklusive geänderter Möblierung mit Integration der behindertengerechten Bushaltekante. Dazu gehören beispielsweise Bänke, Abfallkübel und Velopfosten. Zurzeit tätigt die Gemeinde Abklärungen zur Frage, welche Varianten welche Konsequenzen hätten. Ein neues Verkehrsregime könne nur mit Einbezug des Tiefgaragenprojekts Sandbüel hinter dem Gemeindehaus und den erwähnten Interessen der anderen Beteiligten umgesetzt werden, sagt Walliser Keel. «Dies ist zur Zeit noch nicht möglich.» In die Überlegungen zur Neugestaltung des Postvorplatzes müssen abgesehen davon noch weitere Projekte berücksichtigt werden. Der Kommunikationsverantwortliche der Gemeinde Herisau erwähnt in diesem Zusammenhang die Zufahrt zur geplanten Parkgarage Casino, die der Gemeinderat in seiner Strategie zur Zentrumsentwicklung eingebracht hat und der Zeughausvorplatz. «Für die Kunden der Post muss darüber hinaus eine praktikable Lösung für Kurzzeitparkplätze gefunden werden.» Am kommenden Mittwoch steht der nächste Workshop zum Thema auf dem Programm. Daran nehmen Vertreter des Kantons und der Gemeinde sowie Fachleute wie Verkehrsplaner und der Denkmalpfleger teil. Ziel ist es, bis 2023 eine Lösung umzusetzen. Dies ist auch aufgrund des Behindertengesetzes notwendig. «Leider geht es wegen der komplexen Verhältnisse wohl nicht früher», sagt Walliser eel.Keel.